Allgemeine Berichte | 18.11.2021, 14:40 Uhr

Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V.

Erinnerung an Dr. Heinz Kahn

Dr. Heinz Kahn mit der im Konzentrationslager Auschwitz eintätowierten Häftlingsnummer 105 110 auf dem Unterarm. Foto: privat
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Koblenz. Im Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ setzt der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. sein Erinnern an die Geschichte der Juden in Koblenz und an Einzelpersonen fort. Nach den Erinnerungen von Kurt Hermann an seine Kindheit und Jugend in Koblenz 1918-1935 unter dem Titel „‘All das war doch so schön – aber aus meinen Lieben wurden Seifen und Lampenschirme gemacht.‘ – Jüdische Koblenzer erinnern sich an Kindheit und Jugend“ und dem 1. Teil der Geschichte der Juden in Koblenz unter dem Titel „Von der ‚Universitas Iudeorum in Confluencia‘ zu Körperschaften des öffentlichen Rechts – Geschichte der Juden in Koblenz“ wird jetzt der Zeitzeugenbericht von Dr. Heinz Kahn publiziert.

Unter dem Titel „Erlebnisse eines jungen deutschen Juden in Hermeskeil, Trier, Auschwitz und Buchenwald in den Jahren 1933 bis 1945“ hat Dr. Heinz Kahn als Zeitzeuge immer wieder über seine Kindheit und Jugend und sein Überleben im Holocaust berichtet. Es ist ein wichtiges Dokument der Geschichte der Juden in Koblenz, war der 2014 verstorbene Heinz Kahn doch der einzige Koblenzer Holocaust-Überlebende, der über sein Leben und Überleben ausführlich berichtet hat.

Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Joachim Hennig hat diesen Bericht mit vielen und ausführlichen Anmerkungen sowie einer Fülle von Fotos, vor allem privaten Fotos der Familie Kahn, jetzt bearbeitet. Die Publikation trägt den Titel: „‘Du kommst zur Arbeit, Du musst überleben!‘ – Dr. Heinz Kahn (1922-2014) - Holocaustüberlebender, Tierarzt und Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz“. Das Zitat stammt von Heinz Kahns Vater Dr. Moritz Kahn. Die Worte sprach er auf der „Judenrampe“ von Auschwitz-Birkenau. Bei der Selektion dort wurde die Familie getrennt. Heinz kam als einziger zur Arbeit im KZ Auschwitz-Monowitz, seine Eltern und seine jüngere Schwester Gertrud mussten sofort in die Gaskammer in Auschwitz-Birkenau.

Ergänzend zu diesem Zeitzeugenbericht hat Hennig auch die Geschichte nach der Geschichte aufgeschrieben: wie Heinz Kahn nach der Befreiung im KZ Buchenwald nach Trier zurückkehrte, dort Gründer der jüdischen Kultusgemeinde, Tierarzt in Polch und ab 1987 langjähriger Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz wurde. Die 75-seitige Publikation kann auf der Homepage des Fördervereins Mahnmal Koblenz angeschaut und heruntergeladen werden unter dem Link:

https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Du%20kommst%20zur%20Arbeit_Du%20musst%20%C3%BCberleben.pdf

Dr. Heinz Kahn mit der im Konzentrationslager Auschwitz eintätowierten Häftlingsnummer 105 110 auf dem Unterarm. Foto: privat

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