Allgemeine Berichte | 06.10.2020

Schauspielerin Antje Mies aus Ramersbach hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht

„Einheitsbrei ist nicht so mein Ding“

Antje Mies aus Ramersbach. Foto: Mathias Radke Photography

Ramersbach. Ist die Schule erfolgreich absolviert steht für viele junge Erwachsene der Weg an die Uni oder in den Ausbildungsbetrieb an. Antje Mies aus Ramersbach hat einen anderen Weg eingeschlagen und ist Schauspielerin geworden. Im Gespräch mit BLICK aktuell erzählt die Jungschauspielerin von ihren Erfahrungen, Motivation und Träumen.

BLICK aktuell: Schauspielerin zu werden ist im Ahrtal nicht unbedingt alltäglich! Wie kamen Sie auf die Idee?

Antje Mies: Das stimmt! Und es ist auch immer noch ein Beruf, der für viele mit viel Glamour zu tun hat!

Aber das war für mich niemals der Grund, diesen wunderbaren Beruf zu erlernen oder - besser gesagt - dieser Berufung zu folgen. Ich stand bereits in der Grundschule das erste Mal auf der Bühne in der Theater AG der Aloisius Grundschule Ahrweiler. Seitdem wusste ich: „Das will ich machen“. Auch wenn ich damals noch gar nicht wusste, dass dieser Beruf sich „Schauspielerin“ nennt.

BLICK aktuell: Wo haben Sie ihr „Handwerk“ gelernt und wie waren Ihre Erfahrungen während Ihrer Ausbildung?

Mies: Gestartet habe ich meine Ausbildung an einer privaten Schauspielschule. Nach zwei Jahren stellt ich aber fest, dass es doch große Qualitätsunterschiede bei der Ausbildung gibt und somit bin ich nach Berlin gewechselt. Dort habe ich an der Schauspielschule Charlottenburg mein Studium mit Diplom 2013 erfolgreich absolviert.

Leider existiert die Schule seit 2019 nicht mehr, da der Schulleiter verstorben ist. Die Schule sowie die Zeit in Berlin waren sehr prägend und wichtig für mich was den Beruf der Schauspielerin angeht. Es ist tatsächlich ein Handwerk, welches gelernt und auch beherrscht werden muss. Es gibt fast keine weitere Stadt in Deutschland, welche in dieser Branche so viel zu bieten hat, weshalb der Umzug nach Berlin zwar Anfangs nicht leicht war, jedoch nach einer gewissen Zeit unglaublich bereichernd.

BLICK aktuell: Für Schauspieler gibt es viele Betätigungsfelder. Was liegt Ihnen mehr: Theater, Film, Werbung, Fotografieprojekte ... ?

Mies: Das Theater ist meine Leidenschaft. Es ist ein unglaubliches Gefühl eine Rolle, eine Charakter näher kennen zu lernen und zu spielen, zu sein. Und nicht zu vergessen ist, dass die Vorstellung vor einem Publikum stattfindet. Auch Lampenfieber gehört auch dazu.

Der Prozess von Beginn der Proben bis zur Derniere, also der letzten Vorstellung, ist jedes Mal anders neu und aufregend und tut unglaublich gut. Film und Werbung macht auch Spaß, zumal diese Projekt meist besser bezahlt werden. (lacht) Hier ist der Entstehungsprozess jedoch ein ganz anderer. Mir fällt es sehr schwer die beiden Bereiche Theater und Film/Werbung miteinander zu vergleichen. Die Arbeit daran ist zu unterschiedlich und beides hat auf seine Weise einen ganz besonderen Zauber. Fotoprojekte mache ich auch sehr gerne. Es ist auch eine Art den Betrachter erreichen zu können und etwas mitzuteilen. Es ist im Gegensatz zum Theater und natürlich gerade auch zum Film viel entschleunigender, damit meine ich, dass der Betrachter einfach mehr Zeit hat sich mit einem Bild oder Foto befassen zu können. Gerade in unser schnelllebigen Zeit, kann das sehr gut tun.

