Allgemeine Berichte | 23.04.2025

Vier Vereine gründen Arbeitsgemeinschaft zur Stärkung der Festungsanlagen in Koblenz

Eine starke Stimme für die Koblenzer Festung

„Hands-On“: das ist etwas was die vier Vereine schon lange machen und jetzt noch einmal gemeinsam intensivieren wollen. Symbolisch sind dafür die Schubkarren gedacht. V.li. : Uwe Diederichs-Seidel (Fort Asterstein), Harald Pohl (Pro Konstantin), Peter Zirwes (Pro Konstantin), Dr. Margit Theis-Scholz, Matthias Kellermann (Fest Franz), Dr. Sebastian Gleixner (Pro Konstantin), Hans-Ulrich Stelter (Förderverein Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein und Landesmuseum Koblenz).  Quelle: Uwe Diederichs-Seidel

Koblenz. Vier engagierte, selbstständige Vereine, ein gemeinsames Ziel: Die Zukunft der Festungsanlagen in Koblenz aktiv mitgestalten. Aus diesem Antrieb heraus wurde jetzt eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen – ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit, Engagement und den festen Glauben daran, dass die beeindruckenden Relikte unserer Geschichte eine ebenso starke Zukunft verdienen.

Alle vier Vereine arbeiten seit Jahren ehrenamtlich daran, die historischen Festungsanlagen zu erhalten, zu pflegen, zu beleben und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ihre Vorstände leisten Jahr für Jahr tausende Stunden – gemeinsam sind es weit über 3.000 Stunden im Jahr, die in Veranstaltungen, Sanierungsideen, Öffentlichkeitsarbeit und Führungen investiert werden. Und das mit Herzblut.

Doch es geht jetzt um mehr:

Die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft soll eine Plattform für regelmäßigen Austausch bieten, Synergien schaffen und Ressourcen besser nutzen. Nicht nur die Vorstände wollen künftig enger zusammenarbeiten – auch die Mitglieder der beteiligten Vereine sollen von der neuen Struktur profitieren. Vereinsinterne Termine und Veranstaltungen werden für die Mitglieder aller vier Gruppen geöffnet. Gemeinsam wollen sie sichtbar und erlebbar machen, was die Festungen für Koblenz bedeuten.

Ein weiterer Impuls zur Gründung kam von außen: Die Bürgerbeteiligung zur Bundesgartenschau 2029 hat klar gezeigt, dass sich viele Koblenzerinnen und Koblenzer eine stärkere Präsenz des Themas „Festung“ wünschen. Diesen Wunsch wollen die Vereine ernst nehmen. Sie wissen: der städtische Haushalt ist knapp. Aber wo Geld fehlt, können manchmal ehrenamtlicher Einsatz, kreative Ideen und alternative Finanzierungswege helfen.

Denn klar ist: Die Festungsanlagen sind nicht alles, was Koblenz ausmacht – aber ohne sie ist Koblenz nicht vollständig.

Die neue Arbeitsgemeinschaft versteht sich deshalb als starke Stimme für die Festungen in Koblenz – und als ein verlässlicher Partner für Stadt, Bürgerschaft und Zukunftsprojekte wie die BUGA 2029. Gemeinsam wollen die vier Vereine zeigen, wie viel Kraft, Kompetenz und Engagement im Ehrenamt steckt – und wie viel Potenzial in den steinernen Zeugen der Geschichte.

Auf dem Programm der AG stehen zunächst Gespräche mit der Verwaltung und der Politik in Koblenz.

„Wer ist dabei?“

Arbeitsgemeinschaft „Festung Koblenz“: Fünf engagierte Vereine, ein gemeinsames Ziel:

- Freunde und Förderer des Fort Asterstein e.V.

- Pro Konstantin e.V.

- Feste Kaiser Franz e.V.

- Förderverein Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein und Landesmuseum Koblenz e.V.

Was verbindet sie?

• Die Leidenschaft für die Festungsanlagen in Koblenz

• Über 3.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Jahr

• Der Wunsch nach enger Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung

• Eine gemeinsame Vision für die Zukunft – auch mit Blick auf die BUGA 2029

Uwe Diederichs-Seidel (Fort Asterstein): „Die Festung ist mehr als Stein – sie ist Teil unserer Geschichte, unserer Stadt und unserer Zukunft. Mit dieser Arbeitsgemeinschaft wollen wir ihre Stimme lauter machen. Zum Festungsjubiläum 2028, zur Buga 2029 und natürlich darüber hinaus.“

Dr. Sebastian Gleixner (Verein Pro Konstantin): „Wir als Verein pro Konstantin freuen uns sehr über die Gründung der Arbeitsgemeinschaft. Es ist ein gutes Mittel, um die einzelnen Festungsteile als Gesamtfestung zu begreifen, sich gegenseitig zu unterstützen, sich gegenseitig zu bewerben und insgesamt effizienter zu werden in der eigenen ehrenamtlichen Arbeit. Unsere Vereine sind finanziell nicht besonders gut ausgestattet und sie leben davon, dass wir aktive Mitglieder haben, die ehrenamtlich unterwegs sind, so dass es eben auch wichtig ist, dass man sich gegenseitig unterstützen kann.“

