Allgemeine Berichte | 06.11.2018

Erfahrungsaustausch zum Scheitern, Lernen und Weitermachen bei ISSO

Ein Blick über den Tellerrand

Im Rahmen der Veranstaltung fand ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen regionalen Gründerinnen, Gründern, Hochschulen und Unternehmen statt. ISSO

Koblenz. Nicht nur für Gründer*innen und Gründungsinteressierte ist er lohnenswert - ein Blick hinter die Kulissen von Startups und Organisationen im Wandel. Unterstützt durch die IHK Koblenz und die Wirtschafts- und Wissenschaftsallianz Koblenz (WWA) organisierte und moderierte ISSO einen ehrlichen und reflektierten Erfahrungsaustausch von Gründer*innen und Unternehmen, die über ihren Geschäftsstart und über aktuelle Veränderungen in ihren Organisationen berichteten. Das Format „out of the box“ entstand dabei ursprünglich 2016 als Erfahrungs- und Austauschveranstaltung in Zusammenarbeit mit Studierenden aus dem Gründungsbüro der Universität Koblenz-Landau und bietet seither den Raum für die Unterstützung von Innovationen und jungen Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region – einer Herzensangelegenheit von ISSO. Zum Veranstaltungsauftakt begeisterte Holger Heinze mit den Schilderungen seines Scheiterns als sozialer Unternehmer (social entrepreneur) die Zuhörerinnen und Zuhörer durch seine offene und unverblümt ehrliche Art.

Scheitern ist keine Schande

Scheitern ist keine Schande, es ist Ausdruck von Mut, Tätigkeit und Aktivität, so will er es verstanden wissen - auch dann, wenn man wie er mit dem angestrebten Geschäftskonzept keine Erfolgsstory geschrieben hat. Das von ihm entwickelte Geschäftsmodell ging Pleite und nach 24 Monaten hat er Ende dieses Jahrs seine Schulden abbezahlt. 16 Fallstricke seiner kurzen und intensiven Unternehmensgeschichte trug er bei „out of the box“ vor und leitete daraus ganz konkrete Erkenntnisse ab, die anderen dabei helfen sollen, eben diese Fehler zu vermeiden. Genau darin lag die besondere Qualität seines Vortrags, denn Erkenntnisse aus den eigenen, negativen Erlebnissen zu extrahieren und diese offen weiterzugeben gelingt nicht jedem. Holger Heinze hat dies mit einer erfrischenden Leichtigkeit vorgebracht. Seine mitreißende Art kam bei unerfahrenen und erfahrenen Unternehmer*innen gleichermaßen gut an. Zwei spannende Diskussionsrunden beleuchteten im Anschluss weitere Facetten des Lernens und kontinuierlichen Gestaltens als (Jung)Unternehmer. Felix Bartsch moderierte den Dialog zwischen regionalen Gründerinnen und Gründern, die innerhalb der letzten fünf bis sieben Jahre ein eigenes Unternehmen gestartet haben und die über ihre persönlichen Erfahrungen und den Mut, den es zum Gründen braucht, sprachen. Der Blick hinter die Kulissen der vier persönlichen Gründungsgeschichten von Julia Kasper (holzgespür), Daniel Zacharias (sdui), Stefan Pandorf (Particulate) und Norman Kreuter (EVISCAN) verdeutlichte vor allem deren jeweils ganz eigene Motivation. Meist gibt es einen persönlichen Bezug, vielleicht sogar basierend auf eigenen Erfahrungen, zur Gründungsidee. In einer Sache waren sich die jungen Unternehmer*innen einig: für den Start braucht es – neben einer ordentlichen Portion Mut - vor allem viel Beharrlichkeit und Ausdauer, um aufkommende Zweifel und Fallstricke zu überwinden. Einigkeit herrschte auch beim nachfolgenden ISSO-Talk, bei dem Dr. Kornelia van der Beek (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Daniela Braun (Hochschule Koblenz), Monika Hauck (WHU), Fred Häring (Stabilus) und Patrick Schneider (Debeka Innovation Center, DICE) sich darüber austauschten, wie Organisationen nachhaltig unternehmerisches und innovatives Denken sichern können. Unternehmerischer Spirit, so die einstimmige Meinung, ist in jeder Organisation sehr wertvoll und wird zukünftig notwendiger sein denn je. Denn besonders in Zeiten sich stetig und immer schneller wandelnder Arbeitsmärkte benötigt eine erfolgreiche Organisationsentwicklung und -führung ein innovatives Management und agile Prozesse. Die Hochschulen fühlen sich in der Verantwortung, einerseits Gründungen anzuregen und Impulse hierfür zu bieten und andererseits, Unternehmen mit dem nötigen Handwerkszeug und entsprechenden Weiterbildungsangeboten zu unterstützen. Seit 2017 bietet die WHU Otto Beisheim School of Management beispielsweise ein besonderes Masterprogramm mit Fokus auf „Unternehmertum“, den Master in Entrepreneurship, an. Unternehmerisches Denken wird für alle gesellschaftsrelevanten Fragen benötigt – eine Feststellung, die in sich nicht neu ist und zu der sich vor Jahrzehnten bereits Peter F. Drucker, der anerkannte Managementforscher und Berater von internationalen Unternehmen bekannte.

Fehler gehören dazu

Doch innovatives Denken und Risikoabwägung benötigen eben auch die Bereitschaft, Fehler zu machen. Gleichzeitig führt die Angst vor Veränderung oft zu Stagnation – und das ist in turbulenten Zeiten wie den heutigen nicht ungefährlich und führt möglicherweise zu einem größeren Risiko. Denn nichts bleibt, wie es ist, das wissen Unternehmer und es ist Teil ihrer Verantwortung, eine passende Kultur hierfür zu etablieren. Dafür gibt es viele Wege, die auch im neuen Debeka Innovation Center (DICE) aufgegriffen werden. In seiner Rolle Zukunft zu gestalten wird ISSO auch in den kommenden Jahren diesen reflektierten Erfahrungsaustausch zwischen Gründerinnen, Gründern, Hochschulen und Unternehmen in der Region Koblenz durchführen. Die nächste Netzwerkveranstaltung für Gründer*innen und Organisationen findet am Donnerstag, 13. Dezember ab 19 Uhr in den Räumlichkeiten von ISSO im Dreikönigenhaus statt. Weitere Informationen gibt es immer tagesaktuell auf www.isso.de

Pressemitteilung des

ISSO-Institutes

Im Rahmen der Veranstaltung fand ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen regionalen Gründerinnen, Gründern, Hochschulen und Unternehmen statt. Foto: ISSO

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