Allgemeine Berichte | 11.02.2020

Karnevalsfreunde Blau Blau Heppingen

Draußen tobt Sabine, im Saal tobt der Bär

Die Besucher im Bürgerhaus sahen Büttenreden und Tanzdarbietungen auf höchstem Niveau

Der Spielmannszug Heppingen.Fotos: IT

Heppingen. Dicht an dicht ist am Sonntagnachmittag der Saal im Heppinger Bürgerhaus mit Narren gefüllt. Die Karnevalsfreunde Blau Blau Heppingen hatten eine großartige Sitzung versprochen. Die Gruppe um Christoph Schäfer und Markus Fuchs macht keine leeren Versprechungen, die beiden sind die Seele der Veranstaltung. Wobei Christoph behauptet, Markus hätte die Organisation im Alleingang durchgezogen. Er wäre nur der „Schnüsseschwader“. Wie dem auch sei, es beginnt schon mal ohrenbetörend und bunt mit dem Einmarsch des Heppinger Spielmannzugs, deren Männer und Frauen kräftig die Instrumente bearbeiten.

Nach einem karnevalistischen Potpourri dürfen die „Schwaderlapps“, Andrea Weiss und Michael Matern, ihren Platz auf der Bühne einnehmen. Ein Ehepaar, das sich die Anschuldigungen nur so um die Ohren haut, um später glücklich miteinander zu tanzen. Tanzen kann auch der „Zoo“ aus Kripp. Der Sportverein kam mit dem Kinderprinzenpaar Prinz Luca l. (van Hove) und Prinzessin Saskia l. (Hansen), deren familiäre Wurzeln bis nach Heppingen reichen. Und dann waren da noch Tanzflöhe, Tanzmäuse und Tanzhasen, die je einen Tanz aufführten. Es war schon ein Gewusel auf der Bühne, als sie für die Tanzsterne, also die älteren der Tanzgruppen, die Bühne für deren grandiose Aufführung räumen mussten. Die etwa 60 Kinder von Klein bis Groß waren mächtig stolz, als sie mit Applaus und Wurfmaterial den Saal verließen.

DJ Buddy hatte die Finger am richtigen Regler, wenn es galt, die 170 Leute mit Schunkeln und Tusch bei Stimmung zu halten. Als Andreas Marquard einmarschierte und von seinen Missgeschicken mit dem billigen Wohnwagen berichtete, der ihn ins Knollefeld katapultierte, war humoristischer Stress angesagt. Erst recht, wenn er mit Trude Herr weiß machen möchte, dass er keine Schokolade will. Gern ließen ihn die Gäste nicht gehen, doch die Bergziegen aus Ramersbach mit ihren lustigen Zöpfen brannten drauf, ihren kecken Tanz zu zeigen. Sie waren nicht allein gekommen, die Bergziegen, sondern auch die Showtanzgruppe aus Ramersbach – und die hatte ordentlich Schmiss drauf.

Wer die Breiköpp kennt, der weiß, was er sich bei deren Vortrag antut. Mit todernstem Gesicht kauderwelschen Vater Kurt und seine Töchter Vera und Pia über Politik, Sprachwissenschaften, Seepferdchen und Nilpferde. Da bleibt kein Auge trocken – und alle freuen sich schon aufs nächste Jahr.

One Dream – ein Traum ist die Gruppe wahrhaftig. In diesem Jahr heißt ihr Thema „Manege frei, der Zirkus kommt“. Mit vielen schwierigen Tanzelementen gespickt wirkt die Darbietung richtig peppig und leicht. Mal wieder was Schönes für die Augen. Was dann folgte, war Humor aus der Eifel von dem „Een on dem Anne“ aus Hönningen, die zum einen gekonnt den Besserwisser und zum anderen den beschlagenen Trottel spielen. Das gelingt ihnen jedes Jahr mit Erfolg aufs Neue.

In der folgenden Pause traute sich kaum jemand raus, weil der Orkan Sabine die Feuerzeuge ausblies und jede denkbare Lücke suchte, um in den Saal zu kommen. Doch dahin kam Fiasko – und schon beim ersten Lied standen alle auf den Bänken und sangen kräftig mit. So viele Zugaben wurden verlangt und auch gespielt. Selbst „Immer, wenn et Naach weed“ sollte nicht das Schlusslied sein. Christoph musste eingreifen, denn „Woosch on Wööesche“ hatten allerhand Traatsch vom Fiensche, Uschi und sämtlichen Witwen und Waisen breitzutreten. Und Durst hatte sie. Umso mehr sie tranken, umso mehr fiel ihnen ein – und umso mehr bebte der Saal. Es war bald nicht mehr zu toppen. Da gehörte wieder was für die Augen hin.

Das besorgte hervorragend das Männerballett No Maam aus Reifferscheid. Mit einer unverkennbaren Eleganz schmissen sie ihre Beine, bauten Pyramiden – und das alles taktgenau. Die Damen im Saal waren begeistert und hätten gern noch mehr gesehen. Doch die Gesandtschaft der Bachemer Karnevalsgesellschaft stand schon mit der Kinderprinzessin Eva ll. bereit, um ihre Aufwartung zu machen. Die ganze Bühne füllten sie mit Funken und Fünkchen, Begleitkorps und einem männlichen Langhaarperückenträger. Es herrscht eine innige Verbundenheit zwischen den beiden Vereinen. Nachdem alle Funken und Fünkchen ihre Tänze gezeigt haben, flattern die Bachemer Merle (Amseln) herein. Diese Gruppe ist bekannt für schwierige Hebefiguren und schnelle Schrittfolgen. All dies schließt auf eine fleißige Trainingsarbeit – und die Heppinger wissen es zu schätzen. Orden wurden getauscht und Versprechen für das Kommen im nächsten Jahr gegeben.

Damit war auch schon das Ende der Sitzung gekommen. Doch halt, da fehlt noch Jeckediz. Was die Männer um Dirk Schoenmackers auspacken und zum Besten geben, ist gute Laune pur, die ungefesselt das närrische Volk erreichte. Die Leute im Saal waren nicht mehr auf den Bänken zu halten und sangen sich heiser.

Beim Finale bedankte sich Christoph Schäfer ausdrücklich bei den Helfern, den Akteuren und bei Markus Fuchs für diesen überaus närrischen Nachmittag und verspricht fürs nächste Jahr eine Wiederholung. Besser kann es nicht sein.

Die Abordnung aus Kripp.

Die Abordnung aus Kripp.

Andreas Marquard frisch aus dem Knollefeld.

Andreas Marquard frisch aus dem Knollefeld.

Der Spielmannszug Heppingen.Fotos: IT

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