Allgemeine Berichte | 31.05.2019

Dr. Karl Tack wurde in den Mendiger Felsenkellern zum 19. Ehrenbrauer

„Ein würdiger Rahmen für einen würdigen Ehrenbrauer!“

Sichtlich wohl fühlte Dr. Karl Tack (6. v. links vorne) sich im Kreis der Ehrenbrauer, des Brauerchores, der Weinhex und der Weinkönigin von Winningen, Jacqueline und Julia, den „Soppeträger“ aus Karin´s Tanzgruppe und selbstverständlich des neuen Gambrinus Tim Herrmann und seinen Herolden. Fotos: FRE

Mendig. Zum Auftakt des 24. Mendiger Gambrinusfestes hatten sich am Donnerstagvormittag des 30. Mai (Christi Himmelfahrt) zahlreiche Ehrengäste vor dem ehemaligen Deutschen Vulkanmuseum im Hof Michels (Brauerstraße) eingefunden und begaben sich sodann entweder über 148 Stufen oder mit dem Fahrstuhl in die ca. 30 Meter unter der Erdoberfläche liegenden Mendiger Felsenkeller, wo einst 28 Brauereien ihr Bier lagerten. Grund war die traditionelle Ernennung des 19. Ehrenbauers Dr. Karl Tack.

Bevor Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel die Gäste in den feucht-kühlen Lavakellern willkommen hieß, wurden sie von einem Trompeten-Duo (Reinhard Lisecki vom Musikverein Löf und Ines Engelbart von der Musikschule Mayen-Koblenz) sowie vom Mendiger Brauerchor unter der Leitung von Anita Reuter mit je einem musikalischen Vortrag begrüßt. „Zum zweiten Mal findet heute die Ernennung des Ehrenbrauers unter der Erde von Mendig statt, wo die Geschichte unserer Stadt vor Jahrhunderten begonnen hat. Diese Geschichte wird seit 47 Jahren mit dem Gambrinus-Fest gewürdigt und lebendig gehalten. Für einige von Ihnen wird es ein besonderes Erlebnis sein, einmal einen Eindruck davon zu bekommen, unter welchen Umständen die so genannten Layer den wertvollen Stein gewonnen haben und später zahlreiche Brauer als Nachnutzer das Mendiger Bier gebraut und gelagert hatten“, so Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, der im Namen der Stadt und des Organisationskomitees des Mendiger Gambrinusfestes zahlreiche Ehrengäste, darunter den Ehrenpräsidenten des Komitees und Ehrenbrauer Herbert Kranz und einige weitere Ehrenbrauer sowie Marc Ruland (MdL) und den Kreisbeigeordneten Rolf Schäfer, der den leider noch erkrankten Landrat Dr. Alexander Saftig vertrat.

Dank an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern

Nachdem der Brauerchor gemeinsam mit den Gästen „Glück auf, der Steiger kommt“ intoniert hatte, begrüßte auch Komiteepräsident Jürgen Mittler die Gäste im Namen des Gambrinus-Festkomitees. Dabei nutzte er die Gelegenheit, allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen des Gambrinusfestes beitragen, für deren vorbildliche Arbeit zu danken.

Bierkönig Gambrinus, alias Tim Herrmann schloss sich den Grüßen seiner Vorredner mit den Worten an: „Auch ich darf Sie hier an einem Ort begrüßen, bei dem es sich quasi um mein Schlafzimmer handelt!“ Damit spielte er auf die Sage an, dass der Bierkönig nur alle zwei Jahre anlässlich des Gambrinusfestes den Mendiger Felsenkellern entsteigt und nur fünf Tage lang die Sonne zu sehen bekommt.

Sodann hielt der 18. Ehrenbrauer Elmar Schmitz, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel eG eine Laudatio auf seinen Nachfolger, dessen Name bis dahin ein streng gehütetes Geheimnis war. Zunächst bedankte er sich für die große Ehre, die ihm zu Teil wurde und freute sich dann, „den Neuen“ vorzustellen. Wörtlich sagte er: „Das Komitee hat, wie ich meine, einen guten Griff getan. Der „Doktor“ ist nämlich ein Mann von Welt, der in seinem Leben vielen Herausforderungen standgehalten hat.

