um 100. Geburtstag von Käthe Kaltbeitzer-Hirsch: Gedenkkonzert im Keramikmuseum
Eine Hommage in Tönen
Höhr-Grenzhausen. Eine bewegende und zugleich festliche Hommage wurde Käthe Kaltbeitzer-Hirsch zu ihrem 100. Geburtstag in einem denkwürdigen Gedenkkonzert zuteil. Der Konzertsaal des Keramikmuseums Höhr-Grenzhausen war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als ihre ehemaligen Schüler und Weggefährten ihr musikalisches Vermächtnis auf eindrucksvolle Weise lebendig werden ließen.
Unter der einfühlsamen und meisterhaften Klavierbegleitung von Michael Fuxius boten die Sängerinnen und Sänger ein facettenreiches Programm aus Opernarien und Duetten, dass die Zuhörer von Beginn an verzauberte. Besonders berührend war die Barcarole, eindrucksvoll interpretiert von Nadja Salameh und Waltraud Fröhling, die mit ihrer harmonischen und gefühlvollen Darbietung eine magische Atmosphäre schufen und das Publikum einstimmten. Simone Garnier brillierte mit ihrer kraftvollen, samtigen Stimme in der berühmten Arie der Dalila „Mon cœur s’ouvre à ta voix“, die sie mit großer Leidenschaft und Ausdruckskraft erfüllte. Uwe Deller brachte mit dem zarten, emotionalen Lied „Still wie die Nacht“ eine tiefe Innigkeit in den Raum und rührte das Publikum mit seinem flexiblen und warmen Tenor. Dagegen entfachte Nadja Salameh mit ihrer temperamentvollen und feurigen Interpretation der Habanera wahre Begeisterung im Saal, und Waltraud Fröhling verlieh der Händel-Arie „V’adoro pupille“ mit ihrem lyrischen Sopran eine bezaubernde Anmut und barocke Eleganz.
Im zweiten Teil erlebte das Publikum eine hinreißende und temperamentvolle Darbietung der Rossini-Arie „Per lui che adoro“ durch Nadja Salameh, deren Mezzosopran mit perlenden Koloraturen, Präzision und großem Ausdruck glänzte. Mit „Die Juliska aus Budapest“ brachte Simone Garnier eine lebhafte, charmante Operettennote in das Konzert. Ein weiteres Highlight bot Uwe Deller mit seiner leidenschaftlichen und kraftvollen Interpretation des neapolitanischen Klassikers Core ‚ngrato. Seine emotionale Tiefe und eindrucksvolle musikalische Gestaltung zog die Zuhörer in seinen Bann und er begeisterte mit strahlenden Spitzentönen. Das Duett „Lippen schweigen“ mit Simone Garnier und Uwe Deller zeigte wahre Operettenseligkeit und harmonischem Einklang für die Herzen des Publikums. Ein besonderer Höhepunkt war das Mitsingen einiger Ehemaliger, die vielleicht nicht solistisch auftreten konnten, aber voller Hingabe das Trinklied „Libiamo“ mitsangen und damit eine zusätzliche Wärme und Herzlichkeit in den Saal brachten. Ihre Stimmen verschmolzen zu einem kraftvollen Ensemble und verliehen dem Brindisi eine ganz besondere Note – ein Gemeinschaftsgefühl, das den Saal in festlichem Glanz erstrahlen ließ und Käthe Kaltbeitzer-Hirschs Geist spürbar werden ließ.
Dank der charmanten und gewandten Moderation und Gesamtleitung durch Nadja Salameh wurde das Konzert nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich ein würdiges Andenken an eine außergewöhnliche Lehrerin und Mentorin. Die Gesprächsrunde mit persönlichen Anekdoten und lebhaften Erinnerungen brachte die enge Verbindung zwischen Käthe Kaltbeitzer-Hirsch und ihren Schülern greifbar nah und rührte viele der Anwesenden. Mit Standing Ovations und einer temperamentvollen Zugabe von „Tonight“ aus der „West Side Story“ fand diese Gala-Matinee einen großartigen Abschluss, der der Musikpädagogin Käthe Kaltbeitzer-Hirsch und ihrem bleibenden Einfluss auf ihre Schüler und die Musikwelt in jeder Hinsicht gerecht wurde. Sie wird in bleibender Erinnerung sein.
