Die Heisterer feierten am Wochenende im Bürgerhaus die traditionelle Sebastianus-Kirmes
Erstmals seit 65 Jahren ohne eigene Majestät
Aus dem Königsball wurde am Samstagabend ein Kirmesball
Unkel. Im November hatte der Bürgerverein Heister um seine Vorsitzenden Helmut Bürger und Knut von Wülfing zum Königsschießen in das Bürgerhaus „Am Kelter“ eingeladen, ein Nachfolger von Bürgerköngin Doris Heß wurde jedoch nicht gefunden. Das hielt die Heisterer nicht ab, am Samstag zum Sankt Sebastianus-Kirmesball zur Livemusik mit Volker Wiskirchen einzuladen. „Auch wenn wir gestern erstmals seit 65 Jahren ohne eigenes Königspaar feiern mussten, die Stimmung war bombig. Dafür war nicht nur das Scheurener Königspaar, Peter und Melanie Srol, verantwortlich. Am späteren Abend hat auch noch die KG um ihren Vorsitzenden Manfred Himmelbach nach ihrem Auftritt in Bad Hönningen vorbeigesehen und kräftig mitgefeiert“, berichtete Helmut Bürger am Sonntagmorgen nach der von Pfarrer Günter Lülsdorf in der Sebastian-Kapelle zelebrierten Kirchweihmesse.
Festzug durch den südlichen Stadtteil von Unkel
Vom Tambourcorps Erpel musikalisch angeführt war der Sebastianus-Bürgerverein anschließend im Festzug durch den südlichen Stadtteil von Unkel zunächst zum Ehrenmal gezogen, um dort einen Kranz niederzulegen, um danach zum Bürgerhaus zu marschieren, in das er zum Kirmes-Frühschoppen eingeladen hatte. Begrüßen konnten die Vorsitzenden dort neben dem Pfarrer, Stadtchef Gerhard Hausen und Verbandsbürgermeister Karsten Fehr auch die Vorsitzenden der beiden anderen Unkeler Bürgervereine sowie Martin Schäfer, der das Königspaar Richi und Biggi Klein nach Heister begleitet hatte. Von Kamen angereist war zudem der Unkeler Bürgerkönig Klaus Osthaus, der schon beim Königsschießen dabei gewesen war und das nicht ohne Erfolg.
Nach der Bürgerkönigin von 2017, Doris Heß, die mit dem 59. Schuss den linken Flügel des Königsvogels zu Fall gebracht hatte, und Stefanie Scharwohl, die mit dem 83. Schuss beim rechten Pendant erfolgreich gewesen war, hatte der Gast aus Westfalen mit dem 124. Schuss den Adler geköpft, bevor sich Herbert Niesel mit dem 226. Schuss als Rumpf-König hatte feiern lassen können.
Aber nicht nur die Pfänderschützen standen zu Beginn des Frühschoppens im Mittelpunkt des Geschehens, traditionell wurden auch treue Mitglieder geehrt. So konnte Helmut Bürger mit Klaus Engels, Waltraut Linzenbach sowie Elke und Jürgen Schmidt vier Silber-Jubilaren gratulieren und die Silberne Vereinsnadel überreichen, während Rolf Pfafferoth bereits seit 40 Jahren dem Bürgerverein angehört und mit der Vereinsnadel in Gold ausgezeichnet wurde. „Leider kann unser Goldjubilar Wolfgang Horn nicht am Frühschoppen teilnehmen und auch Norbert Dimke ist krankheitsbedingt verhindert. Für ihn wird seine Frau Elfriede später die Vereinsnadel in Empfang nehmen“, so Helmut Bürger, während der Vorsitzende des Erpeler Gesangvereins „Cäcila-Eintracht“, Armin Ruckelshauß, im Foyer seine Sänger sammelte. Diese verabschiedeten mit „Spring“ lange vor der Zeit den Winter, der noch gar nicht im Mittelrheintal angekommen war, um dann „Dir gehört mein Herz“ zu singen, bevor sie „Du bess die Stadt, op die mer all he stonn“, anstimmten. Dabei war nicht nur Gerhard Hausen durchaus klar, dass für die Erpeler, aber auch für die meisten Heisterer nicht Unkel mit der Stadt gemeint war, die es ihnen „als Pänz schon aanjedonn“ hatte. DL
