Kultur im A.K.T. e.V.
Dr. Mathias Jung zeigte Wege zu den Schätzen
Montabaur. Kurz nachdem sich die Türen der Stadthalle für den Vortrag „Die Schätze der Kindheit bergen“ öffneten, war der Saal gefüllt. Es war der erste Vortrag, den der Förderverein „Kultur im A.K.T. e.V.“, seit dem Umzug aus den Räumen des Atelier Kunst und Therapie, im Kino-Capitol-Komplex, in die Ederstraße veranstaltete.
Es ist noch nicht lange her, da richtete sich der Blick fast aller Therapie-Richtungen fest auf die Wunden, die Deformation, das Trauma, wenn Menschen Hilfe in Anspruch nahmen, so Heike Schönborn in der Anmoderation. Es ist bereits das 62. Buch, das der bekannte Psychotherapeut, Philosoph und Autor Dr. Mathias Jung veröffentlichte. Den Blick auf die Schätze der Kindheit zu werfen und sie einzusammeln wie kostbare Perlen, hilft den Menschen die Richtung ihres Denkens und Fühlens zu ändern. Die Wunden dürfen heilen, das Gute kann als Kraftquelle in der Gegenwart genutzt werden.
In seiner gewohnt warmherzigen und tiefsinnigen Art, berichtete Jung anhand zahlreicher Beispiele aus seiner therapeutischen Praxis. Auch bekannte Persönlichkeiten ließ er dabei zu Wort kommen. Wie zum Beispiel Hape Kerkeling, der bereits früh seine unter Depressionen leidende Mutter durch Suizid verlor und dennoch ihre guten Eigenschaften und glücklichen Stunden mit ihr, als nährendes Erbe seiner Kindheit sieht. Jung sprach auch über seine eigene Kindheit im Nachkriegsdeutschland. Er warb eindrucksvoll um Verständnis gegenüber der, aus heutiger Sicht schwer nachvollziehbaren Strenge und Enge in der Erziehung dieser Generation. Manchmal seien die guten Seelen und hilfreichen Geister der Kindheit nicht die überforderten Eltern, sondern ein Geschwisterkind, eine gütige Nachbarin, oder ein großer warmer Hund. Sichtlich berührt nutzten viele der Besucher die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch, nach dem Vortrag. Mareike Jung, Afra Drüner und Heike Schönborn vom Förderverein Kultur im A.K.T. e.V. freute sich über den gelungenen Abend und luden die Gäste ein sich mit eigenen Ideen, Tatkraft oder einer Mitgliedschaft in dem gemeinnützigen Verein zu engagieren. Nähere Informationen und weitere kulturelle Veranstaltungen unter www.atelierkunstundtherapie.de.