Er war zuerst Polizist und studierte danach auf Lehramt und promovierte schließlich in Sozialwissenschaften. Schon in diesem Teil seines wechselhaften Lebenslaufes kam er immer wieder in Kontakt mit Bier: Als Polizist entzog er bestimmt dem einen oder anderen die Fahrerlaubnis, weil er zu heftig seine „Fahne“ schwenkte. Als Lehrer ertränkte er vermutlich hier und da mal selbst seinen Frust über die renitenten Schüler im Gerstensaft und als promovierter Sozialwissenschaftler weiß er, dass gerade Bier aus Sicht der Kultur-Antropologen bis auf den heutigen Tag eine der wichtigsten Errungenschaften der Menschheit darstellt.

Und das nicht nur weil in früheren Zeiten das Wasser ungenießbar war. Aber ganz besonders während seiner Arbeit als Schafzüchter in Australien hat mein Nachfolger das „kühle Blonde“ als erquickendes Getränk dem klaren und vom Geschmack her neutralen Nass vorgezogen. Das Wasser hat er dann doch lieber den Schafen gelassen.

Der neue Ehrenbrauer hat immer und überall die Ärmel hochgekrempelt, angepackt und etwas Gescheites aus dem gemacht, was er vorgefunden hat. So geschah es dann auch mit der Firma Rhodius, die er in seiner Zeit als Firmenchef auf solide Füße gestellt und zu einem Aushängeschild unserer Region gemacht hat. Knapp 500 Beschäftigte hat dieses bekannte Familienunternehmen.

Der Neue hat viel bewirkt!

Der Neue hat viel bewirkt - in seiner Firma und auch darüber hinaus in verschiedenen wichtigen Ehrenämtern. Er hat sein Lebenswerk im Jahr 2017 an die nächste Generation übergeben. Aufgrund seiner Kompetenz und seiner Lebenserfahrung fragt man ihn gerne um Rat, und das bei Weitem nicht nur in der Firma Rhodius. Neben einigen Ehrenämtern ist er Präsidiumsmitglied des Verbandes „Die Familienunternehmer“ und seit letztem Jahr auch Vorstandsvorsitzender des „Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM)“. Das ist aller Ehren wert, auch wenn es ihm trotz aller Bemühungen bis heute nicht gelungen ist, dass Rhodius auch ein vernünftiges Gerstengebräu produziert. Aber diesem Problem hat sich bereits die nächste Generation erfolgreich angenommen.

Andererseits: Wenn das die Voraussetzung dafür wäre, hier als Ehrenbrauer geehrt zu werden, dann würde auch ich heute nicht hier stehen, denn ich produziere überhaupt kein Getränk. Aber: ich bin glücklicher Konsument!

Und freimütig darf ich an dieser Stelle zu Protokoll geben, dass ich in den vergangenen zwei Jahren meinen Bierkonsum deutlich gesteigert habe. Ganz so, wie ich es bei meiner Amtseinführung öffentlich gelobt habe.

Seit dem Eintritt in den Ruhestand bleibt dem neuen Ehrenbrauer mehr Zeit für seine Hobbies: die Jagd, Paragliding und Hobby-Landwirtschaft. Wofür er aber immer Zeit findet sind seine Enkelkinder, die ihren Großvater vergöttern.

Lieber Dr. Karl Tack, die Ehrenbrauer-Würde wird Ihnen angetragen als einem Menschen, der der Stadt Mendig und Ihren Bürgerinnen und Bürgern zugetan ist und der auch sehr gerne mal ein Bier trinkt. Insofern sind Sie der richtige Mann am richtigen Ort und ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu dieser Ehre!

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und VG-Bürgermeister Jörg Lempertz überraschten den neuen Ehrenbrauer Dr. Karl Tack nach je einem Grußwort mit einem Geschenk in Form eines Reliefs aus Mendiger Basalt. Auch Weinkönigin Julia und Weinhex Jacqueline aus Winningen ließen es sich nicht nehmen, dem neuen Ehrenbrauer zu gratulieren und ihm ein Weinpräsent zu überreichen.

Was war am Anfang? Das Wort, das Brot oder das Bier?

