Allgemeine Berichte | 04.09.2019

Freundeskreis Römerkanal e.V. Rheinbach ging auf Reisen

Exkursion ins Saarland und nach Frankreich

Die Reisegruppe zeigt sich bei sehr guter StimmungFotos: privat

Rheinbach. Die diesjährige Reise auf den Spuren der Römer führte die Reisegruppe in den Südwesten Deutschlands, wobei zunächst die von einer Exkursion schon bekannte Stadt Metz von französischem Boden aus einen interessanten Ausgangspunkt für die weiteren Ziele bot.

Die erste Erkundung stand voll im Zeichen der gallo-römischen Ausgrabungen von Grand am Hang der Vogesen. Der ehemalige Vorsitzende des Partnervereins S.I.T. Walferdange in Luxemburg hatte schon im Vorfeld der Reiseplanung auf dieses 50 ha große antike Gelände aufmerksam gemacht und sich gerne bereit erklärt, die in Französisch gehaltenen Führungen ins Deutsche zu übersetzen. Denn die mit viel Liebe zum Detail kommentierten Ausgrabungen richteten sich ausschließlich an frankophone Besucher.

Die ersten Grabungen hatten schon 1883 begonnen. Besonders fiel der Blick auf einen sehr gut erhaltenen 232 qm großen Mosaikfußboden einer Basilika; auch die Rekonstruktion eines in den Hang gebauten Amphitheaters zeigte die wohl hervorragende Bedeutung dieser Stadtanlage, die sich im ersten Jahrhundert n. Chr. um ein Heiligtum für den Apollo Grannus bildete. Hier war offensichtlich schon die Verschmelzung zweier wesensähnlicher Gottheiten, des römischen Apollo und des gallischen Grannus, als ein recht frühes Zeugnis der Romanisierung Galliens ganz glänzend gelungen. Begeistert waren die Teilnehmer auch von den zahllosen Bodenfunden, die in den verglasten Nischen Hinweise auf einen regen Zuspruch kranker Heilungssuchender gaben: Äsculap und Hygeia als weitere Fachgottheiten für die Medizin waren ebenso vertreten wie Votivgaben für Heilungen.

Besuch des Geburtshauses von Jeanne d'Arc

Wegen der unmittelbaren Ortsnähe zu Grand war ein Besuch des Geburtshauses von Jeanne d´Arc in DOMREMY-LA-PORCELLE angezeigt, das vor allem nationalbewusste Franzosen einmal im Leben besucht haben müssen.

Bei der Führung wurde der Bogen über die komplizierte Geschichte des sog. Hundertjährigen Krieges im 15. Jahrhundert zwischen England und Frankreich und der nach ihrem Tode heilig gesprochenen Johanna von Orleans (1412) geschlagen.

Der nächste Zielpunkt war aber wieder der römischen Kernkompetenz geschuldet. Die Fahrt führte die Gruppe ins Saarland nach Bliesbruck-Reinheim, wo in einem Kulturpark römisches Leben anhand der archäologischen Funde auf eine beeindruckende Weise widergespiegelt wurde. Der junge Leiter des Museums, ein studierter Archäologe, zeigte aber vorher noch das sogenannte Fürstinnengrab unter einem typischen Rundhügel aus der Frühlatènezeit (370 v. Chr.) mit einer Fülle von phantastischen Grabbeigaben.

In die gallo-römische Zeit des ersten Jahrhunderts gehörte aber in dem über 700.000 qm großen Gelände ein feudaler Gutshof, dessen riesige Ausmaße eine Ahnung vom Wohlstand der Besitzer gaben.

Auf der französischen Seite des Parks erwartete die Gruppe eine Straßensiedlung mit Streifenhäusern; eine ländliche Kleinstadt für etwa 2000 Bewohner, die sich sogar eine Therme leisten konnten und damit von dem Reichtum des vorwiegend von Handwerkern besiedelten Vicus zeugte.

Besuch einer fast städtischen Anlage

Mit großem Bedacht schien der letzte Besuch der römischen Siedlung in Schwarzenacker (Homburg) ausgewählt worden zu sein. Hier erwartete uns nämlich als Gegenentwurf zu einem ländlichen vicus eine fast städtisch anmutende Anlage, die vor 1700 Jahren zerstört, aber durch die Ausgrabungen auf über 25 ha wieder zum Leben erweckt worden war. Die Führer nahmen einen mit auf eine Reise in die Vergangenheit, in eine Welt der Händler, Handwerker und Amtsträger. Ein großartiges Freilichtmuseum zeigt sich hier dem Besucher, in dem sogar einzelne Häuser rekonstruiert und mit einem Komfort ausgestattet sind, der den Wohlstand der Bevölkerung trefflich dokumentiert.

Die Reise zeigte wieder einmal die große Vielfalt römischen Lebens im ersten bis dritten nachchristlichen Jahrhundert und seine gelungene Verschmelzung mit der gallischen Bevölkerung. Selbst zehn Jahre nach der Vereinsgründung ist die Begeisterung ungebrochen, immer aufs Neue Spuren römischer Hochkultur im In – und Ausland nachzugehen.

Anhand von archäologischen Funden wurde römisches Leben widergespiegelt

Anhand von archäologischen Funden wurde römisches Leben widergespiegelt

Die Reisegruppe zeigt sich bei sehr guter StimmungFotos: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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