Allgemeine Berichte | 09.05.2022

Siebte Auflage der Winninger Kunsttage

Ende der kulturellen Dürre durch intensive dreitägige Kunstbegegnung

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (3.v.li.) freute sich über ihren vierten Besuch bei den Kunsttagen.  Fotos: EP

Winningen. Vor mehr als 15 Jahren hatte Birgit Schaaf – frühere Gastronomin mit kleiner Galerie – die Idee, in ihrer Heimatgemeinde das Thema moderne Kunst in den Focus zu rücken. Warum nicht anspruchsvolle Kunst internationaler Künstler/innen im kleinen Weinort an der Mosel zeigen!

Mit anderen Kunstinteressierten entstand ein Konzept, Prof. Beate Reifenscheid (Ludwig Museum Koblenz) konnte als Schirmherrin gewonnen werden, 2008 erfolgte die Premiere der Kunsttage Winningen. Birgit Schaaf wollte einen neuen Akzent im Leben der kleinen Gemeinde Winningen setzen und die Kunst zu den Menschen bringen. Ein Erfolgsrezept, das bis heute eine große Bedeutung im Moselort hat.

Die Liebe und Leidenschaft für die Kunst beflügelte auch dieses Mal das Kunsttage-Team, bestehend aus: Birgit Schaaf, Frank und Claudia Hoffbauer, Stephan Horch, Cornelia Heymann-Löwenstein, Anne Banke, Kerstin Ax, Siglinde Krumme, Cornelia Löwenstein und Christian Höhler. Zwölf namhafte Kunstschaffenden folgten der Einladung und präsentierten in Winnigen vom 6. bis 8. Mai an verschiedenen Lokalitäten ihre Werke.

Die Eröffnung der 7. Kunsttage fand auch diesmal in der Ev. Kirche statt. Pfarrerin Iris Ney begrüßte die Gäste „in unserer Kirche“, erfreut darüber, dass „die kreativen Bewegerinnen und Beweger wieder am Zug sind“. Ihr folgte Frank Hoffbauer, der die Gäste im Namen des Kunsttage-Teams begrüßte. Auf seine Ansage: „Aus hygienischen Gründen verzichten wir auf den Ausschank von Wein“ ging ein Raunen durch die Reihen der Gäste, aber seit mehr als zwei Jahren an Reglementierungen dieser Art gewöhnt, legte sich die Enttäuschung schnell.

Frank Hoffbauer erklärte, im Jahr 2018 schon Planungen für die Kunsttage 2020 vorgenommen zu haben, dann kam Corona und ließ die Träume platzen. Erfreut über den Start dieser Kunsttage sagte er: „Kunst eröffnet Perspektiven, ohne Angst und Dunkelheit den Alltag bestehen zu können.“ Namentlich führte er die Künstler/innen auf. Abschließend dankte er den zahlreichen Sponsoren, ohne die eine Durchführung nicht möglich wäre.

Detailliert stellte im Anschluss Prof. Dr. Beate Reifenscheid die Kunstschaffenden und ihre Werke vor: „Vier Jahre haben wir warten dürfen/müssen! Corona ist eine Folter für die Gesellschaft. Der Ukraine Krieg erzeugt Angst. Sehnsüchtig haben wir gerungen, wie wir wieder Kunst leben – unsere Freiheit verteidigen können, auch die Freiheit des Geistes! Kunst ist – war immer da, genießen wir heute die Zeit mit ihr!“ So lautet ein Auszug aus ihrer ausführlichen Rede.

Großes Lob von Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Ein großes Lob sprach die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer (zum vierten Mal zu Gast) dem Kunsttage-Team aus, das seine Visionen in die Tat umsetzt. Ihre humorvolle Ansprache zauberte so manches Lächeln auf die Gesichter der Gäste: „Die Pandemie hat von den Kunstschaffenden viel abverlangt. Endlich sind sie wieder unter uns und können von uns beklatscht werden. Mir haben die Kunsttage Winningen gefehlt, ich freue mich hier zu sein!“ Ihren Worten folgte ein stürmischer Applaus. „Kunst und Kultur sind keine verzichtbare Nebensache – sie sind Lebensmittel“, lautet ein Zitat von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, welches auf die Bedeutung der Kunst für den Menschen hinweist.

An diesem Abend konnten viele Kunstinteressierte aus dem Vollen schöpfen, beim Spaziergang durch Winningen sich der Kunst hingeben. Ein Kunsttage-Flyer informierte über die Ausstellungsorte und die Künstler/innen. Geführte Rundgänge waren ebenso im Angebot. In der Ev. Kirche inszenierte Janus Hochgesand seinen malerischen Akt. Gleich nebenan im Ev. Gemeindezentrum präsentierte Stefan Faas glänzende Stahlskulpturen. Mathias Hornung war Gast im Weingut Richard Richter, stellte dort Holzschnitte und Reliefs aus. Textile Objekte und Malerei der Künstlerin Joanna Skurska fanden ihren Platz im Haus Löwenstein-Klünder, das Haus Lehnigk-Metze beherbergte Skulpturen, Plastiken und Reliefs von Nando Kallweit. Fahar Al-Salih präsentierte seine Malereien im Weingut Reinhard & Beate Knebel. Auch die Vinothek im Winninger Spital war Ausstellungsort. Dort zeigte Michael Schuster seine filigranen Werke (Cut-Outs) aus Laub und Draht, während im Rathaus die gemalten Werke von Peter Lang zu bestaunen waren. Besonders waren die Kunstwerke von Stefan Bircheneder, welche im Weingut Heymann-Löwenstein installiert waren. An der ehemaligen Fährrampe am Ufer der Mosel, setzte Karin van der Molen ihre Umweltkunst ein, um die Fantasie der Betrachter anzuregen. Stephan Horch lebt und arbeitet in Winningen. Unter dem Bahnviadukt mahnte sein „Clean River Project“ die Besucher, an den Umweltschutz zu denken. Holz ist der Werkstoff von Joseph Stephan Wurmer, der seine Skulpturen in der Gutsschänke Schaaf präsentierte. Kunstwerke, deren Schönheit und Ästhetik immer im Auge des Betrachters liegen, boten an diesem Wochenende jedem die Möglichkeit, die Probleme unserer Zeit in Vergessenheit geraten zu lassen. Weitere Infos unter www.kunsttage-winningen.de. EP

Die Schirmherrin Prof. Dr. Beate Reiferscheid informierte detailliert über die Künstler/innen.

Die Schirmherrin Prof. Dr. Beate Reiferscheid informierte detailliert über die Künstler/innen. Foto: UWE PETERSEN WWW.MADISON-SYDNEY.

Glänzender Stahl – hier Orpheus & Eurydike - präsentierte Stefan Faas im Ev. Gemeindezentrum.

Glänzender Stahl – hier Orpheus & Eurydike - präsentierte Stefan Faas im Ev. Gemeindezentrum.

Ende der kulturellen Dürre durch intensive dreitägige Kunstbegegnung

Foto: UWE PETERSEN WWW.MADISON-SYDNEY.

Ende der kulturellen Dürre durch intensive dreitägige Kunstbegegnung

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (3.v.li.) freute sich über ihren vierten Besuch bei den Kunsttagen. Fotos: EP Foto: UWE PETERSEN WWW.MADISON-SYDNEY.

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