Gesang und Rezitation bei „Rheinbach liest“
„Eine kleine Sehnsucht“
„Die netten Koketten“ präsentieren am 2. November Lieder und Gedichte aus den wilden Zwanzigern
Rheinbach. „Rheinbach liest“ reist in die 20er-Jahre. Charlotte Welling und Valerie Barth alias „Die netten Koketten“ singen und rezitieren am 2. November um 16 Uhr in der Galerie Alexandra B. am Altstadtplatz in Rheinbach Lieder und Gedichte von Friedrich Holländer, Georg Kreisler, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz und anderen.
Die Lieder von Holländer und Kreisler gehören zum Kulturgut: „Geben Sie acht“, „Die zersägte Dame“, „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ und andere Evergreens haben im deutschen Lieder-Kanon einen hohen Rang. Sie haben oft 100 Jahre auf dem Buckel und wirken mit ihrem Pendeln zwischen Alltagsflucht und Liebessehnsucht auf der einen sowie entlarvendem Spott und dezenter Anzüglichkeit auf der anderen Seite doch erstaunlich frisch. „Überdies sind diese Chansons und Schlager kompositorisch und sprachlich einfach herausragend gemacht“, findet auch Charlotte Welling, Schauspielerin am Euro Theater Central. Während ihrer Ausbildung in Berlin kam sie in Kontakt mit den Werken von Friedrich Holländer und anderen Größen der Berliner Kabarett- und Revueszene und verliebte sich in die Musik der 20er- und 30er Jahre.
Mit Valerie Barth aus Köln hat sie eine Bühnenpartnerin gefunden, deren Herz ebenfalls für die Lieder mit dem Hang zur „kleinen Sehnsucht“ schlägt. Dieses Holländer-Lied mit der schönen Liedzeile „Du bist aus Gold, ich bin aus Gold …“ gab dem Programm den Titel. „Aber wir wollen nicht nur in der Vergangenheit schwelgen, uns interessiert mehr noch die Aktualität der Texte“, so die an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln ausgebildete Pianistin und Sängerin. „Gerade Friedrich Holländer fasziniert mich, sodass ich vor Jahren sogar meine Bachelor-Arbeit über seine Lieder geschrieben habe.“
„‚Eine kleine Sehnsucht‘ ist unser Herzensprojekt“, sagen die beiden Künstlerinnen übereinstimmend. Die Premiere des Programms, dem auch einige Gedichte angehören, findet nicht ganz zufällig in Rheinbach statt. Charlotte Welling war hier schon oft als Vorleserin für „Rheinbach liest“ aktiv. Mit dem Verein zur Leseförderung haben „Die netten Koketten“, wie sich Welling und Barth als Duo nennen, einen engagierten Veranstalter gefunden und mit der Galerie Alexandra B. am Altstadtplatz einen Ort „ganz nach unserem Geschmack, der Nostalgie und Moderne auch in seiner Architektur verbindet.“
Die Inhaberin der Galerie für Schmuck und Kunst, Alexandra Brandt, hat vor einiger Zeit sogar ein Klavier mit „ordentlich Patina“ in ihrem Geschäftsraum aufstellen lassen, um für solche Veranstaltungen vorbereitet zu sein: „Ich freue mich sehr auf den Chanson-Nachmittag und bin sicher, dass sich die Kulturfreunde aus Rheinbach und der Region diese Gelegenheit nicht entgehen lassen werden.“
Der Eintritt zu „Eine kleine Sehnsucht“ ist frei. Um Spenden in die zwei Zylinderhüte wird gebeten. Der Reinerlös ist für die Leseförderung von „Rheinbach liest“ bestimmt. Platzreservierungen können vorgenommen werden unter E-Mail alexandra@schmuckgalerie-brandt.de, Tel. (0 22 26) 900 11 96 oder direkt in der Galerie in der Weiherstraße 10c am Altstadtplatz.
Infos zu den Projekten und Veranstaltungen von „Rheinbach liest“ unter rheinbach-liest.de.
