Allgemeine Berichte | 23.03.2016

In Eigenleistung entsteht auf dem ehemaligen Kreativspielplatz in Kettig ein Dirtbikepark

Ein Leuchtturmprojekt Jugendlicher

15 bis 20 junge Leute schuften in den Ferien jeden Tag am Kettiger Bach – Ortsbürgermeister ist hellauf begeistert

Trotz der Arbeiten ist an einer Stelle schon Dirtjump möglich, über den auch Ortsbürgermeister Peter Moskopp staunt. HEP

Kettig. Jugendliche sitzen nur an PC oder Tablet, spielen und chatten in sozialen Netzwerken. Wer dies glaubt, sollte einmal an den Kettiger Bach  fahren, denn dort zeigen Jugendliche, die mit Schaufeln, Spaten und Hacken schuften, dass dieses Vorurteil nicht stimmt. Auf dem ehemaligen Kreativspielplatz „In der Pfütze“ bauen die Jugendlichen sich einen Dirtpark. Der Name kommt von den sogenannten Dirtbikes (Schmutzfahrräder). Diese kleinen, extrem stabilen Mountainbikes werden eingesetzt zum „Dirtjump“ (Sprung), und dazu ist natürlich entsprechendes Gelände erforderlich.

Der Kettiger Ortsbürgermeister Peter Moskopp ist hellauf begeistert von diesem Leuchtturmprojekt der Jugendlichen und schilderte vor Ort, wie es dazu kam: „Der Kreativspielplatz wurde vor 15 Jahren von der Gemeinde eingerichtet, ist aber in den vergangenen Jahren immer mehr in Vergessenheit geraten. Vor einem Jahr kamen drei Jungs zu mir in die Bürgersprechstunde und erklärten, dass sie einen Dirtplatz möchten. Derzeit fahren sie in einem kleinen Wäldchen.“ Das schaute Moskopp sich mit den Jugendlichen an und fand heraus, dass dies privates Gelände ist, also alles fraglich, kein Versicherungsschutz und weitere Probleme für die Dirtbiker.

Beeindruckende Präsentation der Jugendlichen

Doch der Ortsbürgermeister hatte eine Idee, er zeigte Janis Schäfer, Niko Stadach und Tobias Rohm den ehemaligen Kreativspielplatz, den die drei  als ideales Gelände für einen Dirtbikepark bezeichneten. Moskopp aber stellte eine Bedingung: „Ihr macht das selbst, nehmt Schaufeln, Hacken, Schubkarren, wühlt im Dreck und baut das so, wie Ihr das haben wollt.“ Das sagten die jungen Leute zu, jedoch musste der Ortsbürgermeister noch die Zustimmung von Ausschüssen und dem Gemeinderat haben: „Da gaben die Jungs eine Topvorstellung mit einer Powerpointprojektion und konnten alle Fragen zum Dirtbiken beantworten, die haben das ganz hervorragend gemacht“, lobte Moskopp. Und auf die Frage von Ratsmitgliedern, wieviel Geld man denn für den Dirtpark brauche, hieß es: „Keines, das beschaffen wir uns selbst, wir wollen nur, dass Gemeinderat und Bürgermeister dahinterstehen, denn das öffnet uns die Türen für Sponsoren.“ Bei so etwas können Ausschüsse und Gemeinderat natürlich nur „ja“ sagen.

Sposoren und Spender sind noch willkommen

Inzwischen gelang es auch, von Sponsoren etwas Geld für Baggerarbeiten zu bekommen, und so konnten etwa 15 Jugendliche am Kettiger Bach am vergangenen Wochenende mit den Erdarbeiten beginnen. „Wir brauchen aber noch weitere Spender, die sich im Gemeindebüro melden können, denn Mutterboden ist notwendig“, richtete der Ortsbürgermeister einen Appell an Firmen und Privatleute. Denn noch reichen die Finanzen nicht, um den Dirtplatz noch den Vorstellungen der Biker bis zum Sommer fertigzustellen: „Wir brauchen noch Bretter,  um Sprungschanzen zu bauen und den Bach zu integrieren, je mehr Sponsoren, um so besser“, meinte Janis Schäfer.

