Allgemeine Berichte | 16.10.2019

„Terra X“-Kameramann Oliver Roetz zu Besuch in der Evangelischen Kirche Heimerzheim

Einmalige Einblicke in die Natur

V.l.: Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Swisttal Franziska Hageloch, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Oliver Roetz und sein Schulfreund Udo Ellmer.Foto: EICH

Heimerzheim. Die evangelische Maria Magdalena-Kirche in Heimerzheim war bis auf den letzten Platz gefüllt. Oliver Roetz war in seine alte Heimatgemeinde gekommen, um über seine Arbeit als Kameramann zu berichten. Denn wer kennt nicht die faszinierenden Naturaufnahmen aus der ZDF Sendereihe „Terra X-Faszination Erde“.

Für Roetz, der 1968 in Bangladesch geboren wurde und in Heimerzheim groß geworden ist und dort in der Schülerband D.H.F. im Keller der Magdalenenkirche spielte, war der Vortragsabend ein Heimspiel.

Der 50-jährige Naturfilmer, der heute mit seiner Familie in Schweinheim bei Euskirchen wohnt, dreht seit 1990 als Kameramann für viele verschiedene Dokumentationen und Reiseformate. Seit 2008 ist er fest engagiert für das Sendeformat „Terra X“, das im ZDF ausgestrahlt wird. Hierfür erhielt er Anfang dieses Jahres die „Goldene Kamera“ für die „Beste Dokumentation Natur und Umwelt“.

Diese Arbeit führte Roetz rund um die Welt und in die entlegensten Gegenden der Erde. Mit abenteuerlichen Erlebnissen und faszinierenden Geschichten vor und hinter der Kamera.

So bot sich den Besuchern in der Kirche auch ein eher ungewöhnliches Bild. Im Altarraum waren Alukisten, Kameras und viel exotisches Equipment aufgebaut, wie man es sonst nur von Expeditionen im Fernsehen kennt. Organisiert hatte das Ganze Udo Ellmer, ein Schulfreund von Oliver Roetz, der auch die Begrüßungsrede hielt. Anlass waren die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Swisttal.

Ellmer dankte der Pfarrerin Franziska Hageloch von der evangelischen Kirchengemeinde Swisttal für die spontane Zusage, den Kirchenraum nutzen zu dürfen. Weit über 100 Gäste waren der Einladung zu diesem Vortrag gefolgt, darunter viele Freunde und Bekannte aus Kindertagen.

Roetz berichtet, dass er durch seinen Vater Nikolaus Roetz, der auch ein bekannter Kameramann war, zu dem Beruf gekommen war. „In einer Garage hatte mein Vater eine Weltkarte mit Pins hängen, wo er schon gewesen ist. Das hat mich animiert, auch in der Welt Filme drehen zu wollen. Er hat mir dann später viele Türen zu meinem Beruf geöffnet“, berichte Roetz rückblickend. So kam es auch, dass er in Baaka/Bangladesch geboren wurde.

Angefangen hätte alles mit einem Anruf von einem Kameramann aus Bonn, der Roetz fragte, ob er Lust habe, acht Wochen mit auf die Fidschi-Inseln im pazifischen Ozean zu kommen, um dort zu drehen.

Roetz berichtete, dass eine Produktion von der Planung bis zum Start bis zu 18 Monate dauern könne, bis alle Details, Genehmigungen und Visaanträge geklärt wären. Dies beträfe auch den Transport der Ausrüstung in 15 Alukoffern, die das Gewicht von acht Zentnern umfasst.

