25. Westerwälder Literaturtage
„Die goldenen Zwanziger“ als Motto vom Kultursommer zum silbernen Jubiläum
Region.Auch im Silber-Jubiläumsjahr warten die Westerwälder Literaturtage wieder mit 28 Veranstaltungen in den drei Westerwälder Kreisen auf. Das 56-seitige Programmheft liest sich wie ein kleiner Reiseführer durch den Westerwald, eine zu Unrecht touristisch und kulturell unterschätzte Region.
Die Programmleiterin Katharina Roßbach stellte das von ihr konzipierte Programm vor und wies darauf hin, dass es in dieser Saison ungewöhnlich häufig musikalisch zugeht, was angesichts der großartigen Kompositionen dieser Zeit ein häufiger Wunsch bei den Mitveranstaltern war. Bei diesen bedankte sich die Programmleitung für die verlässlich gute Zusammenarbeit und ihr Engagement. Ebenso bei der gAöR Wir Westerwälder, ihrer Vorständin Sandra Köster und den Landräten und bei den Vertretern des Kultursommers für die Förderung, Beratung und inhaltliche Unterstützung.
„Seit 25 Jahren stehen die Westerwälder Literaturtage für kulturelle Vielfalt, Begegnung und Inspiration in unserer Region. Mit 28 Lesungen an unterschiedlichsten Orten wird erneut deutlich, welch hohen Stellenwert Literatur im Westerwald genießt und wie sehr sie Menschen zusammenbringt. Dieses besondere Jubiläum unterstreicht die erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit und das starke kulturelle Engagement in unseren Landkreisen“, so die Landräte Dr. Peter Enders, Landrat des (Landkreis Altenkirchen), Achim Hallerbach, Landrat des (Kreis Neuwied) und
Achim Schwickert (Westerwaldkreis).
Kulturstaatssekretär Jürgen Hardeck sagt: „Aus der lokalen Initiative eines namhaften Autors ist ein hochkarätiges Literaturfestival für den ganzen Westerwald gewachsen, das den besten Festivals dieser Art in nichts nachsteht. Dafür danke ich allen, die das möglich gemacht haben und heute möglich machen.“
Das diesjährige Motto DIE GOLDENEN 20er JAHRE greift eine Zeit auf, die nur „golden“ erscheint angesichts des vergangenen Schreckens des Ersten Weltkriegs und der Grausamkeit, die mit NS-Diktatur und Zweitem Weltkrieg folgten. Und doch brachte diese kurze, von Lebenslust erfüllte Zeit Errungenschaften in Gleichberechtigung und Freiheiten der Kunst und der Lebensgestaltung hervor, die nach 1945 erst langsam wieder aufblühten. In „unseren“ 20er Jahren blicken wir in Deutschland auf 80 Jahre Demokratie und Frieden zurück, während es in der ganzen Welt brodelt und die Zahl der demokratisch regierten Länder schwindet.
Daher sollen die Veranstaltungen in diesem Jahr viel Vergnügen bereiten, besonders auf musikalischem Gebiet, aber auch daran erinnern, was wir zu verlieren haben.
Die Veranstaltungen in chronologischer Reihenfolge:
Zur Eröffnung am Welttag des Buches, dem 23. April in der Stadthalle Altenkirchen wird der 100. Geburtstag eines Jahrhundertbuchs gefeiert. Nach zahlreichen früheren Übersetzungen von F. Scott Fitzgeralds Buch „Der große Gatsby“ erschien im Manesse-Verlag 2025 eine neue von Bernhard Robben. Über dieses Projekt unterhalten sich und die Zuschauer der Übersetzer und der Verleger, Dr. Horst Lauinger vom Manesse-Verlag. Der Schauspieler Benno Fürmann liest Passagen aus dem Buch. Musikalisch begleitet wird das Eröffnungsfest von Birte Bonitz und dem Gitarristen Volker Höh.
Zu dem aktuellen Literaturtrend BOOKTOK gestaltet die hähnelsche buchhandlung am 30. April in der Stadtbücherei Hachenburg einen Abend mit gleich drei jungen Autorinnen: Liane Mars, Julianne Grohe und Ryokeiya Peters stellen ihre im Drachenmond-Verlag erschienenen Fantasy-Romane vor.
Weiter geht es am 8. Mai in der Wied-Scala in Neitersen: Der geniale Rezitator, Liedermacher und Gitarrist Oliver Steller präsentiert sein Programm „Kurt Tucholsky – Lieder und Texte“.
