Allgemeine Berichte | 09.05.2025, 10:36 Uhr

Wald wird Klassenzimmer: 1200 Kinder entdecken die Natur in Koblenz

Entdecken, Staunen, Lernen – Grundschüler erleben den Wald mit allen Sinnen

Bei der Siegerehrung an der Waldökostation Remstecken freute sich Forstamtsleiter Sebastian Schmitz über die vielen leuchtenden Kinderaugen.  Fotos: : Landesforsten.RLP.de / Dietmar Ebi
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Koblenz. Rund 1200 Kinder aus 59 dritten Klassen haben in Koblenz die diesjährigen Wald-Jugendspiele erlebt. Auf einem lehrreichen und spielerischen Parcours erkundeten die Schülerinnen und Schüler den Lebensraum Wald mit allen Sinnen. In diesem Jahr können Grundschulklassen an insgesamt 28 Standorten in ganz Rheinland-Pfalz den Wald als Lernort erfahren.

„Das war wieder ein ordentliches Gewusel“, sagt Sebastian Schmitz in Koblenz. „Und jedes Jahr ist es schön Kinderaugen leuchten zu sehen! Weil die Kids fasziniert sind oder erstaunt oder weil sie einfach nur einen tollen Tag im Wald hatten mit viel Action, Spaß und Spannung.“

Vielfalt der Stationen des Parcours spiegelt Vielfalt des Waldes wieder

An elf Stationen sowie entlang des Parcours stellten sich die Klassen vielfältigen Aufgaben. Sie mussten Rätsel lösen, Quizfragen beantworten und ihre Teamfähigkeit bei sportlichen und spielerischen Herausforderungen unter Beweis stellen. Dabei entdeckten sie unter anderem versteckte Tiersilhouetten im Wald, ordneten diesen passende Trittsiegel zu oder erfühlten Früchte verschiedener Bäume – ohne hinzusehen. Eine Aufgabe bestand darin, der fiktiven Familie Siebenschläfer beim Überqueren einer Biotopbrücke zu helfen. An einer weiteren Station wurde gezeigt, wie der Wald Wasser speichert und somit einen Beitrag zum Überflutungsschutz leisten kann – im Gegensatz zu versiegelten oder vegetationsfreien Flächen.

Begleitet wurden die Klassen von Forstpatinnen und Forstpaten, meist Forstleuten von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Sie stellten die Aufgaben vor, begleiteten die Gruppen und unterstützten sie mit Tipps. „Es ist enorm, welche komplexen Zusammenhänge die Kinder durch die spielerische Herangehensweise der Waldjugendspiele verstehen“, so Forstamtsleiter Schmitz. Jede gelöste Aufgabe brachte Punkte, die am Ende addiert wurden. Die Siegerklasse erhielt als Preis eine Jahreskarte für den Tierpark Rheinböllen für jedes Kind.

Am ersten Veranstaltungstag gewann die Klasse 3d der Grundschule Schenkendorf. Am zweiten Tag sicherten sich gleich zwei Klassen den Tagessieg: die Klasse 3a der Grundschule Oberfell und die 3a der Grundschule Leo-Stausberg aus Brohl-Lützing.

Kinder finden Wald toll und kommen vielleicht ins Grübeln

Ziel der Wald-Jugendspiele ist es, Kindern die Bedeutung des Waldes näherzubringen. „Der Tag im Wald soll den Kindern vor allem Spaß machen. Nur so stellen sie fest, wie besonders und wichtig dieses Ökosystem für uns alle ist. Die immer heißeren und trockeneren Perioden haben Spuren im Wald hinterlassen. Die Wälder verändern sich durch den Klimawandel“, erklärt Sebastian Schmitz vom Forstamt Koblenz. „Uns ist wichtig, dass die Kinder verstehen, was der Wald mit ihnen zu tun hat, wie wichtig er für uns Menschen ist und was sie für den Wald tun können.“

Waldjugendspiele sind Gemeinschaftsaufgabe für die Zukunft unserer Kinder

Die Wald-Jugendspiele gelten als Gemeinschaftsprojekt mit langfristigem Bildungsziel. Landesweit sind über 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zahlreiche ehrenamtliche und externe Helferinnen und Helfer im Einsatz. Sie übernehmen Aufgaben als Forstpatinnen und -paten, Stationsbetreuende, beim Aufbau der Parcours oder bei der Auswertung.

„Jeden Tag aufs Neue sehen wir, wie der Klimawandel unsere Wälder verändert. Die Wald-Jugendspiele sind ein kleiner Versuch, den nächsten Generationen etwas vom Wald mitzugeben, sie im Wald zu begeistern und zu einem positiven Handeln für den Wald aufzurufen“, betont Schmitz.

Die Veranstaltung fand in diesem Jahr zum 41. Mal statt. Hauptsponsor ist die Sparda-Bank Südwest eG. Landesweit nehmen jährlich rund 12.000 Schülerinnen und Schüler an den Wald-Jugendspielen teil, unterstützt von Landesforsten Rheinland-Pfalz und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Dabei wird das Klassenzimmer für einen Tag unter das Blätterdach des Waldes verlegt.

BA

Die Schülerinnen und Schüler sortieren beim „Holzweg“ Bilder vom Baumsamen bis hin zum fertigen Holzprodukt.

Die Schülerinnen und Schüler sortieren beim „Holzweg“ Bilder vom Baumsamen bis hin zum fertigen Holzprodukt.

Die Kinder bestimmen tastend Naturgegenstände.

Die Kinder bestimmen tastend Naturgegenstände.

Waldpädagogin Kristin Reitz erklärt den Kindern die Station „Wald für Generationen“.

Waldpädagogin Kristin Reitz erklärt den Kindern die Station „Wald für Generationen“.

Gemeinsam bauten die Kinder möglichst schnell eine Biotopbrücke für die Siebenschläfer.

Gemeinsam bauten die Kinder möglichst schnell eine Biotopbrücke für die Siebenschläfer.

Bei der Siegerehrung an der Waldökostation Remstecken freute sich Forstamtsleiter Sebastian Schmitz über die vielen leuchtenden Kinderaugen. Fotos: : Landesforsten.RLP.de / Dietmar Ebi

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