Chor-, Solisten- und Instrumentalkonzert des Männerchores Koblenz-Horchheim
Ein Konzert, das unter die Haut ging
Koblenz. Kraftvoll eröffnete der Chor sein diesjähriges Konzert in der Horchheimer Pfarrkirche St. Maximin mit dem bewährten „Festgesang“ von Christian Siegler, dessen getragener Teil bereits die Intonations- und Modulationsbreite andeutete, die der Chor im Laufe des Abends sicher beherrschte. Schon der anschließende „Gefangenenchor“ aus Beethovens Oper „Fidelio“ mit seinen Intonationswechseln und häufigen Solostimmen erfreute nicht nur das zahlreich erschienene Publikum mit seiner präzisen Wiedergabe, sondern ließ auch die erweiterten Leistungsgrenzen erahnen, die der Chor ausfüllen kann. Die hier gezeigte Präzision und Vielfalt blieb bestimmend für den Abend.
Auch in der zweiten Themengruppe der geistlichen Lieder erklang die wunderbare Harmonik von Felix Mendelssohns „Beati mortui“ wohltuend und wurde von Hans Georg Nägelis „Motette“ angenehm sekundiert. Im anschließenden Teil der ausgewählten Lieder brachte der Chor mit Adolf Kempkens „Das ist die Nacht“ und Georg Nellius‘ „Mein Dorf“ (aus der Zeit des Ersten Weltkrieges) die innewohnende Ruhe zum Klingen. Im vierten und letzten Teil beendete der Chor den Abend mit Ernest Golds sehnsuchtsvollem „Exodus“ und Jerome Kerns „Ol‘ Man River“, beide in Chorarrangements von Eddy Rhein.
In den vokalen Solopartien überzeugte das aus Chorsängern gebildete Gesangsquartett (Martin Jung/Solopassagen auch im Gefangenenchor, Andreas Höhler/Solopassagen auch im Gefangenenchor sowie in „Exodus“ und „Ol‘ man River“ sowie Thomas Krekeler und als Projektsänger Hajo Ruof) mit John Dowlands „Fine knacks for ladies“ aus der Zeit um 1600 und Billy Joels „For the longest time“ aus dem amerikanischen Pop.
Den glanzvollen Höhepunkt des Abends bildete auch in diesem Jahr das bonnFUOCOtrio. Die drei Solistinnen Anna Bülles (Flöte), Natalia Kazakova (Violoncello) und Maria Streltsova (Klavier - auch in der Chorbegleitung) begeisterten durch ihr virtuoses Spiel und den Abwechslungsreichtum ihrer Stücke. In zwei Sätzen aus Carl Maria von Webers Trio für Flöte, Violoncello und Klavier wechselten sie von der verhaltenen „Schäferklage“ zum spritzigen „Scherzo“ und ließen in Yuriy Shchurovskyis „Romance“ und „Tanz“ sowohl Melancholie als auch tänzerische Leichtigkeit anklingen, beides offensichtlich auch in der ukrainischen Musik zu Hause. In ihrem dritten Beitrag schließlich spannten sie den Bogen von Gabriel Faurés getragener „Sicilienne“ über eine wechselvolle „Humoreske“ aus Anton Dvoráks gleichnamigem Klavierzyklus bis hin zu Johannes Brahms‘ fünftem der „Ungarischen Tänze“, mit dem sie ihren Konzertbeitrag furios beendeten.
Dem lang anhaltenden Applaus gaben sie und die Sängerinnen und Sänger mit dem stimmlich anspruchsvollen „California dreamin‘“ nach und beendeten damit einen großartigen Konzertabend unter der bewährten Moderation von Jopa Schmidt.
Diese Leistung verdankt der Chor seinem Chorleiter Wassily Kotykov, der die Sängerinnen und Sänger über Jahre hinweg motiviert, geduldig geformt und am Konzertabend souverän geleitet hat. BA
