Allgemeine Berichte | 27.07.2026

Die größte Benefiz-Radtour Deutschlands hielt in Bad Breisig

Die Fahrer kommen in Bad Breisig an.  Fotos: AKS

Bad Breisig. Im Jahr 1983 wurde die „Tour der Hoffnung“ gegründet, um die pflegerische und psychosoziale Betreuung krebskranker Kinder zu verbessern und um neue Behandlungskonzepte zu entwickeln. Seitdem wurden mehr als 48 Millionen Euro gesammelt, und die Heilungschancen für an Leukämie erkrankte Kinder haben sich von 60% auf rund 86 % verbessert. Dennoch stirbt immer noch jedes sechste der betroffenen Kinder an einer Krebserkrankung wie Leukämie, Lymphdrüsenkrebs oder Hirntumoren – eindeutig zu Viele!

1996 war die Geburtsstunde der „Vor-Tour der Hoffnung“ mit zwei Teilnehmern, initiiert vom ehemaligen Bad Neuenahrer Verkehrsdirektor Jürgen Grünwald, um Spendengelder zum Start der „Tour der Hoffnung“ zu bringen. Daraus entwickelte sich über die Jahre eine etablierte Benefiz-Aktion mit 160 Rennradfahrern, darunter viele Prominente aus Politik, Sport, Kultur und Wirtschaft wie Eberhard Gienger, Petra Behle und Edgar Steinborn.

Schon im Vorfeld hatte Wolfgang Schmidgen, der lokale Tour-Kümmerer aus Bad Breisig, die Werbetrommel für das Event gerührt und bei allen Breisiger Veranstaltungen – ob Weihnachtsmarkt oder Brunnenfest – die Spendenbüchse geschüttelt. Am Wochenende 24.07. - 26.07 machte die Vor-Tour im Rahmen ihrer 30-Jahre-Jubiläumsradtour in den Regionen Ahr, Rhein, Mosel und Vordereifel Station und führten im Rahmen der Veranstaltung Spendensammlungen durch. Nach dem Start in Koblenz wurden Plaidt, Maria Laach und Bad Neuenahr-Ahrweiler angefahren, bevor an der Rheinpromenade in Bad Breisig ein Stopp erfolgte.

Die „Musikfreunde der Tour“, eine ehemals bekannte regionale Band, sorgte bereits vor der Ankunft der Radler mit kölschen Musikstücken für eine wunderbare Stimmung. Selbst Petrus hatte sich nicht lumpen lassen und lieferte bestes Fahrradwetter, als der Tross der 160 Hoffnungsfahrer das Etappenziel erreichte. Von SWR-Moderatorin Heike Boomgaarden bestens eingestimmt bejubelten mehrere hundert Zuschauer die Radler bei ihrer Ankunft an der Rheinpromenade. Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister Marcel Caspers hatte dann das Vergnügen, die vielen Hoffnungsfahrer zu begrüßen, und bezeichnete es als Ehre, seit einem Jahr selbst Hoffnungsfahrer zu sein. Während sich die Sportler an bereitgestelltem Kuchen und kühlen Getränken labten, führten Kinder vom „Haus der offenen Tür Sinzig“ als Zirkusartisten Zaubertricks und artistische Einlagen vor – und dies vor der malerischen Kulisse von Rhein und Schloss Arenfels.

Moderator Achim Wiedemann, im wahren Leben Führungskräftecoach und begeisterter Karnevalist, bot an, seinen Körper gegen Höchstgebot zu verkaufen, damit genug Spendengelder erzielt werden. Doch dieses selbstlose Angebot musste nicht eingelöst werden, da auf der Bühne viele beachtliche Spendenschecks überreicht wurden. Angefangen von einem diamantenen Hochzeitspaar, das

Euro 1130.- gesammelt hatte, über die Kinder der Leo-Stausberg-Grundschule in Brohl, die Euro 2270.- beisteuerten bis hin zu Bürgermeister Caspers, der Euro 1000.- von der Stadt und Euro 904.- von seinem Geburtstagsfest beisteuerte – die Spendenbereitschaft war riesengroß! Auch viele lokale und regionale Unternehmen hatten Gelder zur Verfügung gestellt, und Christian Baldauf, Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz und ebenfalls Hoffnungsfahrer, überreichte einen Scheck über Euro 30.000.-. Zuletzt übergab der „local hero“ Wolfgang Schmidgen eine Spendensumme über Euro 25.000, gesammelt in Bad Breisig, und erhielt donnernden Applaus für sein ehrenamtliches Engagement.

Auch bei dieser Vor-Tour der Hoffnung radelten wieder viele bekannte Persönlichkeiten mit, u.a. Norbert Schramm, früherer Europameister im Eiskunstlauf, der seit 30 Jahren mit Begeisterung Hoffnungsfahrer ist; Hanka Kupfernagel, achtfache Radweltmeisterin; Britta Unsleber, ehemalige Fußballnationalspielerin; Markus Merk, mehrfacher Weltschiedsrichter; Diana Sator, Welt- und Europameisterin im Skeleton. Auch die lokale Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil war mit von der Partie. Hendrik Hering, langjähriger Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz, erzählte von seiner eigenen familiären Betroffenheit. Sein Sohn sei als Kind schwerkrank gewesen und habe die Krebserkrankung überlebt. Auch deshalb sympathisiere er mit der Benefiz-Radtour, und nehme seit 20 Jahren aktiv daran teil.

Mittlerweile hatte sich die Veranstaltung zu einem wahren Volksfest entwickelt! Während die „Musikfreunde der Tour“ immer wieder neue kölsche Evergreens anstimmten und die vielen Zuschauer mitsangen und mitschunkelten, stimmten die Radler auf der Bühne auch ein Liedchen an. Nach einer guten Stunde brachen die erholten und begeisterten Hoffnungsfahrer wieder auf Richtung Andernach, und hinterließen ein begeistertes Publikum, das sich schon auf den nächsten Besuch der „Vor-Tour der Hoffnung“ freut.

Ein französischer Schlachtenbummler sorgte für Stimmung.

Ein französischer Schlachtenbummler sorgte für Stimmung. Foto: Picasa

Die Fahrer kommen in Bad Breisig an. Fotos: AKS Foto: Picasa

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