Der Förderkreis Hospitalkapelle informiert:
Engel aus der Hospitalkapelle werden aufwendig restauriert
Lahnstein. In der Hospitalkapelle hingen bis vor Kurzem zwei lebensgroße Barockengel aus farbig gefasstem Holz an der nördlichen Wand. Schon seit längerem plante der Förderverein Hospitalkapelle, diese restaurieren zu lassen, da sie bereits vor ihrer Aufhängung einige Schönheitsfehler aufwiesen. So gingen einzelne Gliedmaßen durch Fäulnis im feuchten Pfarrhauskeller in den 1980er Jahren verloren. Auch erhielten die Engel offensichtlich in den 1950er Jahren einen dunkelgrauen Anstrich, der ihre wahre Schönheit verdeckt. Einzig die hohen Kosten hielten den Förderverein bisher von einer Restaurierung ab. Nachdem sich Diözesankonservator Prof. Dr. Kloft aus Limburg selbst ein Bild vom Zustand der Heiligenfiguren machte und die Zusage erfolgte, sich mit einem größeren Zuschuss an der Restaurierung zu beteiligen, entschied der Vorstand des Fördervereins mit großer Mehrheit sich mit der Finanzierung der Restsumme zu beteiligen. Darauf hatte die Kirchengemeinde als Eigentümerin der Barockengel den Auftrag an Diplomrestauratorin Katrin Etringer in Koblenz-Bubenheim vergeben. Frau Etringer ist nach ihrer Ausbildung als Vergolderin und Studium der Restaurierung eine sehr erfahrene Restauratorin, die bereits ein Gemälde im Lahnsteiner Pfarrhaus als auch zahlreiche Heiligenfiguren in der Region restauriert hat.
Die beiden Engel stammen vom ehemaligen Altar der Abtei Rommersdorf bei Neuwied, befinden sich nachweislich seit 1807 in Lahnstein, zunächst in der Pfarrkirche St. Martin, später im Bodewigmuseum, nach dem Zweiten Weltkrieg in der Heilig-Geist-Kapelle, dann einige Jahre im Pfarrhauskeller und seit 1991 als Dauerleihgabe der Pfarrei in der städtischen Hospitalkapelle. Die Pfarrei hat nun zugesagt, dass die beiden Engel nach ihrer Rückkehr aus der Werkstatt noch mindestens zehn Jahre in der Kapelle verbleiben dürfen. Diese Garantie war für den Förderverein Voraussetzung für die finanzielle Beteiligung.
Als erste Maßnahme hat nun Restauratorin Etringer die verschiedenen Farbschichten in einem mikroanalytischen Labor untersuchen lassen, denn die Barockfiguren wurden mehrmals neu gefasst. Wie erwartet liegen beim Gewand mehrere Farbschichten übereinander, die erste über der gelblich weißen Grundierung ist eine rein weiße Schicht aus polierter Ölfarbe der Entstehungszeit. Bei der Borte liegt „über einer kompakten Kreidegrundierung“ eine rote Anlegeschicht, Poliment und Blattgold. Sicherlich ist es ratsam, in dieser Ursprungsfassung die Engel zu erhalten, d.h. weißes Gewand mit goldener Borte. Fehlende Gliedmaßen wie z.B. Zehen werden nachgeschnitzt und angeleimt. Auch die neu vergoldeten Flügel, die jahrzehntelange abgetrennt auf dem Speicher aufbewahrt wurden, werden restauriert und wieder angebracht.
Fördervereinsvorsitzender Willi Eisenbarth, sein Sohn Michael und Stadtarchivar Bernd Geil besuchten die beiden Engel in der Restaurierungswerkstatt und überzeugten sich vom Fortschritt der Arbeiten, die im laufenden Kalenderjahr fertiggestellt werden sollen.
Das Bild von der Borte zeigt das Ablösen der grauen Farbschicht.
Katrin Etringer erläutert Willi Eisenbarth ihre Untersuchungsfeststellungen. Fotos: privat