Allgemeine Berichte | 30.09.2021, 11:18 Uhr

Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V.

Endlich da: Viele wichtige Informationen zur Geschichte der Juden in Koblenz

Koblenz. Seit Jahrzehnten fehlt eine Geschichte der Juden in Koblenz. Aus Anlass des diesjährigen Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ hat der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Joachim Hennig auch diese Geschichte aufgeschrieben. Hennig, der erst kürzlich die Erinnerungen von Kurt Hermann an seine Kindheit und Jugend in Koblenz 1918-1935 neu bearbeitet herausgebracht und weitere Projekte in der Planung hat, schildert in seiner neuesten Arbeit nach einem Prolog zur spätrömischen und frühmittelalterlichen Zeit die Anfänge der jüdischen Gemeinde an Rhein und Mosel im 12. Jahrhundert. Dem Leser/der Leserin führt er die sehr wechselvollen Jahrhunderte jüdischen Lebens vor Augen, wie sie von den Trierer Kurfürsten, den Franzosen, den Preußen, von den Mitmenschen der Juden in Koblenz und teilweise auch von ihnen selbst mitgeprägt wurden.

Dabei konnte sich Hennig auf Vorarbeiten stützen: auf das sehr wichtige Werk der früheren Lehrerin Hildburg-Helene Thill: „Lebensbilder jüdischer Koblenzer und ihre Schicksale“ (1987), zwei Abhandlungen in der 1992/93 herausgekommenen Stadtgeschichte von Koblenz und spezielle Arbeiten von Dr. Ulrich Offerhaus in den letzten Jahren. Diese und viele Quellen, wie sie etwa in der neunbändigen, von Prof. Dr. Franz-Josef Heyen verantworteten „Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Rheinland-Pfalz und im Saarland von 1800 bis 1945“ (ab 1972) dokumentiert sind, hat Hennig zu einer Gesamtdarstellung zusammengefügt. Unter dem Titel: „Von der ‚Universitas Iudeorum in Confluencia‘ zu Körperschaften des öffentlichen Rechts – Geschichte der Juden in Koblenz“ lädt der Autor zu einer Zeitreise ein. Nahe gebracht wird diese Geschichte auf 110 Seiten auch durch zahlreiche Abbildungen und Karten sowie durch Biografien jüdischer Koblenzer.

Der Autor ist sich bewusst, dass dies nur ein erster, allerdings großer Wurf zur Geschichte der Juden in Koblenz sein kann. Das gilt umso mehr, als bisher nur der 1. Teil bis zum Beginn der Kaiserzeit (1870/71) fertiggestellt ist. Der 2. Teil von der Kaiserzeit bis ins 21. Jahrhundert folgt bis Ende dieses Jahres. Beide Teile sollen eine Anregung zur intensiven Beschäftigung mit diesem Teil der Koblenzer Stadtgeschichte sein und möglichst viele zum Lesen, aber auch zum weiteren Erforschen der jüdischen Geschichte von Koblenz motivieren.

Diese Geschichte der Juden in Koblenz ist auf der Homepage des Fördervereins Mahnmal Koblenz zu sehen, zu lesen und herunterzuladen unter der Adresse: https://www.mahnmal-koblenz.de – dort auf der Startseite links unten unter: Aktuelle Informationen von 2021.

Pressemitteilung des

Fördervereins Mahnmal

für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V.

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