Tausende Bürger besuchten den 331. „Johrschfeller Mart“ der Kultstatus hat
Entenküken waren der Publikumsmagnet
Marktleiterin Barbara Mertgen hatte etwa 185 Händler verpflichtet – Tolle Eröffnungsfeier
Straßenhaus. Es war das Jahr 1690, als der wiedische Graf Georg Herman Reinhard mit seiner Familie die Burg Altwied verließ. Einige Kilometer weiter war Jahre zuvor ein Markt entstanden, der 1688 sogar in den wiedischen Akten aufgeführt ist: Der „Johrschfeller Mart“ und den gibt es auch heute noch, zum 331. Mal.
Jahrsfelder Markt hat Kultstatus
Klar, dass dieser Jahrsfelder Markt, der jetzt in Straßenhaus ablief, Kultstatus hat. Und so kamen schon zur morgendlichen feierlichen Eröffnung Landtagsabgeordnete, Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Vertreter von Wirtschaft und Institutionen.
Nachdem Ortsbürgermeisterin Birgit Haas alle begrüßt hatte, begann ein Unterhaltungsprogramm mit dem Trompeter Bruce Kapusta (45), der wegen seinen ostpreußischen Vorfahren tatsächlich so heißt. Dieser im Rheinland sehr bekannte Trompeter, Sänger und Entertainer ist ein echter Kölner und so war logisch, dass er auch in Straßenhaus mit kölschen Liedern begeisterte.
Und dann wurde es richtig voll auf der Bühne, denn der Chor der Kita Straßenhaus führte singend und tanzend vor, was so einstudiert wurde.
185 Stände boten für jeden etwas
Dann sprach Marktleiterin Barbara Mertgen, die die Organisation des Marktes alleine stemmt: „Wir haben etwa 185 Stände, deren Händler sich bis Ende Januar anmelden und bis Ende Juli Standgeld zahlen mussten. Absagen für den Jahrsfelder Markt gab es von mir so gut wie nicht“, erklärte Barbara Mertgen gegenüber Blick aktuell.
Auf der Bühne im Festzelt war dann die offizielle Markteröffnung durch den berühmten Fassanstich. Dafür hatte Birgit Haas, die allen Helfern und besonders der Kirmesgesellschaft für ihren Einsatz dankte, ihre Ortsbürgermeisterkollegin gewinnen können: Roswitha Schulte aus Breitscheid ist die älteste Ortsbürgermeisterin in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach. Sie schwang souverän den Holzhammer – „habe ich vorher geübt“ – und schon floss des Gerstensaft und die offizielle Eröffnungsfeier endete.
Mittags dann ein Schnitzelbuffet vom Hümmericher Hotel Fernblick und dann ein Konzert des Heimat- und Verschönerungsvereins mit Werner Eul.
Tausende Besucher
Inzwischen hatten sich aber schon viele ins Markt-Gewühl gestürzt, denn tausende Besucher kamen zu dem Jahrsfelder Markt, trotz kurzer Unterbrechung durch ein paar Regenschauer. Schließlich ist der Markt auch zu einem beliebten Treffpunkt geworden.
Gab es an vielen Ständen, verteilt auf 1,5 Kilometer, doch fast alles, was das Herz begehrt. Das reichte von „Pott und Pann“, Küchen-Nobelhobel, Kittelschürze, Socken, Wolle, Decken, Taschen, Deko und Spielwaren über Reinigungsgeräte, Haushaltsgeräte, Blumenzwiebeln und Schmuck bis hin zu diversen Speisen und Getränken und noch vieles mehr.
Vertreten waren auch das DRK und die Feuerwehr Oberraden-Straßenhaus, wo Kinder per Feuerwehrschlauch die Klappen eines „brennenden Hauses“ mit Löschwasser öffnen durften.
Als Publikumsmagnet entpuppten sich die Tiere des Rassegeflügel-Zuchtvereins Niederbieber, denn ganz kleine Entenküken scharten sich in einem kleinen Freigehege um ihre Mutter und im Zelt waren seltene Zuchttiere zu sehen.
Natürlich gab es auch viele Möglichkeiten seinen Hunger oder Durst zu stillen und auch Fahrgeschäfte, Schieß- und Losbuden, denn dem Jahrsfelder Markt folgte zwei Tage später die Straßenhauser Kirmes. HEP
Die Entenküken entpuppten sich als Publikumsmagnet
Aus Senftöpfchen durften Kostproben entnommen werden.
Souverän schlug die Breitscheider Ortsbürgermeisterin Roswitha Schulte das Bierfass an.