Harald Pohl (Ehrenvorsitzender Verein Pro Konstantin): „Die ehrenamtliche Arbeit ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Wir haben leider hin und wieder mit Vandalismus zu kämpfen und sogar mit Brandstiftung. Die letzte hat einen Schaden von 140.000 Euro verursacht. Und deshalb ist es leider nicht möglich das zu tun, was wir eigentlich gerne machen würden, nämlich das Fort ständig offen zu haben für Besucher. Für die Aufsichtsdienste braucht es aktive, ehrenamtliche Mitglieder, die aber natürlich auch für Fragen der Besucherin und Besucher zur Verfügung stehen.“

Dr. Theis-Scholz: (Dezernentin der Stadt Koblenz für Bildung und Kultur a.D.): „Ich freue mich sehr, dass die gemeinsamen Gespräche, die ich auch initiiert hatte, Ihre Fortsetzung in der Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft finden. Die ehemalige Militäranlagen haben über Jahrzehnte hinweg einen Dornröschenschlaf geschlafen. Und sie wurden durch die Festung Ehrenbreitstein im Zusammenhang mit der letzten Buga erfolgreich wieder erweckt. Inzwischen hat die Stadt Koblenz aber auch sehr viel Geld in die Weiterentwicklung der anderen Festungsanlagen investiert. In der Bevölkerung ist auf jeden Fall angekommen, dass die Festungsanlagen sich zur Kulturorten weiterentwickelt haben und hervorragende Ausgangspunkte sind, um Veranstaltungen durchzuführen, aber auch um Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und um Feiern ausrichten zu können.

Die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft bietet viele Vorteile, weil man sich gegenseitig unterstützen kann. In der Gemeinschaft entsteht natürlich auch ein ganz anderer Auftritt nach draußen. Die öffentliche Wirksamkeit ist wesentlich höher. Aber ohne ein starkes und breites, ehrenamtliches Engagement wird trotz der finanziellen Mittel z.B. des Bundes in der Entwicklung der Anlagen zu wenig tun.“

Matthias Kellermann (Feste Kaiser Franz): „Die Feste Kaiser Franz ist bereits 1890 aufgegeben worden und nach dem ersten Weltkrieg in großen Teilen zerstört worden. Wir als Verein sind dort seit 1997 tätig und versuchen, die Anlage freizulegen und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückzuholen. Als einzige Festungsanlage in Koblenz haben wir noch einen Festungsbackofen und möchten den auch sanieren. Es kommt uns sehr entgegen, dass das Umfeld der Feste Kaiser Franz gerade saniert und neugestaltet wird. Er wird Ausgangspunkt sein für unsere Führungen in der Feste Kaiser Franz, die wir hoffentlich bald wieder durchführen können.

Wir begrüßen es sehr, dass wir uns als Vereine jetzt zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschließen. Unsere Arbeit lebt von der Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit und diese Sichtbarkeit zu erreichen, ist ein wichtiger Zweck der neuen AG.“

Hans-Ulrich Stelter (Festung Ehrenbreitstein): „Gemeinsam sind wir stark: das ist ein abgedroschenes Schlagwort aber der Inhalt stimmt. Deshalb ist der ‚Förderverein Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein und Landesmuseum Koblenz‘ sehr dankbar, dass sich diese Arbeitsgruppe gründet an der wir gerne teilnehmen. Obwohl unsere eigene Ausgangssituation eine andere ist. Die Festung Ehrenbreitstein gehört dem Land Rheinland-Pfalz. Und somit haben wir die Aufgabe, das kulturelle Leben auf dem Ehrenbreitstein zu aktivieren und zu unterstützen. Das tun wir mit Geld, aber auch mit ‚Hands-on‘ Projekten. Unser jährliches Highlight ist das Benefizkonzert mit dem Heeresmusikchor. Ich glaube, dass der Sinn und Zweck dieser Arbeitsgemeinschaft der Festungsteile der Großfestung Koblenz ist, dass wir in das Bewusstsein der Öffentlichkeit kommen, um zu zeigen, dass es eine Gesamtanlage ist, die es erstens zu erhalten gilt und zweitens zu aktivieren gilt. Wenn das Bewusstsein nicht existiert, dass hier in den Anlagen etwas geschieht, dann wird es vergessen und vergessen ist das Schlimmste, was in der geschichtlichen Erhaltung passieren kann.

Und es gibt gemeinsame Ziele: einerseits das Festungsjubiläum 2028 und dann die Buga im Oberen Mittelrheintal 2029, bei der Koblenz das nördliche Ende darstellt.“

Pressemitteilung

Arbeitsgemeinschaft

„Festung Koblenz“

„Hands-On“: das ist etwas was die vier Vereine schon lange machen und jetzt noch einmal gemeinsam intensivieren wollen. Symbolisch sind dafür die Schubkarren gedacht. V.li. : Uwe Diederichs-Seidel (Fort Asterstein), Harald Pohl (Pro Konstantin), Peter Zirwes (Pro Konstantin), Dr. Margit Theis-Scholz, Matthias Kellermann (Fest Franz), Dr. Sebastian Gleixner (Pro Konstantin), Hans-Ulrich Stelter (Förderverein Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein und Landesmuseum Koblenz). Quelle: Uwe Diederichs-Seidel

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