Allgemeine Berichte | 27.11.2025

Rechtsanwalt Hecken: "Ist Ex-Landrat Pföhler und sein Leiter der Technischen Einsatzleitung für den Tod von 135 Menschen und 777 Verletzten im Ahrtal 2021 verantwortlich?"

27.11.: Fall um Ex-Landrat Pföhler kommt vor Gericht

Die Flutkatastrophe hinterließ schwere Zerstörungen und zahlreiche Tote. Foto: ROB

Kreis Ahrweiler. Am Donnerstag, 27. November 2025, wird Herr Ralph Orth stellvertretend für 135 Tote und 777 Verletzte zusammen mit seinem Rechtsanwalt RA, FfStR und FfVwR Christian Hecken, LL.M, LL.M. am Oberlandesgericht Koblenz um 15 Uhr einen Klageerzwingungsantrag im Umfang von über 4000 Seiten zur gerichtlichen Klärung einreichen.

Hierbei wird es nicht nur um die Verantwortlichkeit eines Politikers im Dienst gehen, sondern auch um die Frage, wie Jahre lang von den Justizbehörden in Koblenz insgesamt 6 fachliche Stellungnahmen und Gutachten von renommierten Experten von den Strafverfolgungsbehörden der Staatsanwaltschaft Koblenz und der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz, beide unter derselben Anschrift Deinhardpassage 1, 56068 Koblenz, missachtet und ignoriert werden konnten.

Folgende Experten haben die Einstellungsentscheidung der Staatsanwaltschaft Koblenz nachweislich als unvertretbar bzw. fachlich falsch bewertet:

➢ Die bekannteste Strafrechtsprofessorin Deutschlands Prof. Ingeborg Puppe, Universität Bonn, vgl. Puppe in: NStZ 2025, 20

➢ Dr. Heuchemer in: BeckOK StGB, v. Heintschel-Heinegg/Kudlich, 67. Edition, Stand: 01.11.2025, § 13 StGB Randnummer 48.6

➢ Vertretungsprofessor der Universität Bonn Grosse-Wilde, Dr. Grosse-Wilde in: Zurechnungsexpansion strafrechtlich relevanten Unterlassens von Amtsträgern oder Leerlauf der strafrechtlichen Aufarbeitung von Verwaltungsversagen, in: O’Hara/Grosse-Wilde, Der Staat, der handeln muss, Mohr Siebeck Verlag 2025, S. 276ff.

➢ Fachgutachten des Hydrologen Prof. Dr. Erwin Zehe, KIT Karlsruhe, vom 28.06.2024 sowie vom 18.11.2024

➢ Fachgutachten des Ltd. Ministerialrats a.D. Gerd Gräff, Innenministerium Rheinland-Pfalz, Herausgeber des Katastrophenschutz-Kommentars RheinlandPfalz

➢ Fachstellungnahmen des Katastrophenforschers Frank Roselieb, Universität Kiel

Gleichzeitig erheben die Hinterbliebenen den Vorwurf der Befangenheit gegen die eingesetzten Staatsanwälte. Große Teile der Ermittlungsakten waren im Ermittlungsverfahren den Hinterbliebenen vorenthalten worden. Eine ankündigte Stellungnahme nach Akteneinsicht mit weiteren nun bekannten Beweisen wurde von der Staatsanwaltschaft durch Einstellung des Verfahrens ohne Gewährung vollständiger Akteneinsicht vereitelt. Während der Rechtsausschuss des Landtags wahrheitswidrig darüber informiert wurde, dass der Verletztenvertreter alle wesentlichen Informationen erhalten hätte, musste der Unterzeichner noch in dieser Woche eine weitere Unvollständigkeit der Aktenlage feststellen und Aktenbestandteile von der Generalstaatsanwaltschaft nachfordern.

Der mit einer Petitionsklage vorangetriebene Antrag auf Auswechslung der Staatsanwälte wegen Befangenheit wird in Kürze mit einer Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht ebenso konsequent weitergeführt.

Insgesamt fordern die Hinterbliebenen ein Einschreiten der Bundespolitik, da das Justizministerium Rheinland-Pfalz kopf- und führungslos agiert und damit nachhaltig das Vertrauen in den Rechtsstaat zerstört. Die auch dem Unterzeichner als ehemaliger Staatsanwalt bekannte Kungelei innerhalb der Justizbehörden muss aufhören, stattdessen müssen objektive, unabhängige ortsfremde Kontrollorgane gerade bei hoch brisanten Fällen geschaffen werden.

Pressemitteilung Christian Hecken, Rechtsanwalt

Die Flutkatastrophe hinterließ schwere Zerstörungen und zahlreiche Tote. Foto: ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Titel - Alles für die Schule
2+1 Aktion
Gesundheit im Blick
Fahrer für 3-Achs-Abrollkipper [m/w/d]
Touristik Anzeige
Stellenanzeige Sachbearbeiterin im Veterinärwesen
Jakobsmarkt Remagen
Empfohlene Artikel
Die kleinen Eichhörnchen benötigen Unterstüzung. Foto: Natasha Schleiffer
427

Schalkenbach. In Schalkenbach im Kreis Ahrweiler betreibt Natascha Schleiffer seit über 20 Jahren „Taschis Hörnchen Haus“, eine Auffangstation für verwaiste und verletzte Eichhörnchen. Mit viel Engagement und Herzblut kümmert sie sich dort um die kleinen Wildtiere, versorgt sie medizinisch und zieht vor allem während der Jungtiersaison zahlreiche Eichhörnchenbabys von Hand auf. Sobald die Tiere kräftig und selbstständig genug sind, werden sie behutsam wieder in die Natur entlassen.

Weiterlesen

Zerstörungen nach der Flut im Peter-Joerres-Gymnasium.  Foto: privat
155

Kreis Ahrweiler. Das Ahrtal erlebt im Juli 2026 den 5. Jahrestag nach der Flutkatastrophe. „Mit Sicherheit Ahrtal“ bietet auf 112 Seiten Einblicke in eine Region, die sich wieder aufstellt und dabei einen Wirtschaftsboom erlebt. Eveline Lemke, Herausgeberin und Autorin, sowie Verleger Sven Nieder von Eifelbildverlag übergaben anlässlich der Erscheinung von „Mit Sicherheit Ahrtal“ das erste Buch an...

Weiterlesen

Symbolbild
3440

Region. Der Deutsche Wetterdienst hat für den Kreis Ahrweiler und den Kreis Mayen-Koblenz eine Warnung vor schwerem Gewitter herausgegeben. Diese amtliche Unwetterwarnung bezieht sich auf den Zeitraum vom Dienstag, 14. Juli 2026, 16:03 Uhr bis voraussichtlich 17 Uhr desselben Tages. Die Warnung weist auf die Gefahr von Gewittern der Stufe 3 von 4 hin.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
3223

Rhein-Sieg-Kreis. Nach dem eine Verkehrsunfall in der Nacht zu Sonntag (5. Juli) auf der Bundesautobahn 61 zwischen den Anschlussstellen Miel und Rheinbach ist die sechsjährige Tochter der verunfallten Familie am Mittwoch (15. Juli) in einer Klinik ihren schweren Verletzungen erlegen. Das Mädchen war unmittelbar nach dem Unfall notoperiert worden und befand sich seitdem in intensivmedizinischer Behandlung.

Weiterlesen