Höhr-Grenzhausen auf Karnevalskurs - 33. Ex-Prinzen-Empfang in neuem Ambiente
Erstklassiges Programm begeisterte Gäste
Höhr-Grenzhausen. Hochkarätige regionale und überregionale Künstler waren am vergangenen Sonntag auf der Bühne der Ex-Prinzen der Kannenbäckerstadt anlässlich des 33. Ex-Prinzen-Empfangs zu Gast. Was vor närrischen 3 x 11 Jahren begann, als Franz Huth für seine Tochter einen Empfang anlässlich ihres Amtes als Prinzessin im Höhr-Grenzhäuser Karneval gab, ist seit nunmehr über drei Jahrzehnten Tradition und fester Bestandteil des Narrenfahrplans. Erstmals nach der Pandemiepause begrüßten die Ex-Prinzen in diesem Jubiläumsjahr die Gäste aller Korporationen der Verbandsgemeinde und befreundete Karnevalistinnen und Karnevalisten im Hotel Zugbrücke in Grenzau.
Eingeleitet wurde das Programm mit einer kurzen Ansprache an die rund 150 karnevalistischen gut gelaunten Gäste durch Roman Birnbach und Martin Staudt, welcher zum ersten Mal mit Witz und dem ihm eigenen Staudt‘schen Humor kurzweilig die weiteren Punkte ankündigte. Harry Kiefer, Urgestein des Karnevals von Höhr und Grenzhausen, zollte mit seiner anspruchsvollen Rede dem Karneval Tribut.
Im Anschluss hieß es dann „Bühne frei“ für das amtierende Prinzenpaar der Session „Prinz Patrick I. und Prinzessin Isabel I. im Zauber der Musik“ samt Gefolge, die ihre Worte an das närrische Volk richteten. Vollblutkarnevalistin Sonja Schiffer aus Weitersburg strapazierte die Lachmuskeln der Gäste gleich zu Beginn und sorgte für tolle Stimmung mit ihrem Beitrag.
Videocall nach Barcelona
Eine Überraschung hatte das Prinzenpaar der vergangenen Session, Bastian Dillenburg und Laura Letschert, im Gepäck. Laura, die in Barcelona lebt, wurde live dem Empfang zugeschaltet. Ein toller Moment für die karnevalistischen Herzen. Ein Jubiläum der besonderen Art verzeichnen in dieser Session Irmgard und Werner Normann, waren die beiden doch vor genau 50 Jahre Prinzenpaar von Höhr-Grenzhausen. Und als wäre er niemals von der Bühne gegangen, erzählte Werner Normann aus der Lameng beherzt herrlich lustige Geschichten aus seiner Amtszeit als Karnevalsprinz. So manches verglich er mit der Regentschaft in der heutigen Zeit und hielt dem Publikum den Spiegel der Zeit vor. Damals wurden die Orden beispielsweise aus Keramik gefertigt zur Aufrechterhaltung der Beschäftigung der Keramiker.
Thomas Paulsen und Nobert Weber, die zwei Schlawiner, bereicherten mit Wort und Gesang den äußerst gelungenen ersten Teil des Ex-Prinzen-Empfangs, der ganz unter dem Stern der regionalen Akteure stand. Als alteingesessene Redner mit etlichen Jahren Bühnenerfahrung zeichnete sich ihr Auftritt durch exzellente Gestik und Mimik aus, gepaart mit Klamauk und Schelmerei. Dass die Darbietung farbenfroh in edler Kostümpracht erfolgte, versteht sich bei den beiden von selbst.
Goldener Laureatus geht an Bernhard Münz
Als Stephan Sahm die Bühne betrat, lauschten die Gäste gespannt seinen Worten. Mit seinem alljährlich vergebenen Orden, dem „Goldenen Laureatus“, ehrt er AkteurInnen, die sich mit hohem Engagement und großer Leidenschaft für den Karneval in Höhr-Grenzhausen einsetzen. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Bernhard Münz.
Die zweite Halbzeit wurde in rustikaler Manier durch „Krämers Karl“ vom CCO Lahnstein eingeläutet. Krämer ist auch bekannt aus dem Hessischen Rundfunk und stand vor 25 Jahren ebenfalls Prinz Karneval auf der Bühne. Als Taxifahrer brachte er die Gäste der Ex-Prinzen mit Anekdoten der Fahrgäste und ihren Alltagsproblemen und –problemchen zum Lachen. Tipps und Tricks bei Beziehungsstress, gespickt mit etwas schwarzem Humor boten eine fantastische Kombination zum Schmunzeln und herzhaften Lachen.
Hochrangige Mainzer Karnevalisten am Brexbach zu Gast
Extra aus Mainz eingeflogen wurde der brillante Redner Bernhard Knab alias der „Deutsche Michel“. Auf hervorragende humorvolle Art und Weise hinterfragte er kritisch, aber auch gekonnt witzig, politische und gesellschaftliche Themen. Der Hype ums Gendern, der Fußball, die Bundestagswahl – alle bekamen sie ihr Fett weg. Und das auf sprachlich äußerst anspruchsvollem Humorniveau. Sein Auftritt der Extraklasse hatte viel Potenzial zum Nachdenken. Nicht fehlen durfte zum Schluss natürlich sein allseits bekannter „Michelrapp“, bevor er unter Standing Ovations die Bühne verließ.
Doch damit nicht genug. Die Ex-Prinzen legten im Programm noch eine Schippe obendrauf. Frank Brunswick und Julian Seitz, bekannt als „Die Saalkellner“, lieferten einen erstklassigen Auftritt für die Närrinnen und Narren des Höhr-Grenzhäuser Karnevals. Geschichten rund um einen Hundekauf im Schockstand über Ernährungstipps im Gesundheitswahn bis hin zum bedeutungsschwangeren Geständnisblick von Ehefrauen kamen aufs Tablett und wurden mit großem Applaus des Publikums belohnt. Stimmungsvoll ließ das Prinzenpaar mit seinem Gefolge, den Akteuren des „2. Frühling“, diesen fabelhaften Empfang der Ex-Prinzen ausklingen. Zum Lied des Prinzenpaares und kölschen Tönen fand die Veranstaltung ein heiteres und beschwingtes Ende.
Unzählige Raketen wurden in dem fünfeinhalbstündigen Programm abgefeuert. Und das zu Recht. Nach zweijähriger Zwangspause ist der Bühnenkarneval zurück und eroberte auf dem Ex-Prinzen-Empfang die Herzen der Närrinnen und Narren im Nu. Es war eine perfekt organisierte und rundum gelungene Veranstaltung. Musikalisch begleitet wurde sie durch Jens Hauschild.
Prinz Patrick I. und Prinzessin Isabel I. im Zauber der Musik zu Gast auf dem Ex-Prinzen-Empfang.
Bernhard Knab aus dem Mainzer Karneval brillierte auf der Narrenbühne am Brexbach.
Karl Krämer begeisterte als Taxifahrer.
Durch das kurzweilige und ansprechende Programm führte Martin Staudt.
