Erntedankfest in Lieg lockte wieder Massen in den Hunsrück
Ein farbenfroher Festumzug zog durch den Ort
Lieg. Der Wettergott scheint ein Lieger zu sein: Nicht anders ist es zu erklärten, dass beim diesjährigen Erntedankfest – wie fast immer - den ganzen Tag die Sonne vom Himmel lachte. Die Organisatoren um Ortsbürgermeister Heinz Zilles und viele freiwillige Helfer leisteten wieder ganze Arbeit, denn die Organisation des Spektakels, das es seit 1965 gibt, klappte erneut reibungslos. Die Feuerwehr regelte den Durchgangsverkehr, wies Parkplätze an und leistete zusammen mit den Vereinen Schwerstarbeit, denn viele Hundert Zuschauer säumten wieder die Straßen, als sich der Umzug in Bewegung setzte. Über 60 Motivwagen, Fußgruppen und Oldtimer boten einen Querschnitt durch die landwirtschaftliche Geschichte des Hunsrückdorfes. Der Zug war in diesem Jahr so lang, dass die ersten Positionen bereits an der Halle wieder ankamen, da waren die letzten Zugteilnehmer noch gar nicht gestartet.
Viele Teilnehmer bereicherten den Umzug
Heinz Zilles moderierte fachmännisch wieder in der Dorfmitte die einzelnen Zugpositionen, die von A wie Ackergeräte, G wie Getreideernte, über H wie Hausmacher, O wie Oldtimer und J wie Jagd einen Eindruck vom Leben auf dem Lande gaben. Die herrlich geschmückten Wagen mit ihren Blumen-Arrangements, der Geruch von Pferdeäpfeln und Stroh, aber auch der Qualm von Eicher, Lanz, Hanomag und Deutz-Traktoren mischten sich mit dem Duft von Waffeln, Krebbelcher und Tabak… Mittendrin Majestäten, Ehrengäste und viele Ehrenamtliche, die seit Jahren mit immer neuen Ideen den Umzug bereichern.
Frisch gepresster Apfelsaft, Rübenschmeer, selbst gebrannter Schnaps und Milchprodukte wurden großzügig unters Volk gebracht und sogar frisches Backesbrot gab es zu kaufen. Die Jäger hatten traditionell einen hübschen Motivwagen, von dem Wildsalami und Wild-Fleischwurst zum Probieren gereicht wurde. Die Jagdhornbläser aus Borken gestalteten nicht nur samstags die Hubertusmesse, sie marschierten auch sonntags mit im Erntedank-Umzug.
Bereits freitags hatte das Fest, das alle zwei Jahre organisiert wird, mit dem traditionellen Fassanstich begonnen. Am Samstag gab es vormittags erstmalig ein Oldtimer-Treffen, ehe abends nach der Hubertusmesse in der Pfarrkirche ein Kölscher Owend gefeiert wurde. Am Sonntag begann dann nach dem Frühschoppen das Highlight, nämlich der farbenfrohe Erntedank-Festumzug. Hier traf sich die ganze Region, um lebendige Geschichte zu erleben. Um anschließend bei Musik, Kaffee und Kuchen Freunde an der Hunsrückhalle zu treffen oder bis in den frühen Abend zu feiern.
TT
Selbst gekrönte Häupter verschönerten den Erntedank-Festzug.
Apfelsaft, Schnaps, Milchprodukte und mehr wurden beim Umzug unters Volk gebracht.
Diverse Fußgruppe ließen die gute alte Zeit wieder lebendig werden.
