Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V.
Etwas Neues auf hohem Niveau geschaffen
Kultur- und Naturerlebniszentrum b-05 war ein toller Gastgeber
Montabaur. Die Wahrnehmung von und der Umgang mit „Natur“ ist immer schon Bestandteil von „Kultur“. Deshalb verlegte die Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V. die Jahreshauptversammlung 2017 in das Kultur- und Naturerlebniszentrum b-05, das früher als Nato-Munitionslager diente. Die Mitglieder der Bühne waren die erste Gruppe, die das „Naturareal von grotesker Schönheit“ im Stadtwald von Montabaur erkunden und die Leckereinen des wieder eröffneten Cafés kosten durfte.
Zunächst wurden im gemütlichen Café des b-05 die Regularien der Mitgliederversammlung abgehandelt. Alle Teilnehmenden konnten als kulturelle Überzeugungstäter erfreut feststellen, dass genau 30 Jahre nach Gründung der Bühne sich immer mehr Erfolge einstellen. Uli Schmidt (Horbach), der den regen Kulturverein schon seit der Gründung als Vorsitzender leitet, stellte fest: „Mit beharrlicher Aufbauarbeit wollten wir etwas Neues in der Region auf hohem Niveau schaffen. Das haben wir gepackt und werden es weiter entwickeln!“ Mit meist gut besuchten bis ausverkauften Veranstaltungen wie der „Westerwälder Kabarettnacht“, dem Kleinkunstfestival „Folk & Fools“ oder der jährlichen Weltmusikreihe „Musik in alten Dorfkirchen“ sei man auf einem guten Weg, meinte Torsten Schmitz (Ruppach-Goldhausen) als Technischer Leiter. „Schatzmeister“ Carsten Frenzel (Westerburg) lobte das Engagement von einigen Westerwälder Unternehmen im Rahmen eines Kultursponsorings.
Weitgehend wiedergewählt wurde der bisherige Vorstand. Ihm gehört weiterhin als Vorsitzender Uli Schmidt an. Zweiter Vorsitzender bleibt Torsten Schmitz und Kassierer ist wie bisher Carsten Frenzel. Als neue Schriftführerin ist Rita Stahl (Montabaur) dabei. Unterstützt wird der geschäftsführende Vorstand von sieben Beisitzern: Volker Kram, Christa Graf, Marie Luise Gäffgen, Klemens Hübinger und Dieter Lehmann (alle Montabaur) sowie Kamilla Vuong (Hardt bei Bad Marienberg) und Rolf Bösebeck-Marx (Freilingen).
Unter fachlicher Leitung von Philipp Schiefenhöfel (Masgeik-Stiftung für Natur- und Landschaftsschutz) und Johannes Zühlke (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie) wurde dann das ca. 12 ha große parkähnliche Gelände erkundet. Das frühere Monument des kalten Krieges mit vielen Bunkern bietet nach Ansicht der beiden Experten eine ideale Lage für Naturerfahrungen, weil es viele Biotoptypen auf engstem Raum vereinigt. „Nur eine dauerhafte Pflege und sinnvolle Nutzung können zum Erhalt der ökologisch wertvollen Flächen beitragen“, stellte Schiefenhöfel fest. Wie hochwertig die Fläche ist, zeigt die Tatsache, dass dort allein 170 Pflanzenarten und 70 verschiedene Nachtfalter nachgewiesen werden konnten.
Nach der Naturexkursion wartete im Café schon Dieter Schughart-Scheyer vom „Verein b-05 association e.V.“ auf die Gäste, der das anspruchsvolle neue Kunst- und Kulturkonzept vorstellte. „Ab diesem Sommer soll das b-05 nach drei Jahren Pause wieder ein ebenso gemütlicher wie außergewöhnlicher Kunstort werden mit Ausstellungen, Lesungen und kleinen Konzerten“, so Schughart-Scheyer. Und nebenbei wolle man auch ein Forum für junge Künstler aus der Region sein.
Das vielfältige Programm zwischen Naturerkundungen und Kunstaktionen soll dadurch ergänzt werden, dass man am Wochenende immer einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen kann. Als Betreiberin des Cafés ergänzte Dr. Irene Lorisika: „Darüber hinaus gibt es viele saisonale Köstlichkeiten und die alle möglichst regional und selbst zubereitet“. Die Aktiven der Kleinkunstbühne Mons Tabor zeigten sich zumindest schon davon begeistert, was das Gastronomieteam an dem Abend an Leckereien auf den Tisch stellte.
Der Abend endete mit Live-Musik im b-05 – Café. Gemeinsam mit Arnulf Lambach gefiel Dieter Schughart-Scheyer mit Gitarrenstücken von Santana bis Hannes Wader. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte dabei Denise Scheyer, die mit ihrer jugendlichen Stimme das kleine Konzert bereicherte. Alle Aktiven der Kleinkunstbühne waren sich nach fast vier Stunden einig: eine mehr als gelungene „Jahreshautpversammlung“.
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