Kath. Kirchengemeinde „St. Severinus“ Erpel
Et Dreikünnigs Pözje hät e Bänkche
Erpel. Rund 600 Jahre steht die Severinus Kirche in Erpel schon, doch das Untergeschoss des Turmes stammt noch aus der Vorgängerkirche und ist fast doppelt so alt. An der südlichen Turmseite führt eine kleine Tür ins Untergeschoss des Turmes, zur heutigen Taufkapelle. Diese kleine Tür schrieb schon im Jahre 1164 Geschichte, als der Reichskanzler von Friedrich I. Barbarossa und Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, die Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln überführte. Als die lange Reise am 22. Juli das sichere Kurköln erreichte, kam Erpel ins Spiel. Durch die kleine Pforte wurde die kostbare Fracht in die Erpeler Kirche gebracht und für eine Nacht dort gelagert, um den Kölnern Gelegenheit zu geben, sich auf die Ankunft vorzubereiten.
Seitdem wird die kleine Pforte im Volksmund auch liebevoll „Drei Künnije Pözje“ genannt und die Autoren Ursula Gilbert und Michael Klein bezeichnen in ihrem Buch „111 Orte im Siebengebirge, die man gesehen haben muss“ den Ort gar als Royalen Rastplatz. Doch rasten konnte man dort bisher nicht.
Das hat sich jetzt geändert. Peter Eich, der mit handwerklichem Geschick kunstvolle Bänke schnitzt, die an vielen Stellen in Erpel zu finden sind und das Ortsbild bereichern, hat nun dem Royalen Rastplatz eine Bank gestiftet, die dem Pözje gegenübersteht. Die „Bank am Drei Künnigs Pözje“ zeigt auch das Erpeler Wappen mit den Drei Kronen, die an die königliche Übernachtung erinnern. Die Kirchengemeinde, die Erpeler Bürger und Gäste danken Peter Eich für diese Stiftung. Nun ist jeder herzlich eingeladen, am Royalen Platz Rast zu machen und die Bank so liebevoll zu behandeln, wie sie erbaut wurde.
Drei Künnigs Pözje.
