Die Ex-Prinzen-Gruppe aus Urmitz trifft sich auch außerhalb der fünften Jahreszeit
Eine verschworene und gut gelaunte Gemeinschaft
Die „Örmser“ Karnevalisten sind zuversichtlich, dass in Urmitz bald ein neuer Prinz oder eine neue Prinzessin inthronisiert wird
Urmitz. Auch wenn es in Urmitz, wie in so vielen anderen Kommunen auch, in den letzten Jahren Probleme gab, einen Prinzen zu finden, so ist der Ort zweifelsfrei eine der Karnevalshochburgen in der Region. Niemand, der in der Rheingemeinde das ehrwürdige Amt in der Vergangenheit wahrgenommen hat, bereute diesen Schritt, im Gegenteil: Die Ex-Prinzen sind eine verschworene und gut gelaunte Gemeinschaft, die gerne Erinnerungen an Zeiten austauscht, die wohl einmalig im Leben eines Karnevalisten sind. Die Gruppenmitglieder schwelgen jedoch nicht nur in den guten alten Zeiten, sie setzen sich auch weiterhin für den rheinischen Karneval ein und engagieren sich vielfältig. In regelmäßigen Abständen, in der Regel alle drei Monate, trifft man sich zu unterschiedlichen Anlässen. Bei der jüngsten Zusammenkunft der Ex-Prinzen und Ex-Prinzessinnen feierte man einen gemütlichen Sommerabend bei Gastgeber Reinhold Müller, der hierfür gerne seinen Garten zur Verfügung stellte. Zu den Anwesenden gehörten auch Udo Rünz und Anja Mohr, die als Sprecher der Gruppe fungieren. Der formlose Zusammenschluss versteht sich als eine Unterorganisation der KG Grün-Weiß Urmitz. „Wir legen nicht nur Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit unserem Mutterverein, sondern auch auf die Freundschaft zu den umliegenden Karnevalsvereinen“, so Udo Rünz. Diese drückte sich beispielsweise beim zurückliegenden Rosenmontags-Umzug aus. Wer aufmerksam hinsah, konnte beim Umzug auch die Mitglieder der Mülheim-Kärlicher Ex-Prinzen sehen. Diese feierten jedoch nicht mit, sondern engagierten sich bei den Prunkwagen als Helfer mit Warnwesten. „Es wird immer schwieriger, für solche gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben Freiwillige zu finden. Wir unterstützen uns daher gegenseitig. Die Mülheim-Kärlicher Kollegen haben uns dieses Jahr geholfen, wir sind beim nächsten Umzug dort als Helfer aktiv“, berichtet Udo Rünz. Und auch für Anja Mohr sieht in der Vernetzung mit anderen Vereinen nur Vorteile: „Es macht Spaß, überörtlich Erfahrungen auszutauschen und Freundschaften zu knüpfen“, so die Karnevalistin.
Ist die Durststrecke bald vorbei?
Die Urmitzer Ex-Prinzengruppe ist übrigens eine der größten in der Region. Durchschnittlich 13 bis 15 Personen erscheinen zu den regelmäßigen Treffen. Auch in den Städten Weißenthurm und Mülheim-Kärlich gibt es vergleichbare formlose Zusammenschlüsse.
Die „Örmser“ Karnevalisten sind jedenfalls zuversichtlich, dass bald auch wieder in Urmitz-Rhein ein neuer Prinz oder eine neue Prinzessin inthronisiert wird. „Wir freuen uns, wenn die Durststrecke bald vorüber ist“, so Anja Mohr und Udo Rünz. Ob tatsächlich ein Kandidat bzw. eine Kandidatin in Sicht ist oder ob die Ex-Prinzen bei diesem wichtigen Thema nur Optimismus verbreiten wollen, bleibt an dieser Stelle ein Geheimnis... GH
Udo Rünz und Anja Mohr sind die Sprecher der Urmitzer Ex-Tollitäten.
Udo Rünz (l.) gemeinsam mit Reinhold Müller, dem Gastgeber des jüngsten Treffens der Urmitzer Ex-Prinzen.