„Ich habe drei Reisepässe, weil Einträge von bestimmten Ländern dazu führen können, dass eine Einreise verweigert wird, was die Formalitäten nicht einfacher macht“, erklärte Roetz. Er sei auf allen seinen Reisen immer mit drei weiteren Begleitern unterwegs, darunter „der beste Tontechniker der Welt“. Mit dabei sind Regisseur, Aufnahmeleiter und Redakteur. Und das teilweise über Wochen und unter extremsten Bedingungen. „Das schweißt zusammen. Denn jeder muss sich auf den anderen verlassen können. Manchmal sind wir tagelang mit Packtieren oder zu Fuß im unwegsamen Gelände unterwegs. Bei klirrender Kälte oder tropischer Hitze. Und meistens schon in der Nacht raus, um die besten Aufnahmen zu drehen oder zum nächsten Ort zu gelangen, um den tropischen Temperaturen zu entgehen“, so Roetz in seinem Vortrag. Das sei fast wie verheiratet sein, fügte Roetz lachend hinzu. Für diesen Job ist ein Höchstmaß an Fitness Voraussetzung, wusste Roetz zu berichten Das Motto laute meistens „Der Weg ist das Ziel“. Ob per Pferd, Hubschrauber, Kajaks, Schlitten, Boot oder mit dem Traktor. Oft wären lange Fußmärsche nicht zu verhindern. Vor Ort müsse man sich den Gegebenheiten anpassen, um weiter zu kommen.

Mit atemberaubenden Bildern aus der Natur und Tierwelt aus den Ländern, die Oliver Roetz bereist hat, wurde das Publikum unterhalten. Vor allem waren die Bilder von Tieren in freier Wildbahn Faszination pur. Ob Grizzlys in Kanada, Gürteltiere in Afrika, Berggorillas im Dschungel, Schimpansen im Urwald oder Fledermäuse in einer Schlangenhöhle. Auch die Speisekarte des Filmteams war manchmal exotisch. Viele Gäste konnten sich nicht vorstellen, unter diesen Bedingungen zu arbeiten.

„Wenn man einen Gizzly Bären bis auf acht Metern herankommen lässt, dann hat man schon ein mulmiges Gefühl. Sollte es eng werden und man muss sich schnell von dem Tier entfernen, so sollte man schneller sein als der letzte Mann“, scherzte Roetz. Er selber wäre aber noch nie in Gefahr gewesen. Vor allem in der Tierwelt müsse man wissen, wie man sich verhält. Hierzu eine Begebenheit in freier Natur: Er habe sich unter ein Wolfsrudel gemischt und auf dem Boden gekniet und lange gewartet bis sich ein Wolf genähert und ihn beschnuppert hätte. Nach einiger Zeit hätte das Tier seine Nase angestupst und er habe den Mund geöffnet. Der Wolf habe ihm seine 40 cm lange Zunge bis in den Hals gesteckt und seine Pfote auf seine Schulter gelegt. Mit dem Ritual wurde Roetz sozusagen in das Rudel aufgenommen. „Nicht wir beobachten die Tiere, sondern die Tiere uns. Es ist so, dass wir nur Bilder bekommen, wenn es die Tiere zulassen“, wusste Roetz zu berichten. Auch zum Thema Artenschutz und Klimawandel war Roetz auf dem neuesten Stand. Er wusste zu berichten, dass das Artensterben auf der Welt rasant zugenommen hätte. Dies sei einerseits auch dem Klimawandel, aber auch durch das Vordringen der Menschen in die Lebensräume der Tiere geschuldet. Hierfür wäre vor allen Dingen das Abholzen der Wälder ein Grund.

Eintritt verlangte Roetz nicht, bat aber für eine Spende, die für die Sanierung der Jugendräume im Keller verwendet werden soll. Vor der Kirche war ein Korb aufgestellt, um eine weitere Spende zu tätigen. Roetz wies auf die Stiftung von „Terra X“-Moderator Dirk Steffens „Biodiversity Foundation gemeinsam für dem Artenschutz“ hin.

Bürgermeisterin, Petra Kalkbrenner bedankte sich für den tollen Vortrag von Oliver Roetz anlässlich der 50-Jahr-Feier Swisttal mit einem kleinen Geschenk.

V.l.: Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Swisttal Franziska Hageloch, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Oliver Roetz und sein Schulfreund Udo Ellmer.Foto: EICH

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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