Allgemeine Berichte | 24.04.2026, 15:00 Uhr

EIN-Spruch: Ein Baum für das Leben

Nadine Kreuser.  Foto: privat

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Vielleicht macht genau diese Verbindung den Brauch bis heute so besonders. Da ist auf der einen Seite die große Gemeinschaft, die zusammen anpackt und sichtbar macht: Wir gehören zusammen. Und auf der anderen Seite die kleine, persönliche Geste für einen einzelnen Menschen. Beides gehört zum Leben dazu – das Miteinander im Großen und die Aufmerksamkeit füreinander im Kleinen.

Der Brauch selbst ist alt. Ursprünglich stand der Maibaum für Fruchtbarkeit, für Wachstum und für die Hoffnung auf ein gutes Jahr. Ein Baum als Symbol für das Leben selbst – verwurzelt, aufgerichtet, dem Himmel entgegen.

Ich mag dieses Bild.

Denn auch im christlichen Glauben spielen Bilder aus der Natur immer wieder eine große Rolle. Bereits in der Genesis begegnet uns der Baum als Symbol für Leben, Erkenntnis und Verantwortung. Auch später tauchen Gärten und Bäume immer wieder in biblischen Geschichten auf – etwa im Garten Getsemani, dem Ort von Angst, Gebet und Hoffnung. Und selbst das Kreuz, aus Holz gemacht, trägt diese Ambivalenz in sich: Es steht für Leid und Tod – und gleichzeitig für Hoffnung und neues Leben.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem sich Tradition und Glaube treffen.

Ein Maibaum entsteht nicht von allein. Es braucht Menschen, die tragen, festhalten und mithelfen. In einer Welt, in der vieles schnell, digital und individuell geworden ist, braucht Gemeinschaft plötzlich wieder echte Begegnung und gemeinsames Tun.

Aber vielleicht liegt genau darin seine Stärke. Denn auch unser Leben trägt sich selten allein. Es braucht Menschen, die mitgehen, unterstützen und uns manchmal einfach zeigen: Du bist nicht allein. Ein Maibaum erinnert daran, ohne viele Worte.

Und vielleicht ist das seine eigentliche Botschaft: Dass Leben wächst, wenn wir es gemeinsam tragen. Und dass das, was uns aufrichtet, oft dort entsteht, wo Menschen füreinander da sind.

Nadine Kreuser. Foto: privat Foto: Apple Photos Clean Up

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Magazin Rheinbacher Ausbildungsmesse
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Sonderseiten Pellenzer Ausbildungsmesse
Kirmes Ettringen 2026
Empfohlene Artikel
Im Rahmen der Veranstaltungsreiche „Medizin verstehen“ informiert Dr. Thomas Lepping (Chefarzt Akutgeriatrie und Frührehabilitation, li.) über typische Anzeichen, mögliche Auslöser sowie Vorbeugung und Behandlung von Delir-Zuständen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
9

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Operation ist gut verlaufen, doch plötzlich ist die 90-jährige Patientin nicht mehr wiederzuerkennen: Sie ist unruhig, verweigert Medikamente und fragt nach ihrem bereits verstorbenen Ehemann. „Hinter der plötzlich auftretenden Verwirrtheit kann ein akutes Delir stecken“, erklärt Dr. Thomas Lepping, Chefarzt der Akutgeriatrie und Frührehabilitation am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Weiterlesen

Das Band wird durchschnitten – die Wiederaufbaumaßnahmen in der Niederhut sind abgeschlossen.
32

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Stadt, denn man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Niederhutstraße eine Hauptschlagader von Ahrweiler ist. Ein wichtiges Zeichen für den Fortschritt unseres Wiederaufbaus, denn diese Straße ist weit mehr, als Asphalt, Pflaster und neue Leitungen. Sie ist ein Teil der Innenstadt Ahrweilers, ein Ort der Begegnung und des täglichen Lebens.

Weiterlesen

Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand der Neuwieder Gruppe von Amnesty International.
22

Neuwied. Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand, den die Neuwieder Gruppe von Amnesty International aufgebaut hatte. Die AI Aktivisten prangerten vor allen Dingen diese Menschenrechtsverletzung in Diktaturen an, und sendete eine Petition an die Regierungsstelle von El Salvator, zu deren Unterschrift aufgerufen wurde und viele Passanten diese Form des Protestes mit ihrer Unterschrift unterstützten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
1247

Für rund zweieinhalb Stunden blieb es dunkel:

05.09.: Langer Stromausfall in Remagen und Sinzig

Sinzig/Remagen. Am Samstagabend kam es um 20.07 Uhr zu einem Kurzschluss im Bereich der Umspannanlage Sinzig. In der Folge fiel im Bereich von 31 Netzstationen der Strom aus. Betroffen waren Haushalte in Sinzig und Remagen.

Weiterlesen

Symbolbild.
1202

Nach dem Crash flüchtete der Verursacher zunächst zu Fuß von der Unfallstelle

07.09.: Kreis AW: Britischer Autofahrer missachtet Rechtsverkehr: Verletzte und Totalschaden nach Frontalkollision

Quiddelbach. Der Fahrer eines britischen Pkw befuhr am Freitagabend gegen 19:40 Uhr die B 257 von Quiddelbach kommend in Fahrtrichtung Müllenbach. Dabei nutzte er über einen längeren Zeitraum den linken Fahrstreifen. Ausgangs einer Linkskurve oberhalb von Quiddelbach kollidierte der schwarze Pkw frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Weiterlesen

Nach der Flut bewiesen Gisela Dieringer und Brigitte Gafinen Durchhaltevermögen.
731

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach mehr als 150 Jahren endet eine außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte: Das traditionsreiche Schuhhaus Rollmann in Bad Neuenahr schließt seine Türen. Damit verliert die Innenstadt ein Geschäft, das für Generationen von Kundinnen und Kunden weit mehr war als nur ein Ort zum Schuheinkaufen, sondern einen Platz für Begegnungen und Gespräche. Nun haben sich die...

Weiterlesen