Allgemeine Berichte | 26.11.2018

Landkreis Mayen-Koblenz hatte zum Blaulichtgottesdienst ins Feuerwehrgerätehaus Mendig eingeladen

„Dieser Einsatz ist nicht selbstverständlich“

Pfarrer André Beetschen von der evangelischen Kirche und die Gemeindereferentin Bärbel Gorges von der Pfarreiengemeinschaft Mendig zelebrierten gemeinsam einen ebenso festlichen wie nachdenklich stimmenden Gottesdienst. FRE

Mendig. Die individuelle Katastrophe hat viele Gesichter: Da sind Angst und Einsamkeit des schwer verletzten Autofahrers auf der Trage, und da sind Verzweiflung und Hilflosigkeit der Familie, die mit ansehen muss, wie ihr Hab und Gut mit allen persönlichen Dingen in einer einsamen Nacht zum Raub der Flammen wird. Alltägliche Ereignisse und doch eine individuelle Katastrophe, die von den Betroffenen nie mehr vergessen wird und einen tiefen Einschnitt in die Seele darstellt. Überall und zu jeder Zeit kann jeder von uns in eine solche Situation geraten.

Notfallseelsorge ist Beistand in Extremsituationen

Die Notfallseelsorge möchte Opfern und ihren Angehörigen Beistand in Extremsituationen bieten. Sie möchte dort sein, wo die übrigen Helfer andere wichtige Aufgaben haben, sie möchte Zeit haben; wo andere schon wieder zum nächsten Einsatz müssen, möchte sie unterstützen, Mut machen, trösten. Derzeit stellen 26 Frauen und Männer im Kreis Mayen-Koblenz (19 aktive und sieben in Ausbildung) neben ihrem eigentlichen Beruf ihre Zeit ehrenamtlich zur Verfügung, um die wöchentlichen Rufbereitschaften 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr aufrechtzuerhalten. Die vor 18 Jahren gegründete Notfallseelsorge Mayen-Koblenz wird im Einsatzfall durch die Rettungsdienste, Feuerwehr oder Polizei über die Integrierte Leitstelle in Koblenz alarmiert.

Am Mittwoch vergangener Woche, dem Buß- und Bettag, hatte die Notfallseelsorge Mayen-Koblenz gemeinsam mit dem Schirmherrn der Veranstaltung, Landrat Dr. Alexander Saftig, Verbandsgemeindebürgermeister Jörg Lempertz, der Freiwilligen Feuerwehr Mendig sowie der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde Mendig zu einem „Blaulichtgottesdienst“ für alle Einsatz- und Rettungskräfte des Kreises Mayen-Koblenz ins Feuerwehrgerätehaus Mendig eingeladen.

Zu den Gästen zählten neben einigen Abordnungen der Wehren aus dem Kreis auch der Kreis-Feuerwehrinspekteur Rainer Nell, Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und einige leitende Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Mendig. Während Pfarrer André Beetschen von der evangelischen Kirche und die Gemeindereferentin Bärbel Gorges von der Pfarreiengemeinschaft Mendig einen ebenso festlichen wie nachdenklich stimmenden Gottesdienst zelebrierten, verliehen der evangelische und der katholische Kirchenchor sowie die Gruppe „Kreuzweise“ mit Gerd Schlaf an der Orgel dem Gottesdienst einen angemessen musikalischen Rahmen.

„Einsatzkräfte verdienen Wertschätzung“

Nach einer Begrüßung durch Pfarrer André Beetschen, der seit einigen Jahren als stellvertretender Leiter der Notfallseelsorge amtiert, erinnerte Landrat Dr. Alexander Saftig an einen Vorfall, der sich vor etwa einem Monat in Koblenz ereignete. „Ein 47-jähriger Mann setzte vom Bahnhof Koblenz einen Notruf ab und gab an, Opfer einer größeren Schlägerei zu sein. Nachdem der gerufene Rettungswagen eingetroffen war, ließ der Mann sich behandeln und sprang anschließend putzmunter aus dem Auto. Später gab er zu, dass er die Rettungskräfte mit seinem Notruf testen wollte“, so Saftig, der sich immer noch fassungslos angesichts dieser Nachricht zeigte und fragte: „Sieht so Vertrauen in unsere Einsatzkräfte aus? Ist das die Wertschätzung, die Polizisten, Feuerwehrmänner und alle Rettungskräfte verdienen? ‚Selbstverständlich ist das nicht‘, so lautet das Motto des heutigen Blaulichtgottesdienstes, für den ich gerne die Schirmherrschaft übernommen habe. Gaffer oder Schaulustige behindern die Rettungskräfte bei ihrer täglichen Arbeit und gefährden vor allem die Unfallopfer erheblich, denn oft kommt es bei der Rettung nicht nur auf Minuten, sondern auf Sekunden an. Wir dürfen nicht vergessen, dass Einsatzkräfte 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr im Ernstfall immer für uns da sind. Für sie ist das eine Selbstverständlichkeit und genauso sollte es für uns eine Selbstverständlichkeit sein, ihnen unsere ganze Anerkennung und vor allem auch unsere Wertschätzung zuteilwerden zu lassen. Ich freue mich, dass wir nach vielen Jahren wieder einen Blaulichtgottesdienst feiern können. Hier haben wir die Möglichkeit, das in den Fokus zu rücken, was sonst oft viel zu kurz kommt. Wir haben die Möglichkeit, Ihnen unsere Anerkennung zu geben und die Wertschätzung zu zeigen, die Sie verdienen. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!“

Auch Verbandsgemeindebürgermeister Lempertz und Stadtbürgermeister Ammel fanden in ihren Ansprachen anerkennende Worte für alle Einsatzkräfte, denen sie ebenfalls für ihr unermüdliches Engagement von Herzen Dank sagten.

Im Anschluss an den Gottesdienst segneten die beiden Geistlichen noch das Anfang des Jahres angeschaffte Mehrzweckfahrzeug ein. FRE

Zu den anwesenden Gottesdienstbesuchern zählten Verbandsgemeindebürgermeister Jörg Lempertz (v. r.), Landrat und Schirmherr Dr. Alexander Saftig , Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Nell und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel.

Zu den anwesenden Gottesdienstbesuchern zählten Verbandsgemeindebürgermeister Jörg Lempertz (v. r.), Landrat und Schirmherr Dr. Alexander Saftig , Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Nell und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel.

Im Anschluss an den Blaulichtgottesdienst segneten Beetschen und Gorgen das neue Mehrzweckfahrzeug.

Im Anschluss an den Blaulichtgottesdienst segneten Beetschen und Gorgen das neue Mehrzweckfahrzeug.

Pfarrer André Beetschen von der evangelischen Kirche und die Gemeindereferentin Bärbel Gorges von der Pfarreiengemeinschaft Mendig zelebrierten gemeinsam einen ebenso festlichen wie nachdenklich stimmenden Gottesdienst. Fotos: FRE

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