Streuobstwiesenverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. packt an
Engagierter Umweltschutz an der Ahr
Acht Baumpaten konnten nun ihren Schützling pflanzen
Bachem. Auch in Bachem sind immer mehr Veränderungen im Zusammenhang mit der 5. Landesgartenschau 2022 zu sehen. Dabei geht es aber nicht um Baumfällungen. Im Gegenteil: Der Streuobstwiesenverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., der in Bachem gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Fläche zwischen Jugendgästehaus, Kindergarten Rappelkiste und Ahr zu bepflanzen. Das Grundstück, das im Besitz der Stadt ist, wird vom Verein gepachtet und versorgt. Im Konkreten bedeutete dies im Winter 2018/19 erstmal die Rodung der Fläche, um dann im November 2019 mit den ersten Pflanzungen beginnen zu können. Seitdem zieren sechs verschiedene Apfelbaumsorten, weitere Obstsorten wie die Maulbeere und Wildgehölze das Gelände.
Dabei erhielten die ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitglieder nicht nur finanzielle Hilfe durch den Kreis Ahrweiler und Unterstützung durch den städtischen Bauhof, sondern auch durch die Kinder des Kindergartens Rappelkiste. Jedes der 92 Kinder durfte einen Schlehdorn Busch (Wildgehölze) pflanzen, was den noch jungen Naturliebhabern große Freude bereitete. Insgesamt 150 Schlehen wachsen nun im unteren Bereich der Fläche weiter. Dass sie den Kontakt der Kinder zur weiteren Bepflanzung des Geländes nicht verlieren, ist den Mitgliedern ein großes Anliegen. Man hofft zwar, dass die Bäume bis zur LaGa eine ansehnliche Größe haben werden, allerdings denken die Ehrenamtlichen schon weiter voraus. Immerhin investierten diese 2019 bereits 222 Stunden Arbeit in das Projekt.
Baumpatenschaft kommt an
Und das Engagement der Mitglieder kennt kein Ende. Nun wurde die Aktion „Baumpatenschaft“ ins Leben gerufen. Die Idee des ersten Vorsitzenden, Bernd Walther, sorgte dafür, dass acht weitere Bäume gepflanzt werden konnten. Trotz Wind und Wetter ließen es sich die Baumpaten nicht nehmen, bei der ersten Pflanzaktion „ihrer“ Bäume dabei zu sein. Paten wurden neben dem Theaterverein Lätitia Bachem e.V. auch die Nachbarschaft Konsgasse, Uwe Hölger, Regina und Karl-Heinz Roth, Emily Bauer und Laura-Marie Bauer. Ulrike Bäumler widmete einen Baum gar ihren Enkeln. „Gute Luise“, „Rote Williams Christ“, „Pastorenbirne“ und „Nordhäuser Winterforelle“- diese Obstbaumsorten wurden mit drei weiteren auf der Wiese in den Boden gesetzt. Und dabei konnte jeder, der wollte, anpacken. Neben den Paten und Mitgliedern des Vereins blieb auch Ortsvorsteher Uli Stieber dem Geschehen nicht fern und freute sich über den regen Zuspruch der Aktion. Er machte klar, dass man stolz sei und sich darüber freue, zwischen Neuenahr und Ahrweiler einen solchen Beitrag zur Landesgartenschau beitragen zu können. Martin Jung, Landschaftsarchitekt bei der Stadtverwaltung Bad Neuenahr- Ahrweiler, der ebenfalls im Vorstand des Streuobstwiesenvereins ist, beobachtete die Pflanzaktion mit Zuversicht.
Sollten die Bäume nicht wie erwartet wachsen und absterben - trotz hohem Maß an Schädlingsresistenz- ist das kein Grund zur Trauer. Ganz im Sinne des ganzheitlichen Umweltschutzes sollen die Bäume dann als Nistmöglichkeiten für Vögel stehen bleiben oder als Wildbienenhotel dienen. Da es sich immerhin um eine Streuobstwiese handelt, obliegt es dem Streuobstwiesenverein auch, die Ernte der Bäume weiter zu verwerten. Nach dem Roden, Pflanzen und Pflegen der Bäume wird dies den Mitgliedern wohl ein großes Vergnügen sein.
Doch bis dahin wird es sicherlich auch noch einige Pflanzaktionen geben, an denen sich neue Paten beteiligen können - ob zur Verschönerung des Geländes für die Landesgartenschau oder für zukünftige Obstmarmeladen und Obstbrände oder einfach nur für die Umwelt. Mit der Umwandlung eines ungenutzten Stückes Land in eine vielfach nutzbare Streuobstwiese haben die Ehrenamtler großes Engagement und Liebe zur Natur bewiesen, was vor allem denen als Vorbild dienen kann, die jeden Morgen aus den Fenstern des Kindergartens Rappelkiste schauen - den Umweltschützern von Übermorgen.
„Alle packen an“- eine wichtige Botschaft, die der Verein schon den Kleinsten vermitteln kann.
