Prinzen-Säule wurde als Geschenk an die Stadt übergeben

Eine „Topp“-Idee: Prinzenpaare unvergessen machen

18.11.2019 - 11:09

Andernach. Vor mehr als drei Jahrzehnten setzte Andernachs Narrenwelt ihren ersten dauerhaften und unübersehbaren Akzent in der Innenstadt: Der Funkennarrenbrunnen der Fidelitas 1893 Blaue Funken, ein Geschenk der Karnevalsgesellschaft zum 2000-jährigen Jubiläum Andernachs, lenkt in der Bahnhofstraße noch heute die Blicke auf sich und sorgt mit Überraschungs-Spritzern immer wieder für Lacher. Jetzt prangt am Merowingerplatz, nahe des Eingangs zum Historischen Garten, eine augenfällige Säule in die Höhe. Sie erinnert an Andernachs närrische Repräsentanten vergangener Jahrzehnte. Die „Prinzen-Säule“, erdacht und umgesetzt von Markus Topp und seinen Mitstreitern des Andernacher Karnevalsmuseums. Im Anschluss an die traditionelle närrische Saisoneröffnung am Historischen Rathaus, wurde das neue Monument Andernacher Karnevalstradition der Öffentlichkeit übergeben.


Eine Stunde „Andernach pur“


Die Szenerie auf dem Merowingerplatz mutete an wie ein kleines Volksfest: fahnengeschmückte Hausfassaden, Getränkestand, Feldküche, eine kleine Zuschauer-Tribüne, Musik, gut aufgelegte uniformierte Karnevalisten und viele weitere Bürgerinnen und Bürger. Mittendrin ein großes verhülltes Etwas. Jeder wusste wohl, was sich unter seiner Hülle verbarg, doch um es, beziehungsweise „sie“, endlich leibhaftig zu sehen, hatte sich hier die Schar fröhlicher Andernacher eingefunden, um dabei zu sein, wenn die 600-jährige Geschichte des Andernacher Karnevals um einen weiteren Meilenstein bereichert wird. Ein kleines Vorprogramm trieb die Spannung auf den Höhepunkt. Erfreulich zahlreiche Prinzen und Prinzessinnen vergangener Jahrzehnte folgten der Einladung des Festausschusses und wohnten dem Ritual auf der Tribüne bei. So erlebten sie mit allen anderen Freundinnen und Freunden des Karnevals die Partyzwillinge „De Spruddler“, alias Gerd und Fred Thelen. Die erfüllten den Platz mit einem Feuerwerk ihrer bekannten Stimmungssongs und ihrem neusten Titel „Für ömme jeck“. Der Ehrenpräsident der Fidelitas 1893 Blaue Funken, Heiner Lohner, warf mit seiner Mundart-Festrede einen liebevollen und schelmischen Blick auf die Andernacher Mentalität, die für ihn eine Verwandtschaft mit der Kölner Art aufweist. Für den Erzkarnevalisten und Annenacher Jung war klar, was Heimat ist: „„Alles, bat sech heut

Nummedaach hai awspellt, datt ess Heimat!“, stellte er fest, um schließlich überzuleiten auf das, was eine „Topp“- Idee sei. Dann gaben Fanfaren der Prinzengarde ein unüberhörbares Signal und der Vater der Prinzen-Säule, Markus Topp, forderte auf zum Enthüllungs-Countdown.


Und jetzt alle: 10, 9, 8, 7, 6 …


Begeisterungsrufe und Salutschüsse aus der Kanone der Blauen Funken ertönten, als sich das Meisterwerk endlich in seiner ganzen Pracht präsentierte: Eine 4,20 Meter hohe, rostfarbene Metallsäule, in ihrem unteren Teil versehen mit Namensgravuren der rund 80 Tollitätenpaare, die von 1896 bis 2019 als närrische Regenten in die Karnevalshistorie der Bäckerjungenstadt einzogen. Sie bietet noch Platz für etwa 40 weitere Prinzenpaare. Die Prinzen-Säule trägt die Aufschrift „Andernacher Fastnachts-Kladderadatsch“. Ihren oberen Teil bildet ein Stahlrohr, das von vier mehrfarbigen Narrenkappen und großen roten Schlüsseln der Stadt geziert wird. Darauf als Spitze ein goldenes Prinzenzepter. Am Fuß des Brauchtums-Denkmals, das in der Dunkelheit durch Strahler beleuchtet werden kann, erfährt man die Namen der ausführenden Personen und Firmen. Auch die Spenderinnen und Spender werden genannt.

Der überglückliche, und zeitweise zu Tränen gerührte, Initiator, Organisator und Karnevalist, Markus Topp, dankte allen, die dieses langlebige Geschenk an die Stadt ermöglichten.

