Ehemalige Dattenberger kamen zu einem Klassentreffen in der Heimat zusammen
Erinnerungen an früher wurden wach
Dattenberg. Vor 54 Jahren erlebten drei Mädels und sechs Jungs im April 1962 ihren ersten Schultag in der Dattenberger Volksschule. Viele Jahre lang haben sie fürs Leben gelernt, unterrichtet wurden sie von Fräulein Therese Jüliger (so hieß das damals), später von Helmut Bretz und in Religion von Pfarrer Josef Stopperich.
Nun war für ein Wochenende ein Klassentreffen organisiert, zu dem sieben ehemalige Schüler ins alte Pfarrhaus nach Dattenberg kamen. Einige aus der Klasse wohnen in Dattenberg oder näherer Umgebung, doch auch von weiter weg - aus dem Raum Altenkirchen, aus Euskirchen, aus Unterfranken/Kreis Miltenberg und aus Oberbayern/Kreis Altötting - hatten sich viele auf den Weg in die alte Heimat gemacht.
Voller Begeisterung und Freude über das Wiedersehen stießen alle am frühen Samstagnachmittag zur Begrüßung mit Sekt an, bevor sich mit Kaffee und Kuchen für das weitere Programm gestärkt wurde. Ein dreistündiger Rundgang durch Dattenberg sorgte für Bewegung und frische Luft, aber auch für vielfältige Erinnerungen an früher.
Natürlich galt der erste Abstecher einem Besuch der Pfarrkirche. Hier hatte jeder seine ganz persönlichen Rückblicke - Taufe und Erstkommunion, unzählige Gottesdienste, Messfeiern und Andachten (damals mit Pfarrer Stopperich), das Mitwirken an den liturgischen Feiern als Messdiener und als Lektor, stille Gebete.
Weiter führte der Weg über den Marktplatz, vorbei am Bürgerhaus und runter zum Schwarzen See. Dieses landschaftlich einzigartige Idyll hat alle schon als Kinder fasziniert - und hat bis heute nichts von dieser wunderbaren Faszination verloren. An diesem Samstag ließen alle Teilnehmer am Ufer die Natur auf sich einwirken, während die Sonneneinstrahlung an den Felswänden immer weiter nach oben wanderte.
Ein längerer Weg durch den Wald mit herrlichen Blicken auf Leubsdorf, auf den Rhein und ins Ahrtal führte bis zum neuen Feuerwehrhaus. Der Rundgang über den Friedhof bewirkte bei jedem stille Gebete und Gedanken an Angehörige, Freunde und Nachbarn, an die sich alle noch gut erinnern können und die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Am Heisterer Kapellche gab es eine kurze Rast auf der Bank, bevor der weitere Weg oberhalb des Steinbruchs um diesen herum führte. Neugierig wagten sich einige von der Rückseite her bis ans Wasser, aber nur mit kurzem Aufenthalt, denn die Stechmücken wurden rasch lästig.
Weiter ging‘s an der Kriegergedächtniskapelle (Chor der ältesten Dattenberger Kirche) und dem uralten Friedhof vorbei zum Antonius-Brunnen. Als Kinder holten sie hier in sehr kalten Wintern eimerweise das Wasser, wenn die Wasserleitungen zu den Häusern zugefroren waren.
Die letzte Station des Rundgangs war die Schule. Viele Stunden der Kindheit wurden dort verbracht, mit vier Klassen in einem einzigen Raum. Es wurde viel gelernt, so manche Strafarbeit mussten die Kinder über sich ergehen lassen. Es war eine wunderschöne Zeit, die alle geprägt und fürs Leben fit gemacht hat.
Die frische Luft und die Bewegung hatten inzwischen alle hungrig gemacht, so dass sich die Teilnehmer - wieder zurück im Pfarrhaus - am abendlichen Wurst-Käse-Buffet laben konnten. Dazu gab’s Dattenberger Wein, aber auch Bayerisches Bier (Mitbringsel aus Oberbayern).
Ein reger Austausch mit vielen Erinnerungen ließ die Stunden im Nu verrinnen. Der Sonntag wurde noch für ein gemütliches gemeinsames Frühstück genutzt. Mittags hieß es dann für alle, Abschied zu nehmen, aber in der Gewissheit und mit dem Versprechen, dass es im nächsten Jahr wieder ein Treffen geben soll.
