Erster Nachtflohmarkt für Frauen in der Sängerhalle Oberbreisig zog viele Besucherinnen an
Erfolgreiche Premiere für „Weiberkram“
Bad Breisig. Brigitte Kiblitzky von der quellenstädtischen Tourist–Info hatte von einem Besuch in Düsseldorf eine neue Idee mitgebracht. Dort hatten Frauen in einer leeren Fabrikhalle „mal eben“ erfolgreich einen nächtlichen Flohmarkt für weibliche Bedürfnisse organisiert.
Ob das auch in Bad Breisig klappen würde? Frei nach Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!“ krempelte das Team der Tourist-Info die Ärmel hoch und nahm die Dinge Zug um Zug in die Hand. Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch war sofort von der Idee begeistert und machte ganz selbstverständlich mit, ebenso Marion Götte aus dem Vorzimmer des Bürgermeisters und einige Kolleginnen aus der Verwaltung.
Schnell hatte das Ganze einen Rahmen und dazu einen zugkräftigen Titel: „Weiberkram – ein Nachtflohmarkt von Frauen für Frauen“.
Als Austragungsort wurde die Sängerhalle im Ortsteil Oberbreisig ausgesucht. Als Termin wurde der vorletzte Freitagabend im April festgelegt. Schnell hatte sich das Projekt unter Frauen herumgesprochen und viele erinnerten sich der – teils auch durchaus schönen – Dinge, die man längst gern aus dem Haus haben wollte. Klamotten, die nicht mehr passen, Dinge, die ein ehemaliges Familienmitglied hinterlassen hat (die aber noch gut zu gebrauchen sind), Schmuck, Schallplatten, Deko, von der Oma einst selbst gestrickte Schals, Pillendosen, überflüssiges Porzellan, Kinder-Spielzeug, Gesellschaftsspiele – man glaubt ja nicht, was sich so alles in einem Haushalt im Lauf der Jahre ansammelt und zu guter Letzt nur noch Platz in den Schränken blockiert.
Und das Tolle: Jemand anderes kann das Zeug gebrauchen. Also: schnell bei den Damen anmelden, die den Flohmarkt organisierten. Anmelden, so lange der Platz in der Sängerhalle reicht. Das war keineswegs klar, denn bald waren über 20 Anbieterinnen zusammen, und die brachten eine Menge Zeug mit. Umso schöner war es, dass sich die Halle auch bald mit Besucherinnen füllte, die gerne für das ein oder andere Bedarf anmeldeten – und kauften.
Gelungenes Rahmenprogramm
Überraschend überstieg der Betrieb alle Erwartungen. An der Theke gab es bei Marion Götte und ihren Helferinnen etwas zu trinken und auch kleine Leckereien. Für Musik zur Unterhaltung sorgten die DJs mit angemessenem Equipment, und schließlich gab es für den weitaus überwiegenden Damen-Anteil unter den Besuchern noch einen „Augenschmaus“: Zwölf gut gewachsene Herren eines gestandenen Männerballetts aus Mayen schmissen am späten Abend ihre Beine hoch.
Am Morgen nach dem Flohmarkt lautete das einstimmige Resümee der Organisatorinnen: Versuch geglückt, Neuauflage so gut wie sicher. „Et jeht also“ – auch in Bad Breisig. Wie sagt noch der Kölner: „Wo nix es, kütt nix, awer wo jet es, doh kütt och jet“.
FA
Das Männerballett aus Mayen sorgte für einen „Augenschmaus“ in der Sängerhalle.
Eine vielfältige Auswahl an Kleidung, Schmuck oder auch Deko gab es beim Flohmarkt zu bestaunen.