Vor allem seinen Mitstreitern Peter Laumann und Peter Göddertz, Hans Breuch (Entwurf), Walter Valentin (Koordination) sowie den beteiligten Firmen und zahlreichen Spendern und Sponsoren, mit denen die Gesamtkosten in Höhe von rund 20.000 Euro erbracht werden konnten. „Achim, halt sie in Ehren“, richtete sich Markus Topp an Oberbürgermeister Hütten, der im Namen der Stadt Andernach mit einem herzlichen Dankeschön erwiderte: „So ein schönes Geschenk haben wir im letzten Vierteljahrhundert nicht bekommen!“

Pastor Stefan Dumont, ein Freund des Andernacher Karnevals, stellte dann die Prinzen-Säule unter Gottes Segen.

Als zum Abschluss die Musikzüge der Traditionskorps gemeinsam das Lied „Kein Wort so schön wie Andernach“, anstimmten und viele Stimmen erklangen, wurde es deutlich: Auf dem Merowingerplatz war heute etwas ganz Besonderes geschehen…

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

CDU Kreisverband Neuwied

„Blaulicht-Familie“ verdient Respekt und Unterstützung

Kreis Neuwied. „Wir stehen hinter den Menschen, die durch ihren Job, ihre Berufung oder auch ihr ehrenamtliches Engagement anderen Menschen helfen“, betont Kreisvorsitzender Erwin Rüddel, MdB aus voller Überzeugung und im Namen des gesamten CDU-Kreisvorstandes Neuwied. mehr...

Tourist-Information Neuwied

Den Deich und seine Geschichte erwandern

Neuwied. Seit letztem Jahr bietet die Tourist-Information Neuwied die zweigeteilte Wanderung auf dem Deichstadtweg an. Am Sonntag, 4. Oktober, 14 Uhr, startet ab dem Engerser Bahnhof die Tour 2 Richtung Innenstadt. Während des rund dreistündigen Ausflugs, der durch das Engerser Feld führt, erzählt ein Stadtführer über die Zeit vor und nach der Errichtung des Deiches und seine Bedeutung für die Bürger von Neuwied. mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Corona und Karneval - Soll die "Fünfte Jahreszeit" abgesagt/verboten werden?

Ja, zur Sicherheit lieber absagen.
Nein, Karneval kann man auch anders feiern.
Mir egal, ich feiere keinen Karneval.
2096 abgegebene Stimmen
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 
Kommentare
Wally Karl:
Während in den Städten Aachen, Bonn und Wuppertal die Wähler noch den fantastischen Zukunftsplänen der Grünen huldigen, haben sich die Bürger von Mayen aus der Erfahrung der letzten Jahre, wieder dem Realismus des Machbaren zugewandt und die Grüne Stadtregierung mit deutlicher Mehrheit abgewählt.
Wally Karl:
Herzlichen Glückwunsch an den neuen OB und frohe Weihnachten für die Mayener Bürger, ein schlimmes Jahr geht gut zu Ende.
Günter Wittmer:
Es war fast zu erwarten, denn destruktiver konnte sich die CDU vor der Wahl wohl nicht verhalten. Dass die Suppe gerade der junge Herr Oliver Wahl als daran weitgehend Unbeteiligter mit auslöffeln muss und die Wahl ums Bürgermeisteramt verloren hat, finde ich persönlich sehr schade. Ich hätte mir einen solchen jungen Unternehmer aus Rheinbach wirklich für einen Neuanfang gewünscht. Ob sich der Verbund der Nicht-CDU-Parteien gegen ihn damit einen Schuss ins eigene Knie geleistet hat, wird sich zeigen. Dass von der CDU in die UWG abgewanderte Stadträte/-innen auch noch im neuen Rat sitzen können, ist für mich als parteiloser Bürger ein Unding schlechthin. Aber am Schluss erhält jedes Wahlvolk das verdiente Ergebnis - wohl bekommt's!
Günter Wittmer:
Dass Herr Oliver Wolf die Wahl verloren hat, muss sich die bisherige CDU ankreiden lassen. Destruktiver ging's wohl kaum. Meine Hoffnung lagen dennoch eindeutig bei dem daran eher unschuldigen Herrn Wolf. Einen solch jungen Unternehmer an der Spitze der Stadt hätte ich mir für den Neuanfang gewünscht - es kam fast erwartungsgemäß anders. Der Verbund aller Nicht-CDU-Parteien gegen Herrn Wolf könnte sich allerdings noch als Schuss ins eigene Knie herausstellen. Gleiches gilt für die Aufnahme der CDU-Abwanderer in die UWG, gerade weil Betroffene dadurch erneut in den Stadtrat gelangen konnten, für mich als Parteiloser völlig unverständlich. Aber wir Bürger haben jedes Wahlergebnis selbst bestimmt und damit uneingeschränkt verdient - dies gilt immer!
Manfred Mattick:
Wir alle werden sehen, welche Auswirkungen es hat, wenn sich vier Verlierer nur deshalb zusammen schließen, um der CDU zum ersten Mal den Bürgermeisterposten abzujagen. Petri Dank !!
Wally Karl:
Herzlichen Glückwunsch an den Bürgermeister.
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.