Allgemeine Berichte | 27.04.2020, 16:25 Uhr

Thorsten Hermann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Ahrweiler e.V, über die Wiedereröffnung des Einzelhandels

„Die Stimmung ist relativ gut!“

Thorsten Hermann. Foto: privat

BLICK aktuell: Wie haben die Mitglieder der Werbegemeinschaft die Schließung ihrer Geschäfte empfunden?

Thorsten Hermann: Im ersten Moment waren natürlich alle geschockt! Doch schnell haben viele Geschäfte kreative Lösungen gefunden und vor allem die Gastronomen haben Lieferservice angeboten.

BLICK aktuell: Wie viele lokale Geschäfte waren davon betroffen?

Hermann: Alle Geschäfte, Gastronomie sowie Hotelerie. Bis aus die Geschäfte die “systemrelevant“ sind. Also Supermärkte, Bäckereien etc.

BLICK aktuell: Welche Geschäfte sind nun seit einer Woche wieder geöffnet?

Hermann: So ziemlich alle. Bis auf Gastronomie und Hotelerie, die es in unserer doch sehr touristisch geprägten Stadt am Schwersten trifft!

BLICK aktuell: Welche Vorkehrungen wurden getroffen, um die Geschäfte verantwortungsvoll betreiben zu können?

Hermann: Das ist ein Thema, dass ich die letzten Tage schon mehrmals gefragt wurde und schwierig zu beantworten ist. Es gibt zum einen die „grundsätzlichen Hygiene-Maßnahmen“.

Dazu gehören Abstand halten, auf Hände schütteln verzichten, in die Armbeuge niesen, Hände desinfizieren/waschen. Alles weitere muss jedes Geschäft in einem eigenen Hygienekonzept entwickeln, das bei jedem anders aussieht.

Als Beispiel: bei mir im Augenoptiker-Geschäft ist die Türe seit Beginn der Corona-Krise abgeschlossen und der Kunde darf das Geschäft nur nach Aufforderung betreten. Alle Mitarbeiter arbeiten mit einem Gesichtsschutz. Jede aufgesetzt Brille, jedes Messgerät und auch der Bedienungstisch wird von uns nach jedem Kundenbesuch desinfiziert.

BLICK aktuell: Halten Sie die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen für umsetzbar?

Hermann: Ja, schon! Aber es muss zum einen ein gutes Hygienekonzept in den Geschäfte bestehen und zum anderen müssen sich die Kunden daran halten.

BLICK aktuell: Halten sich Kunden und Mitarbeiter daran?

Hermann: Meine Mitarbeiter halten sich dran. Für die Mitarbeiter der anderen Ahrweiler Geschäfte kann ich nicht sprechen. Für die Kunden ist es oft nicht klar, wie sie sich zu verhalten haben. Damit wir in zwei bis drei Wochen nicht einen weiteren "Shutdown" bekommen, ist es immens wichtig, dass sich Mitarbeiter und Kunden an die allgemeinen Vorgaben, als auch an die Hygienevorschriften jedes einzelnen Geschäftes halten.

BLICK aktuell: Hat sich das Verhalten der Kunden seit Beginn der Corona-Krise verändert?

Hermann: Die Kunden waren während der Zeit der geschlossenen Geschäfte insgesamt sehr vorsichtig. Auch seit den Geschäftseröffnungen, merkt man den Kunden die Verunsicherung an.

BLICK aktuell: Kam es bei Wiedereröffnung zu einem Ansturm, oder haben die Kunden verhalten reagiert?

Hermann: Als an dem Montag die Geschäfte wieder eröffnet haben, kam es in der Tat eher zu einem kleinen Ansturm. Vor allem bei den Eisdielen, bedingt durch das gute Wetter.

Das ist vom her Prinzip sehr gut und freut mich persönlich. Jedoch wurden die Abstandsregeln oft nicht eingehalten, teilweise waren in kleinen Geschäften auf einmal fünf bis sechs Kunden gleichzeitig.

Als ob all das was vorher zwei Wochen lang, wie ich finde, meist vorbildlich eingehalten wurde, auf einen Schlag weg war.