BLICK aktuell: Gibt es Projekte, die Sie besonders reizen würden? Haben Sie eine Traumrolle?

Mies: Sehr schwierige Frage. Mir ist es wichtig viele unterschiedliche Rollen spielen zu können und nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. Kreative Projekte reizen mich besonders. Ich finde da ist in Deutschland noch Luft nach oben, zumindest beim deutschen TV-Programm. Da fehlt es mir oft an neue Ideen. Einheitsbrei ist nicht so mein Ding.

BLICK aktuell: Die Corona-Pandemie setzt Kulturschaffenden zu: Wie waren die letzten Monate für Sie in beruflicher Hinsicht?

Mies: Es ist wirklich krass, was passiert in unserer Welt. Die Corona-Pandemie hat vielen Künstlern ihre finanzielle Existenz geraubt.

Es ist so schon oft schwierig sich mit Kunst über Wasser halten zu können. Ich hatte da noch Glück, da ich einer nebenberuflichen Saisontätigkeit nachgehen konnte, wodurch ich nicht ganz verzweifeln musste. Gerade auch die Bundesländer haben da sehr unterschiedlich Unterstützung gegeben. In Nordrhein-Westfalen gab es viel mehr finanzielle Soforthilfe als hier bei uns in Rheinland-Pfalz.

Aber ich bin grundsätzlich ein Mensch, der auch aus schwierigen Zeiten das Positive ziehen möchte. Und das habe ich getan, indem ich eine Live Sendung auf Instagram namens „Schöne Aussichten“ ins Leben gerufen haben. Seit 20 Wochen interviewe ich Künstler*innen aus der Theater- und Filmbranche, sowie Musiker und weitere kreative Menschen. Die Themen der Sendung sind positive mindset, high energy, good vibes, Motivation und wie meine Interviewpartner damit umgehen. Mir war es wichtig auf der einen Seite eine Plattform zu bieten für die Künstler*innen sich präsentieren zu können, aber andererseits auch Zuschauern die Möglichkeit zu geben von der positiven Energie für sich etwas herauszuziehen und mitzunehmen zu können. Jeden Freitag findet die Sendung um 20 Uhr live für 30 Minuten auf meinem Instagram Account „actress_antje_mies“ statt. Mein nächster Gast am 9. Oktober kommt aus Los Angeles.

BLICK aktuell: Sie kommen aus Ramersbach: Wie ist Ihre Ihre Verbindung zu Ihrer Heimat?

Mies: Meine Verbindung zur Heimat ist sehr stark, denn nach meinem Studium bin ich wieder hierher zurück gezogen. Berlin ist interessant, aber vielleicht auch von allem ein bisschen zu viel und die rheinländische Frohnatur hat mir dort sehr gefehlt. Außerdem bin ich sehr naturverbunden. Da bietet sich Ramersbach einfach als bester Wohnort an. Und auch das Ahrtal sowie die Eifel ist einfach wunderschön, da kann Berlin dann doch nicht mithalten. (lacht) Also habe ich hier meine Basis und umspanne von hier die Welt. Wenn ich irgendwo drehe, fahre ich wieder hier hon und kann danach wieder Ruhe und Entspannung tanken für ein nächstes Projekt. Bonn und Köln sind für mich gut erreichbar, weshalb Theaterprojekte und Engagements dort auch kein Problem sind. Es ist sehr wichtig einen gesunden Ausgleich zu haben und den bietet mir meine Heimat.

