Allgemeine Berichte | 30.06.2017

In Weißenthurm ist ein begehbares Modell der ersten römischen Rheinüberquerung geplant

Ein Teil von Cäsars Brücke soll entstehen

VG-Bürgermeister Hollmann will Teil der 1,3 Millionen Euro durch Stadtkernsanierung finanzieren

Dieses Modell von Cäsars Rheinbrücke steht im Mülheim Kärlicher Heimatmuseum.

Weißenthurm. Nur zehn Tage brauchte vor fast 2100 Jahren der römische Kaiser Gajus Julius Cäsar, um mit seinen Legionen zwischen Weißenthurm und Neuwied eine Rheinbrücke zu bauen. Heute benötigt man nur für einen Teil in Form eines Demonstrationsmodells der Brücke am Weißenthurmer Rheinufer etwa eineinhalb Jahre. Warum? Man hat keine Legionen, die ganz schnell große Mengen riesiger Bäume fällen und daraus eine Brücke bauen und auch der Sicherheitsstandard in Form einer Statik ist wesentlich höher. Und außerdem muss das neue Brückenteil Jahre halten und nicht nur 18 Tage wie bei Cäsar. Das alles und noch viel mehr wurde jetzt bei einer Pressekonferenz im Weißenthurmer VG-Rathaus von Bürgermeister Georg Hollmann, Archäologin Dr. Sibylle Friedrich sowie ihrem Chef Dr. Holger Schaaff, Leiter des Kompetenzbereichs Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte (VAT) im Römisch-Germanischen-Zentralmuseum Mainz und Planungsingenieur Egbert Bremen von der Firma Reitz und Partner der Öffentlichkeit vorgestellt. Bürgermeister Georg Hollmann erklärte, dass wohl Anfang 2019 die Bauarbeiten eines Demonstrationsobjekts für Cäsars Rheinbrücke neben dem Weißenthurmer Sportplatz am Rhein beginnen werden. „Die Archäologin Dr. Friedrich sagte mir vor vier Jahren, dass der römische Kaiser Julius Cäsar im gallischen Krieg 55 und 53 mit seinen Legionen den Rhein überquert hat. Dann hatte ich die Idee, dieses Weltereignis, es war die erste Rheinbrücke überhaupt, in Weißenthurm darzustellen.“ Jetzt ist es zwar noch nicht ganz so weit, die Pläne mitsamt der Finanzierung von etwa 1,3 Millionen Euro sind aber sehr konkret. „Weil wir bisher nicht wussten, wie wir das Vorhaben finanzieren sollen, gehen wir erst heute an die Öffentlichkeit“, führte Georg Hollmann aus.

Im Januar fällt die Entscheidung

Der brachliegende ehemalige Rasensportplatz der Stadt Weißenthurm, hier soll das Projekt entstehen, gehört zum Stadtkernsanierungsgebiet, wofür Weißenthurm sich beim Mainzer Innenministerium beworben hat. Die Entscheidung darüber fällt jedoch erst im Januar, wenn die bisherige Stadtkernsanierung beendet ist. Bei der Stadtkernsanierung kann, so meint der VG-Bürgermeister, auch dieses Projekt mitfinanziert werden, vor allem durch Geld für die Erschließung, Zuwegung, Radweg, Parkplätze, Infogebäude und Neugestaltung des Rheinufers. Denn das Demoprojekt in Originalgröße wird, so glauben die Verantwortlichen ein touristisches Highlight, das jährlich tausende Touristen und Ausflügler nach Weißenthurm bringt. Wieso eigentlich Demoprojekt und nicht Brückennachbau? „Heute weiß niemand, wie Cäsars Brücke aussah, denn archäologisch ist nichts mehr zu finden, das Rheinufer wurde zu stark verändert“, erklärte die Forscherin Dr. Sybille Friedrich, „wir haben nur eine genaue Beschreibung von Cäsar in seinem Werk De bello Gallico.“ Unerwähnt blieb aber die Stelle, wo die Brücke gestanden hat. „Cäsar muss hier wohl über den Rhein gegangen sein wegen der vorgelagerten Insel und einer Furt nach Neuwied, die früher bei Niedrigwasser oft benutzt wurde“, meint die Archäologin. Sie hat alles über Cäsars Brücke zusammen getragen, denn in den Heimatmuseen in Nickenich, Andernach, Mülheim-Kärlich und im Weißenthurmer Eulenturm gibt es Modelle der Brücke sowie der Floßramme, die nachgebaut wird.

Rund zehn Prozent der Ursprungsbrücke geplant

Ingenieur Egbert Bremen verwies darauf, dass etwa zehn Prozent, das sind etwa 40 Meter, der ursprünglichen Brücke entstehen. Auch die Ramme auf dem Floß, mit der die Römer die Rundhölzer in den Rheinboden trieben, entsteht neu. „Aber nicht alles kann so gemacht und gestaltet werden wie 55 vor Christus, den dann würde es Jahre dauern“, gab Bremen zu Bedenken. Doch auch jetzt schon hat Bremen für das begehbare Brückenteil, es soll ja auch als Lernprojekt für Schulen dienen, genug Probleme. „Wir brauchen einen zehn Meter langen 60 mal 60 Zentimeter dicken Jochbalken. Den gibt´s ja nicht im nächsten Baumarkt. Wo wir den herbekommen, wissen wir derzeit noch nicht“, sagte Bremen. Aber er hat ja noch eineinhalb Jahre Zeit um für diesen Balken und noch mehr Holz einen Lieferanten zu finden. HEP

Die Archäologen Dr. Sibylle Friedrich und Dr. Holger Schaaff (vorne) freuen sich mit Egbert Bremen, Georg Hollmann und Gerd Heim über das Projekt.