Am 10. Mai lädt die Buchhandlung Erlesenes in Montabaur zu einem Thomas-Mann-Abend mit Reinhard Pabst und seinem Koffergrammophon ein.
Volker Kutscher, der Autor der Gereon-Rath-Krimireihe, die Vorbild für die Serie „Babylon Berlin“ war, kommt am 13. Mai mit seinem Buch „Westend“ in die Stadthalle Westerburg. Begleitet wird er in einer multimedialen Lesung von Kat Menschik, die dieses und etliche seiner früheren Bücher illustriert hat. Die Moderation übernimmt Bernhard Robben.
In die gegenwärtigen 20er Jahre führt uns Kurt Prödel am 21. Mai im Vogtshof in Hachenburg. Er begleitet in seinem Roman „Salto“ zwei junge Erwachsene bei ihrem schwierigen Start ins Leben.
Hanns-Josef Ortheil stellt am 23. Mai in seiner Sala in Wissen Auszüge aus F. Scott Fitzgeralds „Notebooks“ vor, die unter dem Titel „Der Moment der Schönheit“ in deutscher Übersetzung erschienen sind.
Am 29. Mai in der EÖB Bad Hönningen kann sich das Publikum auf ein wunderbares literarisch-musikalisches Ringelnatz-Programm, „Echt verboten!“ mit Achim Amme und Ulrich Kodjo Wendt freuen.
Andrea Paluch gibt in ihrem biografischen Roman „Ruth Berlau. Alles für einen“ eine eigene Stimme. Am 4. Juni stellt sie im b-05 in Montabaur diese Frau vor, die zu Unrecht den meisten Menschen nur als Gefährtin von Bertolt Brecht bekannt ist.
Wolfram Eilenberger nennt in seinem Buch „Zeit der Zauberer“ die Jahre zwischen 1919 und 1929 das „große Jahrzehnt der Philosophie“. Im Gespräch mit Jürgen Hardeck stellt er diesen Best- und Dauerseller am 8. Juni im JUKUZ Alter Bahnhof in Puderbach vor.
Magdalene Ziegler, Edgar Zens und Daniela Weingärtner lassen am 12. Juni in der Villa Weingärtner in Unkel die aufregende Zeit der 1920er Jahre in Chansons und Texten lebendig werden.
Passend zur Bauhaus-Ausstellung im Keramik-Museum in Höhr-Grenzhausen stellt am 19. Juni Florian Wacker mit „Zebras im Schnee“ ebendort seinen Roman über zwei junge Künstlerinnen dieser Zeit vor.
In ihrem Roman „Die Wut ist ein heller Stern“ schreibt Anja Kampmann eindringlich und bildgewaltig vom Mut einer Frau in einer Welt, die ihr keinen Platz mehr lassen will. Am 25. Juni stellt sie ihr Buch, das vom Ende der „Roaring Twenties“ erzählt, im Hofcafé Heinzelmännchen in Marienthal vor. Die Moderation übernimmt Michal Au.
Harald Jähner beschreibt in „Höhenrausch“ die Zeit der Weimarer Republik, das kurze und intensive Leben zwischen den Kriegen. Am 15. Juli stellt er im Kulturwerk Wissen seine Gesamtschau dieser pulsierenden, reichen Zeit im Gespräch mit Jürgen Hardeck vor.
Nach einer Sommerpause stellt Katharina Fuchs am 15. August im Wasserturm in Großmaischeid mit „Zwei Handvoll Leben“ einen anrührend authentischen historischen Roman über zwei Frauen und die Geschichte des Berliner KaDeWe vor.
Für Kinder gibt es am Ende des Lesesommers eine spannende und lustige Geschichte: Judith Weber präsentiert am 27. August im Katholischen Pfarrheim in Wissen ihr Buch „Der Monsterhund vom Darkmoor“ und lässt Junge und Junggebliebene miträtseln, mitfiebern und mitlachen.
Im Zentrum von Nora Gomringers Roman „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“ steht ihre Mutter, aber auch sie selbst und die Familie. Die Autorin liest am 28. August im Keller Herzog Raum in Eichelhardt.
Daniel Mellem liest am 29. August im b-05 in Montabaur aus seinem humorvollen Roman „Einstein im Bade“. Darin geht es um eine Versammlung von Naturforschern in einem Hotel in Bad Nauheim, wo die verfeindeten Physiker Albert Einstein und Philipp Lenard aufeinandertreffen.
