15. Abend „Mundart- und Geschichten“
Ein gelungener und kurzweiliger Abend
Brohl. Die Veranstaltung zeigte, durch die große Resonanz der Bevölkerung, einmal mehr wie beliebt sie geworden ist. Man lauscht gerne den wiederkehrenden Interpreten, die sich mit viel Engagement immer wieder was Neues und passendes einfallen lassen.
Erich Melcher servierte wieder Wein aus seinem eigenen Anbau vom Braunsbergweg und er war es auch, der mit seinem Flügelhorn für die musikalischen Einlagen sorgte und außerdem altes Liedgut verbreitete.
Eine weitere Tradition dieser Veranstaltung ist das gemeinsame „Döppe-Kooche“ essen. Klassisch mit Speck und „Appelkompott“, der in diesem Jahr auf dem Teller serviert wurde, was einen besonderen Dank an das Helferteam mit sich bringt.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Helmut Rosenbaum kündigte die Organisatorin der Veranstaltung Doris Ohm, ein in Brohl neues Gesicht an. Mit Robert Hoss war ein bekannter und beliebter Mundartspezialist aus der Nachbargemeinde Bad Breisig gekommen. Natürlich hatte er für die Bröhlsche Jäße auch eine entsprechende Anekdote mitgebracht und berichtete humorvoll über die Hausschlachtung, einer eben solchen Jäß.
Doris Ohm stellte mit Gertrude Bell wieder eine starke Frau in den Mittelpunkt. Sie wurde als „Königin der Wüste“ bekannt. Bei wichtigen Ereignissen, wie der Konferenz von Kairo 1921, war sie als Sprachgenie für die Kolonialmächte unentbehrlich. Man kennt nicht Doris Ohm, wenn man meint das historische stände im Mittelpunkt ihres Vortrages. Nein, ihre eigenen Interpretationen über die mitgebrachten Fotos machen den Vortrag aus.
Hubert Altenhofen, weckte mit seinen Erzählungen die Erinnerungen an die eigene Kindheit. Er betonte die Deftigkeit der Sprache, die im Dialekt zum Vorschein tritt und benutze diese auch für seinen Vortrag über die damaligen Fortbewegungsmittel.
Der nächste Interpret, Achim Schmitz lies wieder seine Bilder sprechen. Auserkoren war die Geschichte des Schullandheimes der Stadt Bonn, in Niederlützingen. Die erste Idee zum Bau durch den Bonner Lehrer Schleimer entstand 1950 und Schmitz konnte interessantes über die 4-jährige Planung und Umsetzung bis zur Einweihung am 4.12.1954 berichten und natürlich auch über die Folgezeit des Schullandheimes bis 2016.
Schon zum dritten Mal dabei erfreute Willi Fergen mit seinen Geschichten aus dem Eifelleben. Er wusste über ein Eifeler Original zu berichten, den er „Nübbes“ nannte. Nachdem die Geschichte mit reichlich Applaus bedacht wurde, legte er noch die Geschichte über dessen Schwester „et Lisbeth“ nach. Deftig und nicht ganz jugendfrei.
Eugen Laux „De Euch“ ist selber schon ein Brohler Original. Der „Böllerbube“ hatte sich in diesem Jahr entschieden eben über dieses Brauchtum des „Böllern“ zu berichten. Erstmals erwähnt im Jahre 1377 bis hin zur Anerkennung als Weltkulturerbe im Dezember 2015.
Stefan Vogt hatte wieder einen passenden Gedanken aufgegriffen und für die Veranstaltung zubereitet. „Et Krippche“ hieß sein Vortrag. Er interpretierte die Figuren an der Krippe in seiner eigenen Art und erzählte wie es zu der Auswahl der Krippenfiguren Ochs und Esel kam.
Ein gelungener und kurzweiliger Abend fand seinen Ausklang wieder mit dem obligatorischen Brohltallied.
Weitere Infos unter www.kulturverein-brohl.de.
