Die Hoffnungen und Danksagungen von geflüchteten Familien schmücken nun einen Weihnachtsbaum in Rheinbreitbach
Ein Stern, der unsere Wünsche trägt
Rheinbreitbach. Geflüchtete Neubürger und Alteingesessene haben gemeinsam in einer besonderen Aktion einen der Weihnachtsbäume in Rheinbreitbach geschmückt. Die Idee dazu entstand bei einem der Treffen im Café für Frauen und Kinder. Den Anstoß gab Felicitas Felinger vom KKF, die auch das Café ins Leben gerufen hat. Der Baum sollte jedoch nicht nur gemeinsam festlich geschmückt werden, sondern man wollte durch den Schmuck auch eine Botschaft senden: Danke an Deutschland und an den Ort Rheinbreitbach und seine Menschen, welche die Geflüchteten intensiv unterstützen und begleiten. Aber auch Wünsche und Hoffnungen sollte der Baum tragen, so wie „Friede in der Heimat“ - der sehnlichste Wunsch aller. Er sollte in allen Sprachen der Beteiligten gut sichtbar am Weihnachtsbaum stehen. Für alle anderen, sehr persönlichen Wünsche und Danksagungen gestaltete Sibylle Meyer, Koordinatorin des Kontaktkreises Flüchtlinge in Rheinbreitbach, rote Herzen und Sterne.
Und die reichten bei Weitem nicht aus, um alles, wofür Danke gesagt werden wollte aufzuschreiben. „Alle sind dankbar dafür, gut untergebracht zu sein und alles zu haben, was man braucht“, so Meyer, die die Gelegenheit nutzte, die geflüchteten Familien für die Baumschmuckaktion wieder einmal zu besuchen. „Die Nachbarn sind sehr aufmerksam und bringen die Sachen vorbei, die wir tatsächlich brauchen“, hörte die Koordinatorin immer wieder in den Gesprächen. Sehr dankbar seien die Geflüchteten insbesondere auch für die Möglichkeit, mithilfe der Deutschkurse des Kontaktkreises Flüchtlinge bereits vom ersten Tag an Deutsch lernen zu können. „Die Menschen hier im Ort wurden als freundlich und hilfsbereit beschrieben. Hass und Ablehnung hat Gott sei Dank bei uns noch niemand erlebt“, betonte Sibylle Meyer, deren größter Dank den ehrenamtlichen Lotsen gilt, die die Familien betreuen. „Viele Geflüchtete sagen immer wieder, wie verloren sie ohne die Lotsen wären“.
Der allergrößte Wunsch – das zeigten die Botschaften im Weihnachtsbaum - sei, so Meyer, hierbleiben zu können und nicht in ihre von Kriegen und Gewalt zerstörten Heimatländer heimgeschickt zu werden. „Der zweite große Wunsch ist, schnell Deutsch zu lernen und bald arbeiten zu können“. Sie wollten schnell ohne Hilfe vom Jobcenter auskommen, eigenes Geld verdienen, teilweise auch um beispielsweise ihre Angehörigen in Syrien unterstützen zu können, die alles verloren haben. „Aber sie möchten auch etwas an das Land zurückgeben, das sie so gut aufgenommen hat“.
Die Kinder hat Sibylle Meyer für den Rheinbreitbacher Weihnachtsbaum natürlich auch nach ihren Wünschen gefragt. „Sie hoffen sehr, dass „Papa Noel“, auf den die deutschen Kinder so sehnsüchtig warten, auch zu ihnen kommt.“
Das Frauencafé in Rheinbreitbach – ein interkultureller Treffpunkt
Das Café für Frauen und Kinder, initiiert vom Verband der katholischen Frauen in Wirtschaft und Verwaltung (KKF) und durchgeführt in Kooperation mit dem Kontaktkreis Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Unkel ist seit Mitte des Jahres eine feste Institution für die Frauen und Kinder aus Rheinbreitbach geworden.
Sie treffen sich jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 16 Uhr im katholischen Pfarrheim Rheinbreitbach in bunter Runde, Neu- und Altbürgerinnen, zum Klönen bei Kaffee, Tee und Kuchen und zu kreativen Aktivitäten mit jahreszeitlichem Bezug, angefangen von Schultüten für die Erstklässler über herbstliche Basteleinen, Mini-Laternen bis hin zu Strickarbeiten für die kalte Jahreszeit.
Finanziert wird das ganze aus Mitteln des KKF und privaten Spenden. Für weitere Informationen wenden sich Interessierte an Felicitas Felinger, Tel. (0 22 24) 7 22 64 und Sibylle Meyer, Tel. (0 22 24) 7 53 67.