Der strahlende neue Ehrenbrauer Dr. Karl Tack bedankte sich in Form einer ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Ansprache, die er mit den Worten eröffnete: „In unserem Kulturkreis war die Beantwortung von drei Fragen von zentraler Bedeutung: Was war am Anfang? Das Wort, das Brot oder das Bier? Um dieser Frage nachzugehen, habe ich bei Josef Helmut Reichholf, einem deutschen Zoologen, Evolutionsbiologen und Ökologen nachgelesen, der aufzeigt, dass Gerste bereits vor 12.500 Jahren angebaut wurde. Weizen vor immerhin 9.800 Jahren. Brot dagegen existiert vermutlich erst seit 6.500 Jahren.“ Sein Fazit: Vor dem Brot war das Bier! Seine Schlussfolgerung: Die Menschheitsgeschichte und die Bierhistorie stehen in einem engen Zusammenhang. Nach einer ausführlichen Erläuterung über die Entstehung der heutigen Vulkan Brauerei, die sich nach der Übernahme der Familie Tack im Jahr 2011 unter der neuen Führung von Malte und Hannes Tack nach beachtlichen Investitionen zu einem heute von Malte Tack geführten hochmodernen Unternehmen mit 70 Vollzeit- und 80 Aushilfskräften entwickelte. „Bier braucht Heimat, aber – aus meiner Sicht- wichtiger ist die Erkenntnis, dass Bier auch Heimat stiftet. Ich bin davon überzeugt: In dem Maße, wie es gelingt, eine regionale Identität zu schaffen, in dem Maße wächst die Attraktivität der Region“, so Dr. Karl Tack, der seine Ansprache mit den Worten beendete: „Als Ehrenbrauer der Stadt Mendig bin ich mit meiner Familie stolz und froh, mit dem Produkt Bier, der Brauerei und dem Brauhaus einen kleinen und hoffentlich nicht ganz unwichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Stadt Mendig geleistet zu haben. Glück auf Mendig!“

Nach der offiziellen Ernennung begab die Gesellschaft sich nach oben in den Hof Michels, wo sie im Rahmen eines Sektempfangs selbstverständlich auch mit frisch gezapftem Vulkanbier und einem kleinen Imbiss verwöhnt wurde.

FRE

Selbstverständlich richtete auch Bierkönig Gambrinus das Wort an den neuen Ehrenbrauer und dessen Gattin Karin.

Selbstverständlich richtete auch Bierkönig Gambrinus das Wort an den neuen Ehrenbrauer und dessen Gattin Karin.

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und VG-Bürgermeister Jörg Lempertz schenkten dem neuen Ehrenbrauer ein Relief aus Mendiger Basalt

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und VG-Bürgermeister Jörg Lempertz schenkten dem neuen Ehrenbrauer ein Relief aus Mendiger Basalt

Bierkönig Gambrinus mit dem Ehrenbrauer Dr. Karl Tack (2.v.links) und dessen Ehefrau Karin Tack (4. V.links), der Schwiegertochter Susi Tack (links) und seinen beiden Söhnen Malte und Hannes Tack-rechts-.

Bierkönig Gambrinus mit dem Ehrenbrauer Dr. Karl Tack (2.v.links) und dessen Ehefrau Karin Tack (4. V.links), der Schwiegertochter Susi Tack (links) und seinen beiden Söhnen Malte und Hannes Tack-rechts-.

Ehrenbrauer Dr. Tack -3.v.links- mit seinem Vorgänger Elmar Schmitz -2.v.links, Weinhex Jacqueline –links-, Weinkönigin Julia -2.v.rechts- und dem Ortsbürgermeister von Winningen, Eric Peiter –rechts-

Ehrenbrauer Dr. Tack -3.v.links- mit seinem Vorgänger Elmar Schmitz -2.v.links, Weinhex Jacqueline –links-, Weinkönigin Julia -2.v.rechts- und dem Ortsbürgermeister von Winningen, Eric Peiter –rechts-

Sichtlich wohl fühlte Dr. Karl Tack (6. v. links vorne) sich im Kreis der Ehrenbrauer, des Brauerchores, der Weinhex und der Weinkönigin von Winningen, Jacqueline und Julia, den „Soppeträger“ aus Karin´s Tanzgruppe und selbstverständlich des neuen Gambrinus Tim Herrmann und seinen Herolden. Fotos: FRE

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