Thürer Vereine retteten jahrhundertealtes Wegekreuz
Ein Zeuge der Vergangenheit
Thür. Mit vereinten Kräften haben Thürer Vereine ein Wegekreuz aus dem 17. Jahrhundert restauriert und am vergangenen Donnerstag an seinem neuen Platz in den „Thürer Wiesen“ wieder aufgestellt. Jahrzehntelang stand das Kruzifix hinter einer Leitplanke auf Mendiger Territorium, nah der Stelle, an der Kellbach und Thürer Bach eins werden. Kopf und Füße der am Kreuz hängenden Christus-Figur waren inzwischen vollständig zerstört, der Stein war im Ganzen verwittert und schien vollkommen von der Welt vergessen. Bis ein paar Thürer beschlossen, dass es doch zu schade wäre, das alte Wegekreuz – einen inzwischen jahrhundertealten Zeitzeugen – aufzugeben und sich bis zum vollkommenen Verfall selbst zu überlassen. Sie beschlossen, es restaurieren zu lassen und an einem neuen Ort zu installieren, an dem es wieder gesehen und Menschen erfreuen würde. Doch zunächst brauchte man das Einverständnis aus Mendig für das Vorhaben: Verbandsgemeindebürgermeister Jörg Lempertz war schnell überzeugt, auch der Kulturbeauftragte Frank Neideck hatte keine Einwände. Die einzige Bedingung der Mendiger war, dass das Kreuz an einem öffentlichen Platz wieder aufgestellt werden würde, was auch ganz im Sinne der Thürer Initiative war. „Als Nächstes stand die Frage im Raum, wie wir das Ganze finanzieren könnten“, erinnert sich Olaf Berresheim an die Planungsphase. Aber auch hier sagte die Verbandsgemeinde ihre Unterstützung zu, zudem ließen sich die Thürer Vereine nicht lange bitten und legten kräftig zusammen. Schon nach kurzer Zeit konnte die Arbeit an dem Kruzifix in Auftrag gegeben werden. Der selbstständige Restaurator Olaf Pung aus Thür übernahm das Projekt und hatte zunächst einiges an Recherchearbeit zu leisten, denn der Stein sollte möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden. „Es gibt da glücklicherweise einen Katalog von Kurt Müller-Veltin aus den 80er-Jahren“, benennt der Fachmann seine Quelle; Müller-Veltin habe sämtliche Wegekreuze katalogisiert und ihrer Zeit zugeordnet. „Wir konnten in diesem Katalog drei Exemplare finden, die sehr ähnlich waren, daran haben wir uns angelehnt.“ Eines der Kreuze steht in Andernach, eines in Eich, „die haben wir uns dann vor Ort angesehen und die Details verglichen“, so Pung. Die Machart von Kopf und Füßen oder die Art und Weise, wie das Lendentuch geknotet war, konnte Pung dort studieren und entsprechend umsetzen.
Am vergangen Donnerstag fanden sich nun Vertreter der Thürer Vereine am neuen Standort ein und stellten das Resultat an seinem neuen Platz auf. Schon während der Installation blieben Passanten stehen und bestaunten das neue alte Wegekreuz, das jetzt Generationen von Besuchern des Naturschutzgebiets „Thürer Wiesen“ erfreuen wird.
Mit vereinten Kräften wurde das alte Wegekreuz in den „Thürer Wiesen“ aufgestellt.
