Allgemeine Berichte | 24.02.2020

Geschichte(n) aus meiner Heimat

Erinnerungen an das Lazarett in Maria Laach

Fritz Neideck verlor durch einen Bombensplitter den rechten Unterschenkel

Vor 75 Jahren erlebte Fritz Neideck (links) den schwärzersten Tag seines Lebens, er verlor durch einen Bombensplitter den rechten Unterschenkel. Erstaunlich sein Überleben und sein Leben danach! Hier eine Archivaufnahme aus dem Jahr 2001 bei der Besichtigung der Stollenbahn auf der Deponie Eiterköpfe in Ochtendung. Foto: Heinz Lempertz

Mendig. Niemand glaubte am 23. Februar 1945 im damaligen Niedermendig noch an einen Luftangriff der Alliierten, denn der Einzug der Amerikaner am 5. März stand kurz bevor. Der Elektrolehrling Fritz Neideck, damals gerade 14 Jahre alt, war zusammen mit einem Arbeiter aus Belgien in der Nähe des Sägewerkes Müller, als eine Bombe das Wohnhaus von Phillipp Müller zerstörte.

Die Splitter dieser Bombe rissen Fritz Neideck den rechten Unterschenkel ab. Zum Glück konnte ihm Josef Mintenig das Bein sofort abbinden und ihn zusammen mit Josef Montermann ins Niedermendiger Krankenhaus bringen. Ein Verbluten konnte dadurch verhindert werden. Die Weiterbehandlung erfolgte dann im Lazarett in Maria Laach, wo bis zur Übernahme durch die Amerikaner kaum Schmerzmittel und Verbandsmaterial außer Zellstoff vorhanden waren. Ich besuchte vor einigen Jahren mit meinem Stammtischkollegen Fritz seine ehemaligen Lazarett-Räume in der Laacher Abtei, in die uns Pater Basilius Sandner als Archivar führte.

Es sprudelte aus Neideck nur so heraus, als er sein ehemaliges Zimmer entdeckte, in dem ihm mit moderner medizinischer Versorgung und guter Verpflegung so geholfen werden konnte, dass er bereits nach 18 Tagen wieder nach Niedermendig entlassen werden konnte. „Dass ich damals ohne eine Virusinfektion bei all den aus heutiger Sicht primitiven Medizin überlebt habe, verdanke ich vor allem dem damaligen „Kriegsfeind“ und seiner Hilfe im Lazarett und Dr. Olberts, der wegen seiner jüdischen Frau unter den Nazis sehr viel hat leiden müssen und auch nicht zuletzt Gottes Hilfe!“

Bald kann Neideck zusammen mit seiner Frau Ria und seiner Familie auf nun 90 Lebensjahre erstaunlich fit zurückschauen!

Heinz Lempertz

Vor 75 Jahren erlebte Fritz Neideck (links) den schwärzersten Tag seines Lebens, er verlor durch einen Bombensplitter den rechten Unterschenkel. Erstaunlich sein Überleben und sein Leben danach! Hier eine Archivaufnahme aus dem Jahr 2001 bei der Besichtigung der Stollenbahn auf der Deponie Eiterköpfe in Ochtendung. Foto: Heinz Lempertz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Stellenanzige
Vollstreckungsstelle
Stellenanzeige Nachtbereitschaft
Angebotsanzeige (Juni)
Anzeige Sonne aufs Dach - o.B.
Stellenanzeige Kfm. Kundenberater, Anlagenmechaniker, Heizungsbaumeister
Empfohlene Artikel
Für das Achtsam morden, im Arresthaus gibt es bereits eine Karten-Warteliste.
22

Mayen. Mit der Bühnenfassung von „Achtsam morden“ nach dem Bestseller von Karsten Dusse, im Mayener Arresthaus von Jan Käfer inszeniert, ist den Darstellern Franziska Beyer, Martin Geisen und Sebastian Muskalla ein tolles Stück gelungen, das schwarzhumorige Krimikomödie und gesellschaftliche Satire gekonnt miteinander verbindet.

Weiterlesen

Die Kids der Pellenz Musical School bei der Aufführung von Laachi.  Fotos: privat
10

Nickenich. Seit über 25 Jahren steht die Pellenz Musical School (PMS) für Kreativität, Gemeinschaft und die Förderung junger Talente. Was einst als Musical-AG der Grundschule Nickenich begann, hat sich zu einem festen Bestandteil der regionalen Kulturlandschaft entwickelt. Die Wurzeln des Vereins reichen zurück in die Zeit des erfolgreichen Musicals „Laachi“, das vom damaligen Grundschullehrer Kurt Hackenbruch geschrieben wurde.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Jochen Tack / Polizei NRW
1926

Bad Marienberg. Am 13.06.2026 gegen 22:31 Uhr kam es im Bereich des Parkhauses in der Albrechtstraße in Bad Marienberg zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde ein Pärchen von einer bislang unbekannten Personengruppe angegriffen. Die Gruppe soll aus mehreren Personen, nach ersten Erkenntnissen etwa acht jungen Männern, bestanden haben.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Pixabay.com
766

Der bislang unbekannte Gewinner wird dringend gebeten, sich zu melden!

Über 2,8 Millionen Euro gewonnen: Lotto sucht Glückspilz aus dem Raum Neuwied

Koblenz. Ein bislang noch unbekannter Glückspilz aus dem Raum Neuwied hatte am vergangenen Samstag allen Grund zur Freude: Mit seinem Lottoschein landete er oder sie einen bundesweit einmaligen Sechser im LOTTO 6aus49 und gewann über 2,8 Millionen Euro. Der Jackpot von 50 Millionen Euro blieb indes unangetastet.

Weiterlesen

Die Neuauflage von „Dau bes Kowelenz“
1194

Mundart-Sänger Daniel Ferber mit neuem Projekt

Die Neuauflage von „Dau bes Kowelenz“

Koblenz. Das Jahr 2006 ist vielen Koblenzern in guter Erinnerung: nicht nur durch das deutsche „Sommermärchen“, sondern auch durch ein ganz besonderes Projekt.

Von Horst Hohn aus Mülheim-Kärlich

Weiterlesen