„Wenn die Jungs aber dringend was benötigen, wird die Gemeinde nicht nein sagen, denn ich stehe voll hinter denen und finde das einmalig. Dieses Engagement findet man in anderen Orten selten. Oft heißt es, wir hätten gerne, da wird Geld in die Hand genommen, werden teure Planer beauftragt und eine pädagogische Studie erstellt. Hier in Kettig verwirklichen die Jugendlichen sich selbst“, unterstrich Moskopp. Der Bauhof der Gemeinde stellte für die Arbeiten Spaten, Schaufeln, Schubkarren, Hacken, Äxte und Pickel zur Verfügung. Unterstützt und betreut wird dieses Projekt aber auch von Angela Just von der kommunalen Jugendpflege der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Aber nicht nur sie, sondern auch die Eltern der jungen Leute sind angetan von diesem Dirtbikepark, denn der ist, da mitten im Ort, im Herbst und Winter sogar beleuchtet.

Jedenfalls haben die Jugendlichen noch viel Arbeit und es muss noch einiges an Erde bewegt werden, bis im Sommer die Eröffnungsparty starten kann.

Die Jugendlichen haben bis zur Eröffnungsparty im Sommer noch viel Arbeit in ihrem Dirtbikepark.

Die Jugendlichen haben bis zur Eröffnungsparty im Sommer noch viel Arbeit in ihrem Dirtbikepark.

Mit Schaufeln Hacken Spaten und Pickeln bauen Kettiger Jugendliche ihre Dirtbikepark.

Mit Schaufeln Hacken Spaten und Pickeln bauen Kettiger Jugendliche ihre Dirtbikepark.

Selbst vor der Schwerarbeit mit diesem Baumstamm haben die Kettiger Jugendliche keine Angst.

Selbst vor der Schwerarbeit mit diesem Baumstamm haben die Kettiger Jugendliche keine Angst.

Trotz der Arbeiten ist an einer Stelle schon Dirtjump möglich, über den auch Ortsbürgermeister Peter Moskopp staunt. Fotos: HEP

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Dauerauftrag 2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Werksverkauf Anhausen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Kirmes Polch
Brunchanzeige
Titelanzeige
Maibaumstellen in Heimersheim
Empfohlene Artikel
11

Koblenz. Die Einführung des Diakonats der Frau ist seit Jahren ein wichtiges Anliegen des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), des Netzwerks Diakonat der Frau sowie vieler Katholikinnen weltweit und hier vor Ort.

Weiterlesen

Weitere Artikel
14

Kostenlose Beratung und Unterstützung

Beratungsleistungen der Gemeindeschwesterplus

Kreis Neuwied. Die Gemeindeschwesterplus bietet kostenlose Beratung und Informationen zu gesundheitlichen Themen wie Sturzprävention, Ernährung, Bewegung und vielen weiteren Aspekten - auch bei Hausbesuchen.

Weiterlesen

Symbolbild.
79

Astrologische Vorschau für die KW 18: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 27. April bis 3. Mai 2026

Mit dem Übergang vom April in den Mai beginnt eine Woche, die von Aufbruch, Begegnungen und kleinen Wendepunkten geprägt ist. Rund um den 1. Mai rücken Feste, Traditionen und zwischenmenschliche Beziehungen in den Mittelpunkt. Das Feiern in den Mai hinein sorgt für Leichtigkeit, während alte Bräuche wie das Aufstellen des Maibaums für romantische Zeichen und neue Impulse stehen. Gleichzeitig fordert die Woche dazu auf, auf die eigene Balance zu achten und Chancen bewusst zu nutzen.

Weiterlesen

12

Jiddische Musik und Märchen

Klezmer märchenhaft

Koblenz. Klezmer märchenhaft - Jiddische Musik und Märchen am Samstag, 2. Mai 2026, 18 Uhr in der Christuskirche Koblenz, Friedrich-Ebert-Ring / Hohenzollernstraße.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Kirmes in Polch
Kirmes Polch
Handwerker im Außendienst
Heizölanzeige
Suchen Auslieferungsfahrer
Schulhausmeister
Genusstage 17./18.04.
Handwerkerhaus
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Kirmes Löhndorf
Anzeige Lagerverkauf
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Kirmes Polch