Allgemeine Berichte | 06.03.2024

Kolumne (64)

Dorfgeschichte – Der Brunnen auf dem Zehnthofplatz (2)

Der Brunnen auf dem Zehnthofplatz. Foto: Klaus Peter Scholz

Odendorf/Essig. Bereits im Juli 2002 schrieb Herr Lutterbeck einen Brief an die Gemeinde Swisttal, in dem er sich gegen eine neue, größere Brunnenanlage aussprach:

„Wir, die „großen Deutschen“ neigen immer zu Größerem und Prächtigerem. Nicht nur die Hauptstadt Berlin steht kurz vor dem Ruin, auch die Länder und Kommunen klagen über leere Kassen und die Gemeinde Swisttal macht da keine Ausnahme. Da hat es mich schon gewundert, dass unser Brunnen auf dem Zehnthofplatz gegen eine größere Brunnenanlage ausgetauscht werden soll.“

Er argumentiert schließlich für eine Restaurierung des alten Brunnens.

Seine Meinung zum neuen Brunnen hat Herr Lutterbeck später auch in einem Leserbrief im General-Anzeiger am 8. August 2002 kundgetan.

Schließlich schlugen die Wellen auch bis zu den Mauern des Zehnthauses und damit zum Verein. Herr Spiegelhauer hatte bei dem Brunnenprojekt bildhaft gesprochen drei Hüte auf. Er war beruflich wissenschaftlicher Mitarbeiter im Amt für Denkmalpflege, er war Angehöriger der Auswahlkommission und er war Mitglied und Kulturwart im Verein Zehnthaus e.V.

Herr Lutterbeck hat das Verhalten von Herrn Spiegelhauer, der sich für einen neuen Brunnen eingesetzt hat, kritisiert und Unverständnis für seine Auffassung geäußert. Dadurch geriet der Verein Zehnthaus als Ganzes in die missliche Lage, scheinbar ebenfalls für einen neuen Brunnen zu votieren. Dazu hatte es vom Verein aber keine offizielle Verlautbarung gegeben. Herr Lutterbeck zog seine persönliche Konsequenz, in dem er seinen Austritt aus dem Verein Zehnthaus erklärte.

Doch die Brunnenplanung wurde umgesetzt. Die Gemüter hatten sich beruhigt. Den richtigen Rahmen für die Inbetriebnahme des neuen Dorfbrunnens auf dem Zehnthof-Platz bot das Dorffest 2002. Per Knopfdruck lief das Wasser über 4,8 Tonnen Basaltgestein, die Zuschauer applaudierten. Herr Lutterbeck demonstrierte mit Protest-Plakat.

Wie ist die Finanzierung gelaufen?

Heinrich Vornhagen hatte anlässlich seines 80. Geburtstags um Geldspenden gebeten. Dabei war eine Summe von 5.000 € zusammengekommen. Diesen Betrag stellte er für das Projekt zur Verfügung. Dazu kamen länger bewilligte Gemeindemittel für Dorferneuerungsmaßnahmen. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 20.000 bis 25.000 €.

Heute erzählt der Brunnen keine Geschichten mehr. Bei geeigneter Wetterlage plätschert sein Wasser und erfreut Klein und Groß. Die Sichtachse von der Straße aus und auch innerhalb des Zehnthofplatzes wird allerdings fast immer von parkenden Autos eingeschränkt. Schade. Vielleicht Zeit für einen neuen Protest?

Gemeindearchiv

Sammlung Zehnthaus

www.verein-zehnthaus.de

Der Brunnen auf dem Zehnthofplatz. Foto: Klaus Peter Scholz

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