ROB

Antje Mies aus Ramersbach. Foto: Mathias Radke Photography

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Gerhard Stotzem: Die einzige mir bekannte Brückenbaustelle in Hönningen berührt zwar den Ahrradweg, aber sie unterbricht ihn nicht. Es handelt sich dabei um eine Ahrquerung vom Radweg in die Ortschaft. Der Radweg zwischen...
  • Jörg Kasper: Habe zehn Jahre rumgedocktert, war schon als Simmulant abgestempelt, dann 2021 war es soweit. Im November links, Hüfttep und weil es so schön war, sieben Monate später rechts, da hatte mein Arzt dann gemerkt das ich nicht simuliert habe.
  • Horst Peschell: Manschmal isch aber auch der Bein und der Knie inschgeschamt im Arrrrgehnnnn, ich hab Krääääätze und Schoooorf, Schnooooorrrrr!!! ESCH juckt so seeeehr, ob eine Prothese da hilft ? mit freundlichen Grüßen Eure Schorfkrätze
  • Heruete: Holt euch auf jeden Fall eine Zweit- oder Drittmeinung ein. So schnell wie in Deutschland wird in keinem anderen Land operiert und der Patient über den OP Tisch gezogen
  • Hans Peter Wolf: Der Bambini-Prinz Emil Lichtenberg fehlt leider im Text.
Dorffest Merl
Anzeige "WM Start 2026" Sonderpreis
Azubispots Koblenz, Herr Hastrich
Richtfest Jahn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
sprudelndes Sinzig
Sonfderseite Jahn Eleven
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Empfohlene Artikel
8

Marienstatt. Anfang Juni traf sich die Wandergruppe gegen Krebs zu ihrer ersten Wanderung am Brauhaus Marienstatt. Begrüßt von Yannic Sander, Mitarbeiter der WeKISS, und Jochen Krentel, Organisator der Wanderungen, stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. Alle hatten eine Krebsdiagnose und dennoch Freude an der Bewegung in der heimatlichen Natur.

Weiterlesen

Glücksbotin Julia Krüger.
50

Region. „Der Juni hat es in sich“ – zumindest für zahlreiche Teilnehmende der Postcode Lotterie im rheinland-pfälzischen Westerwaldkreis. Denn im Postleitzahlengebiet 56244 verteilt die gemeinnützige Soziallotterie ihren Juni-Monatsgewinn in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro und sorgt damit für ein unvergessliches Wochenende. Und auch der gute Zweck gewinnt mit: Dank aller Teilnehmenden in Rheinland-Pfalz...

Weiterlesen

Neben Gabriele Wieland gratulierten auch die Vertreter der jeweiligen Verbands- und Ortsgemeinden.
92

Region. Für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz zum Wohl ihrer Mitmenschen sind drei Bürger des Westerwaldkreises mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung war vom damaligen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer verliehen worden. Im Rahmen einer Feierstunde im Kreishaus in Montabaur überreichte die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland die Ehrennadeln...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Auch Ehrengäste kamen zum Gratulieren vorbei.  Foto:Stadtverwaltung / Wolfgang Horrmann
720

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Beisein der Pflegekräfte des Seniorenheim St. Maria-Josef gratulierten die Beigeordneten der Stadtverwaltung, Wolfgang Horrmann (l.), und des Kreises Ahrweiler, Horst Gies (r.), der Jubilarin Annedore Hildebrandt zum 100. Geburtstag und überbrachten ihr die besten Wünsche. Ihre Freude darüber war sehr groß, dass sowohl die Stadt als auch der Kreis sie mit einem Präsentkorb sowie einer Orchidee überraschten.

Weiterlesen

Symbolbild.
175

Astrologische Vorschau für die KW 25: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 15. bis 21. Juni 2026

Mit dem Übergang in den Frühsommer verdichten sich die Energien: Die Tage werden länger, Entscheidungen klarer und Beziehungen intensiver. Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni zeigt sich für viele Sternzeichen eine Phase zwischen Aufbruch und innerer Standortbestimmung. Während berufliche Themen Fahrt aufnehmen, verlangen persönliche Beziehungen nach Aufmerksamkeit und ehrlichen Gesprächen.

Weiterlesen

Symbolbild.
59

Mehr Qualität im Schienenpersonennahverkehr

Profitester des SPNV-Nord sind im Einsatz für die Fahrgäste

Region. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) erweitert seine Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Schienenpersonennahverkehr (SPNV): Ab Mitte Juni kommen erstmals sogenannte Profitester*innen zum Einsatz, um die Qualität der Verkehrsleistungen anhand objektiver Kriterien überprüfen zu können. Bereits heute enthalten die Verkehrsverträge umfangreiche Qualitätsvorgaben.

Weiterlesen