Im Roentgen-Museum in Neuwied gastiert Angela Steidele am 2. September. Ihr turbulenter Roman „Ins Dunkel“ kreist um Greta Garbo, Erika Mann und Marlene Dietrich.
Steffen Schroeder erzählt am 12. September in „Der ewige Tanz“ Anita Berbers aufregendes Leben, das die 1920er Jahre verkörpert – zwischen Selbstbestimmung, größter Freiheit und Risiko.
Am 17. September spielt Henry Arnold im Kulturhaus Hamm/Sieg das Solotheaterstück nach Alessandro Baricco: „Novecento - die Legende vom Ozeanpianisten“, eine Liebeserklätung an das Meer und die Musik. Dabei darf eine Darbietung auf dem Flügel nicht fehlen.
Das Ensemble Federboa und Zylinder (Heilswint Hausmann, Jörg Adler, Stefan Hausmann, Guillermo Banz) präsentiert am 20. September im Hotel zur Post in Waldbreitbach Chansons der 20er und 30er Jahre: „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“.
Am 22. September erzählt Ella Carina Werner in der Birkenhof-Brennerei in Nistertal Geschichten aus ihrem Leben. Wobei sie behauptet „Man kann auch ohne Kinder keine Karriere machen“.
Am 30. September kommt Jina Khayyer mit ihrem hoch gelobten und berührenden Roman „Im Herzen der Katze“ nach Hillscheid in die Alte Schule. Die Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation im Iran ist zugleich eine Familien- und Liebesgeschichte, die Vorstellungen von Nationalität und Zugehörigkeit, von Frausein und Freiheit hinterfragt.
Im Gemeindezentrum Zweite Heimat in Höhr-Grenzhausen stellt Andreas Schwab am 2. Oktober mit „Freiheit, Rausch und schwarze Katzen“ unterhaltsam die künstlerische Subkultur der Boheme vor. Die Moderation übernehmen Holger Zaborowski und Martin Ramb.
Am 4. Oktober stellt Elisabeth Zander das Leben und Werk Erich Kästners vor. Dazu lädt die Buchhandlung ErLesenes in Montabaur ein.
Die bezaubernde Alex Beer präsentiert am 23. Oktober im Theodor-Maas-Haus in Altenkirchen ihren brandneuen Krimi um Inspektor August Emmerich, der 1923 in Wien angesiedelt ist.
Mit Peter Prange und seinem vierten großen Deutschland-Roman „Der Traumpalast“, der in den 20er Jahren in Berlin spielt, findet am 28. Oktober im Bürgerhaus in Neustadt/Wied das 25-jährige Jubiläum der Westerwälder Literaturtage seinen würdigen Abschluss.
Ausführlichere Informationen finden sich auf der Homepage ww-lit.de sowie im gedruckten Programmheft, das auf Wunsch auch zugesandt wird.
In diesem Jahr meldeten sich etliche Besucherinnen bereits ab Ende Januar mit Fragen nach dem Programm und Eintrittskarten. Teilweise mit einer gewissen Ungeduld, was vielleicht auf die vielen ausverkauften Veranstaltungen des Vorjahrs zurückzuführen ist.
Der Verkauf von Eintrittskarten für alle Veranstaltungen läuft bereits online oder in den Vorverkaufsstellen über Ticket Regional, wobei i.d.R. Noch Servicegebühren des Ticketsystems anfallen. In Einzelfällen haben die Mitveranstalter vor Ort noch Hartkarten oder stellen ihre Veranstaltung zusätzlich bei Reservix ein. Die Programmleiterin weist darauf hin, dass gebührenfreie Karten über buchladenwissen@web.de oder telefonisch unter 02742 1874 bestellt und mit Rechnung zugeschickt werden können. So können auch Reservierungen für die Abendkasse (zum Vorverkaufspreis) vorgenommen werden. Außerdem können Tickets über www.ww-events-tickets.de erworben werden.
Pressemitteilung Wir Westerwälder
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(von links nach rechts): Präsentieren zusammen das neue Programm der Westerwälder Literaturtage 2026 vor: Programmleitung Katharina Roßbach (Der Buchladen, Wissen), Sandra Köster (Wir Westerwälder), Gerhard Grün (Sparkasse Neuwied), Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck (Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz), Landrat Achim Hallerbach (Kreis Neuwied), Landrat Dr. Peter Enders (Kreis Altenkirchen), Nele van Wieringen (Leitung Keramik Museum), Michael Bug (Sparkasse Westerwald-Sieg), Achim Schwickert (Landrat Westerwaldkreis). Foto: Helmi Tischler
