Vor dem Freiligrathaus wurde am Wochenende der Forums-Wein vorgestellt
„Ein guter Roter“
Auf dem Etikett ist das von Malte Sonnenfeld gemalte Porträt des großen Sozialdemokraten zu sehen
Unkel. Eine kurze Wortbotschaft, wie sie der Kölner Künstler Malte Sonnenfeldsolche seinen Arbeiten als Code zur Entschlüsselung hinzufügt, wäre bei der großen Arbeit „Ein guter Roter“ nicht nötig, die doppeldeutig den ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler unter dem Slogan „Willy wählen“ zeigt und eben auch ein Glas Rotwein. „Dieses Bild, allerdings ohne den Wahlslogan und das Burgunderglas haben wir als Grundlage für ein von Malte Sonnenfeld entworfenes Etikett genommen, das unseren WBF-Wein ziert, den man natürlich bei uns im Forum erwerben kann“, erklärte Christoph Charlier während der Kulturtage „Kunst in Unkeler Höfen“ vor dem Freiligrathaus. Dort hatte der Kölner Künstler, der den meisten wohl eher unter seinem bürgerlichen Namen Michael Koslar etwa als Stimme der Vox-Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ bekannt sein dürfte, weitere Arbeiten ausgestellt.
„Peter Brandt behauptet zwar in seinem ansonsten sehr lesenswerten Buch über seinen Vater, Willy Brandt habe den Unkeler Rotwein nicht geschätzt. Das kann ich eindeutig widerlegen“, betonte Christoph Charlier bei der Weinpräsentation am Samstagvormittag. Er habe erlebt, wie der Neu-Unkeler bei dem Winzer Bruno Krupp in Bruchhausen dessen Dornfelder und Blauen Portugieser genossen und ausdrücklich gelobt habe, widerlegte er den 67-jährigen Historiker für Neue und Neueste Geschichte. Verständlich, dass man deshalb den Krupp-Sohn Oliver als Nachfolger des Winzereibetriebes gebeten hatte, für das WBF einen seiner gefragten Weine abzufüllen.
„Das Originalbild kann man nicht nur im Forum sehen. Wie die Geschichte von den Ohrfeigen, die Beate Klarsfeld dem Bundeskanzler der Großen Koalition, Kurt-Georg Kiesinger, wegen seiner Nazivergangenheit während des CDU-Parteitages Anfang November 1968 versetzt hat, kann man den ‚guten Roten‘ als Aufdruck auf einer Tasche sehen“, so Malte Sonnenfeld. Sinnvoller wäre es aber schon, sich das Bild mit den anderen Arbeiten im WBF anzusehen, was noch bis Ende September dienstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr möglich sei, erklärte der Kurator der Ausstellung und Organisator der Unkeler Kunsttage, Jochen Seidel, der sich hochzufrieden zeigte, dass sich das WBF mit der Teilnahme an „Kunst in Unkeler Höfen“ einem größeren Publikum geöffnet hatte. DL
