Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit e. V. Koblenz
Erneute Absage des Heimatbesuchs ehemaliger jüdischer Bürger*innen
Koblenz. In der ersten Juliwoche hätte der jährliche sogenannte Heimatbesuch ehemaliger jüdischer Bürger*innen aus Koblenz und Umgebung stattfinden sollen. Der frühere Koblenzer Bürgermeister hat für sie einmal den treffenden Ausdruck gefunden: „ewige Mitbürger“. Denn nicht eigene Wahl, sondern ein furchtbares Unrecht und ein aufgezwungenes Schicksal hat sie von ihrer ersten Heimat getrennt.
Dieser Heimatbesuch musste für dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge abgesagt werden. Die Teilnehmer*innen der ersten Generation sind oft wie durch ein kleines Wunder auf abenteuerlichen Wegen gerettet worden, während die nächsten Verwandten, Eltern, Geschwister, dem Grauen anheimfielen. Kindlich verklärte Erinnerungen an die alte Heimat haben sie mitgenommen und zugleich den traumatischen Druck der späteren Katastrophe: eine unheilbare Wunde.
Und doch vermochte der Heimatbesuch, seit 1985 von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e. V. Koblenz fast jährlich durchgeführt, so etwas wie eine innere Heilung und Versöhnung zumindest vorzubereiten. Manch eine oder einer hat die Erfahrung gemacht, erst seitdem wieder nachts ruhig schlafen zu können. Heute leben nicht mehr viele aus der ersten Generation. Doch auch von ihren Kindern hat die eine oder der andere gelernt, auf Deutschland und Deutsche ohne Hass zu blicken. Das ist alles andere als selbstverständlich.
Die gegenwärtige Herausforderung bei der Organisation besteht darin, ob ein Format zu finden ist, durch das der Kontakt auch zu den nachfolgenden Generationen aufrechterhalten werden kann.
Pressemitteilung der
Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e. V. Koblenz
