Stadt Meckenheim veranstaltete weitere Bürgerdialoge zum Thema Hochwasser
Digitale Starkregenkarte wurde vorgestellt
Meckenheim. Im Rahmen der Aufarbeitung des Hochwassers vom Juli 2021 veranstaltete die Stadt Meckenheim mehrere Bürgerdialoge, die kürzlich mit entsprechenden Veranstaltungen in der Meckenheimer Schützenhalle sowie in der Mehrzweckhalle Altendorf fortgesetzt wurden. Im Fokus dieser beiden Bürgerdialoge stand die von der Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH aus Aachen erstellte Starkregenkarte für das Meckenheimer Stadtgebiet. Diese Starkregenkarte enthält ein digitales Geländemodell, mit dem sich in verschiedenen Rechenläufen Starkregenereignisse simulieren lassen. Die verschiedenen Stadtbereiche lassen sich auf dieser Karte online anklicken, Geländeprofil und errechneter Wasserabfluss werden angezeigt.
Mitmachen erwünscht
Innerhalb der Karte können die Bürgerinnen und Bürger Kommentare hinterlassen - mitmachen ist also ausdrücklich erwünscht. Entstanden ist die Starkregenkarte unter anderem anhand eines digitalen Geländemodells sowie durch Luftaufnahmen, Niederschlagswerte und die Ermittlung von Fließwerten. Neben Vertretern der Stadtverwaltung sowie von Hydrotec und Erftverband nahmen an den Bürgerdialogen in Meckenheim und Altendorf auch Berater des Aufbauteams des Rhein-Sieg-Kreises teil. Gut drei duzend Bürgerinnen und Bürger waren zur Infoveranstaltung in Altendorf gekommen, wo die Dialog-Atmosphäre zwischen emotional-aufgewühlt und sachlich-konstruktiv schwankte. Klar ist, das betonte auch Bürgermeister Holger Jung, dass die Umsetzung der geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen Zeit benötigen wird.
Interkommunales Hochwasserschutzkonzept
Ein probates Mittel in Sachen Hochwasserschutz- und Vorsorge ist ein interkommunales Hochwasserschutzkonzept, so wie es inzwischen auch im Ahrtal angelaufen ist. Dieses stellte Daniel Bittner vom Erftverband vor, der auch die Wichtigkeit der Schaffung von Regenrückhaltebecken unterstrich und mögliche Standorte für Meckenheim vorstellte. Er betonte zudem, dass in Sachen Hochwasservorsorge Einzugsgebiet-weit und nicht örtlich gedacht werden muss. Auch Bittner sagte, dass die Maßnahmen-Umsetzung von der Planung über die politischen Gremien bis hin zur Realisierung Zeit brauche, je nachdem mehrere Jahre. Lange Zeiträume, die vor allem bei den flutgeschädigten Bürgerinnen und Bürgern Frustration auslösen.
Angelaufene und geplante Maßnahmen
Allerdings laufen auch schon Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise umfangreiche Bach-Reinigungen, die Einrichtung eines Hochwasser-Kompetenz-Zentrums oder die professionelle Gewässerbegehung. Geplant sind zudem unter anderem ein Entlastungskanal für die Bonner Straße, die Einrichtung von Regenrückhalteflächen sowie ein mehrere hundert Meter langer Schutzwall im Bereich der Swistbachaue. Die neue Starkregenkarte ist online einsehbar unter https://www.mapview.hydrotec.de/models/Meckenheim-N100/viewer/index.html.
Die Starkregenkarte ist online einsehbar.