Dazu muss man sagen, dass durch das schöne Wetter viele Kunden und Besucher aus Nordrhein-Westfalen nach Ahrweiler gekommen waren.

BLICK aktuell: Was wünschen Sie sich von Ihren Kunden?

Hermann: Ich wünsche mir, dass die Kunden weiterhin den Ahrweiler Einzelhandel und die Gastronomie so unterstützen wie bisher und die allgemeinen Hygiene-Maßnahmen aber auch die Richtlinien von jedem Geschäft, beachtet werden.

BLICK aktuell: Die Politik hat großen Einfluss auf Ihre Geschäfte genommen. Wie schätzen Sie die Entscheidungen und Maßnahmen ein?

Hermann: Ich finde die Entscheidungen, die bisher getroffen wurden vollkommen richtig und nachvollziehbar. Im Vergleich zu anderen europäischen Länder steht Deutschland trotz der schwierigen Situation sehr gut da.

BLICK aktuell: Gibt es vor Ort bereits gemeinsame Pläne, wie die Geschäftsleute sich gegenseitig durch die Krise helfen können?

Hermann: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich schon einige Geschäfte zusammen geschlossen und Lieferservices angeboten. Zur Zeit sind wir mit der Werbegemeinschaft Ahrweiler, Aktivkreis Bad Neuenahr und der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler dabei ein Konzept zu entwickeln, in dem die Punkte „Kauf lokal“ und die Hygiene-Maßnahmen in einer Kampagne beworben werden.

BLICK aktuell: Wie ist aktuell die Stimmung im Einzelhandel?

Hermann: Besser als vor drei Wochen! Nein, im Ernst: Die Stimmung ist relativ gut. Viele Einzelhändler berichteten, dass Sie mit dem Umsatz zufrieden waren.-MX-

Thorsten Hermann. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Werbeplan 2026
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag
Premium-Titel 1
SSV
Hallenbad- und Saunasaison
Empfohlene Artikel
Beste Laune herrschte bei dieser bunten Barbarossamarkt-Truppe.  Fotos:DU
25

Sinzig. Wer sich am vergangenen Wochenende durch Sinzig in Richtung Schloss bewegte, rieb sich verwundert die Augen. Auf der Straße waren mystisch wirkende Frauen in dunklen Gewändern, bunt gekleidete Narren mit klingenden Schuhen und mit blankem Stahl bewaffnete Rittersleute unterwegs. Waren da etwa Protagonisten des Mittelalters irgendwie im neuzeitlichen Sinzig gelandet? Mitnichten! Es war wieder...

Weiterlesen

Einige Zuschauer, 2.v.links der Rechtsexperte Dr. Stefan Meiborg.  Foto:AKS
27

Waldorf. Das Land Rheinland-Pfalz fördert neue Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ-Projekte), um Verwaltungsaufgaben effizienter und kostensparender zu erledigen. Insbesondere Aufgaben, die mittels digitaler Technologien umgesetzt werden und damit nicht standortgebunden sind, eignen sich besonders für die Zusammenarbeit zwischen Kommunen. Geförderte Bereiche können sein: Digitalisierung...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
388

Köln. Am Samstag (20. September) gegen 20 Uhr haben Zeugen auf einem SVG-Rastplatz an der Bundesautobahn 4 in Köln - Rondorf die Polizei alarmiert. Dort hatte ein 57 Jahre alter osteuropäischer Lkw-Fahrer mit mehreren Schnitt- und Stichverletzungen das Tankstellengebäude an der Straße Am Eifeltor betreten und um Hilfe gebeten. Ein Notarzt lieferte den Schwerverletzten zur stationären Behandlung in eine Klinik ein.

Weiterlesen

Hoffnung
902

Andernach. In Andernach stehen viele Tierhalterinnen und Tierhalter vor der Herausforderung, ihre Tiere trotz finanzieller Engpässe weiterhin versorgen zu können. Für sie sind Haustiere mehr als nur Tiere; sie sind Familienmitglieder und treue Begleiter. Doch steigende Kosten, insbesondere für unerwartete Tierarztbehandlungen, führen oft zu finanziellen Schwierigkeiten.

Von E. Komp

Weiterlesen