Allgemeine Berichte | 18.03.2025

Historischer Verein Andernach

Exkursion nach Remagen

Im Ausstellungsraum Friedensmuseum. Foto: privat

Andernach. Vor fast genau 80 Jahren, am 7. März 1944, konnten die Alliierten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die Rheinbrücke in Remagen einnehmen und dadurch einen Vorstoß auf die rechte Rheinseite realisieren, der den Krieg wohl um einige Wochen verkürzt haben dürfte. Die Brücke brach zwei Wochen später durch Beschädigungen und Überlastungen zusammen.

In den Brückenpfeilern auf der linken Rheinseite wurde 1980 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Remagen, Hans Peter Kürten, ein Museum eingerichtet, das „Friedensmuseum“ in Remagen.

Anlässlich des Datums besuchten Mitglieder und Freunde des Historischen Vereins Andernach das Museum und ließen sich in einer fundierten Führung die Geschichte des Ortes und der Brücke erklären. Dabei berührten die Schicksale einzelner Menschen als auch die unglaublich große Anzahl kriegerischer Auseinandersetzungen außerhalb Deutschlands in der Welt nach 1945 die Besucher – auch angesichts der neuen bedrohlichen Lage unserer Zeit durch den „Ukrainekrieg“. Der Wunsch nach Frieden ist auch 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sehr aktuell.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde an der „Friedenskapelle“ , die als Mahnmal auf dem Gelände der früheren von den Alliierten eilig eingerichteten „Rheinwiesen-Lager“ 1987 aufgestellt wurde, auch an das Schicksal der vielen deutschen Kriegsgefangenen erinnert, die hier in den Monaten April, Mai und Juni, zeitweise auch bis September (Andernach) hinter Stacheldraht unter freien Himmel, ohne Zelte und Decken auf dem nackten Boden campieren mussten, bei äußerst karger Verpflegung, ohne hygienische Möglichkeiten, mangelnder medizinischer Versorgung. Allein im Lager südlich von Remagen, dass für maximal 100.000 Menschen als Durchgangslager gedacht war, wurden im Mai 1945 170.000 Menschen zusammengepfercht. Die Rechte der Genfer Konvention für Kriegsgefangene wurden hier von den Amerikanern missachtet, was allerdings angesichts der Greueltaten des NS-Regimes gegenüber Juden, Zwangsarbeitern, politischen Gefangenen und „Vergeltungsmaßnahmen“ an Zivilisten nachvollziehbar ist. Die Versorgung besserte sich nach ein paar Wochen. Dennoch sind viele Gefangene an Schwäche, Durchfallerkrankungen oder Lungenentzündung gestorben. Die genaue Zahl lässt sich wohl nicht mehr ermitteln. In Bodendorf gibt es einen Friedhof mit etwa 1200 Gräbern aus dieser Lagerzeit.

Was bleibt ist die Hoffnung auf Frieden und dass sich Geschichte nicht wiederholt!

Die nächste Exkursion des Historischen Vereins Andernach findet am 10. Mai statt. Ziel: das Bimsmuseum in Kaltenengers.

Im Ausstellungsraum Friedensmuseum. Foto: privat

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