Allgemeine Berichte | 29.11.2022

BUND Ahrweiler lud zu gut besuchtem Vortrag über die Flutkatastrophe

Dr. Haffke dokumentiert den Verlauf der Flut und äußert deutliche Kritik

Dr. Haffke beim Vortrag in Remagen.  Foto: privat

Remagen. Fast 20 interessierte Zuhörer*innen konnte die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler zu einem hybriden Vortrag mit dem Titel „Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 – Dokumentation und Analyse“ des Bonner Geographen Dr. Jürgen Haffke im Brauhaus Remagen begrüßen – weitere schalteten sich digital dazu.

Einführend stellte Dr. Haffke mit meteorologischen Karten die Wetterlage und die Niederschläge nördlich der Ahr im Vorfeld der Flutkatastrophe dar und verglich die Wasserpegel und den -abfluss im Juli 2021 mit den historischen Hochwassern der Jahre 1804 und 1910.

Das Hauptaugenmerk des Vortrags legte der Referent aber auf die Dokumentation der Überflutungsbereiche und der dabei entstandenen Schäden. Mit eindrucksvollen Bildern und Luftaufnahmen vor und nach der Flut zeigte er auf, dass es bereits am Nachmittag des 14. Juli im – in der Öffentlichkeit oftmals unbeachteten - Bereich der Jungen Ahr und den Nebenflüssen zu dramatischen Überschwemmungen und ersten Todesopfern kam und zeichnete den Weg der Flutwelle bis zur Mündung in den Rhein.

Neben deutlicher Kritik an den verspäteten Warnungen der Anlieger im Bereich der Mittleren und Unteren Ahr äußerte er hierbei Unverständnis über die oftmals unkoordinierten Aufschüttungen entlang des Ahrufers, die den Fluss wieder einengen und ihm den Raum bei zukünftigen Hochwassern nehmen. Auch die These, dass Verklausungen an den Brücken zu einem höheren Pegel geführt haben, sah er nicht bestätigt. Vielfach lag dieser weit über den Brückengeländern, so dass Treibgut über diese hinwegschwamm. Außerdem wurden oftmals die Anrampungen der Brücken zerstört und das Wasser floss außen an den Brückenbögen vorbei. In diesem Zusammenhang wies Dr. Haffke auch darauf hin, dass das Fällen gesunder Bäume in Ufernähe, um zukünftige Verklausungen durch abgebrochene Bäume zu vermeiden, kontraproduktiv gewesen sei. Unter anderem durch die an Bäumen entstehenden Wasserwirbel könne eine zukünftige Flutwelle abgebremst werden und so weniger zerstörerisch wirken.

Im Dezember erscheint auch ein Buch von Dr. Haffke und weiteren Autoren u.a. auch zwei BUND-Mitgliedern aus dem Kreis Ahrweiler, die an dem Abend auch anwesend waren und die Gelegenheit nutzten, alle Anwesenden herzlich zur Buchvorstellung am 12. Dezember einzuladen.

Pressemitteilung

BUND Kreisgruppe Ahrweiler

Dr. Haffke beim Vortrag in Remagen. Foto: privat

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