Die Archäologen Dr. Sibylle Friedrich und Dr. Holger Schaaff (vorne) freuen sich mit Egbert Bremen, Georg Hollmann und Gerd Heim über das Projekt.

Dieses Modell von Cäsars Rheinbrücke steht im Mülheim Kärlicher Heimatmuseum.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Wer Grüne wählt stellt sicher das demnächst Tausende Afghanen und Iraner ins Land kommen.

09.01.: Bus stürzt in Graben

  • Achim Hoffmann: Warum nicht? Weil sie denken es gibt hier keine ISUZU Busse? Wenn das der Ansatz ist: ich meine es wurden 70 Stück neu beschafft.
  • Johannes Hübner: Das Foto mit dem Isuzu-Bus gehört wohl nicht zu dem Unfall - Sie sollten solche Dinge unbedingt kennzeichnen.

Infoveranstaltung: Wiederherstellung der Ahr

  • HansE: Herr Schmidt, sie vergessen, dass wir im Michelland leben. Hier mahlen die Mühlen bekanntlich langsam. Also regen Sie sich nicht auf, wir können die Geschwindigkeit, mit der unsere Beamten arbeiten, ohnehin nicht beeinflussen.
  • K. Schmidt: "Der Wiederaufbau soll ökologisch wertvoll, klimafolgenangepasst, nachhaltig und attraktiv für die Bürgerschaft gestaltet werden." - Ja, alles schön und gut, aber wie wäre es denn mal mit "schnell"?...
Mitgliederwerbung
Rund um´s Haus
Anzeige What
Titelanzeige
Dauerauftrag 2025
Kirmes in Hemmessen, 18.01.26
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Handwerker für Hausmeistertätigkeiten
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Stellv. Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt
Empfohlene Artikel

Bad Neuenahr. Mit einem ebenso skurrilen wie unterhaltsamen Abend begeisterte „Der letzte Weg zur Krimithek“ am 10. Januar in der Kleinen Bühne Bad Neuenahr-Ahrweiler ein volles Haus. Am Abschluss-Wochenende der Uferlichter servierten die Autoren Susanne Arnold, Dieter Aurass, Jutta Büsscher, Moni Reinsch und Andrea Revers dem Publikum auf Einladung der Ahrtal Marketing GmbH eine szenische Lesung...

Weiterlesen

Oberwinter. Mehr als 40 Kinder und deren Begleiter machten sich am letzten Wochenende auf den Weg in Oberwinter, Bandorf, Birgel und Waldheide, um den Segen in die Häuser zu bringen. Rolandseck fehlte gänzlich, dieser wird am kommenden Wochenende von Sternsingern besucht. Sie trotzten dem schwierigen Wetter und machten sich auf den Weg. Es war für die Gruppen dieses mal keine einfache Aufgabe. Einige unterbrachen am Sanstag und gingen Sonntags weiter.

Weiterlesen

Niederzissen. Digitale Anwendungen prägen zunehmend den Alltag – vom Smartphone bis zum Computer. Um Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen bei Fragen rund um digitale Geräte zu unterstützen, hat die Kreisvolkshochschule Ahrweiler erstmals digitale Sprechstunden speziell für das Brohltal eingerichtet. Hier erhalten Interessierte kostenlose, praktische Hilfe zu individuellen Anliegen aus der digitalen Welt.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Koblenz. Am Samstag, 14. März wird im Rahmen des Dreck-weg-Tages 2026 die Stadt Koblenz, mit der Unterstützung von zahlreichen Helfern, von wilden Müllablagerungen befreit.

Weiterlesen

Moderner Ort für Sport, Gemeinschaft und Chancengerechtigkeit

Neuwied: Neue Turnhalle der Marienschule eröffnet

Neuwied. Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Turnhalle der Marienschule ist ein lang erwartetes Projekt zum Abschluss gekommen. Nach vielen Jahren ohne eigene Sportstätte verfügt die innerstädtische Grundschule nun wieder über eine moderne, barrierefreie und zukunftsfähige Halle, die weit mehr ist als ein Ort für den Sportunterricht. Schulleiter Manuel Mouget bezeichnete sie als „eine Halle, die keine Wünsche offen lässt“.

Weiterlesen

Dernau/Saarbrücken. Zwei Wochen vor der ersten großen Meisterschaft des neuen noch jungen Jahres – der Rheinland-Pfalz-Hallenmeisterschaft in Ludwigshafen – testete der Dernauer Leichtathletiknachwuchs in der saarländischen Landeshauptstadt beim SLB- Hallenmeeting und holte sich Selbstvertrauen.

Weiterlesen

Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
Daueranzeige
Winter-Angebot
Werbeplan 2026
Daueranzeige 2026
Kirmes in Hemmessen, 18.01.26
Malermeister in Rheinbach: Sauber, schnell & zuverlässig, Tapezier- und Lackierarbeiten sauber und
Nachruf Bürgeremeister Alfred Schomisch
Närrisches Wochenende Linz
Gesundheitsexperten in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Nachruf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Danksagung Familie Dietenhofer