Fußbälle, Kaffee oder Berufskleidung ohne ausbeuterische Kinderarbeit
Fairer Handel nun auch in Remagen auf der Tagesordnung
Remagen. Fairer Handel, also eine sozial- und umweltorientierte Beschaffung wichtiger Güter des täglichen Gebrauchs, ist auch in Remagen möglich. Die garantiert nicht durch ausbeuterische Kinderarbeit in Entwicklungsländern hergestellten Artikel wie Fußbälle oder Berufskleidungsstücke kosten dabei nicht einmal unbedingt mehr als konventionelle Waren. Man muss nur wissen, woher diese garantiert fair produzierten Dinge zu bekommen sind. Und hierfür gibt es inzwischen umfangreiche Internetportale.
Die Stadt Bonn, das Bundesland Bremen und zahlreiche Vereine wie ELAN e.V. in Rheinland-Pfalz haben hierzu beigetragen. Dies ist das Ergebnis einer Veranstaltung im evangelischen Gemeindehaus Remagen. Der Eine-Welt-Laden Remagen-Sinzig und der Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung e.V. Remagen hatten zu einem Vortrag mit Diskussion geladen.
Die rund 20 Besucherinnen und Besucher konnten mit Katja Voss, Fachberaterin für fairen und sozialverträglichen Handel im entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz ELAN, diskutieren und dabei auch durchaus kritische Fragen stellen. „Kosten fair hergestellte Lebensmittel nicht ein Mehrfaches der normalen Ware“ und „wer garantiert uns, dass die Hose wirklich nicht von asiatischen Arbeitssklaven hergestellt wurde“ waren solche Fragen.
Gütezeichen beachten
Hier verwies die Referentin auf „Gütezeichen“ wie „Fairtrade“, hinter denen ein ausgeklügeltes System der Überwachung der gesamten Produktionskette stehe. Das bedeutet, dass Kinderarbeit bei der Baumwollernte ausgeschlossen ist und dass die Spinnerinnen des Garns, die Weberinnen der Tuche und am Ende auch die Näherinnen der Kleidungsstücke unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten.
Rüdiger Gottzein vom Eine-Welt-Laden Remagen-Sinzig lud in diesem Zusammenhang zum Besuch des gut bestückten Remagener Ladens ein. Hier gäbe es nicht nur vom Kaffee bis zum praktischen Weihnachtsgeschenk viele nützlichen Dinge zu fairen Preisen, sondern auch Informationen zur Herkunft der Angebote und ihren Produktionsbedingungen. „Unsere Lieferanten garantieren auch, dass die Arbeiter mehr als den üblichen Lohn im Land bekommen und sowohl der Arbeitsschutz wie soziale Belange gesichert sind“. Für den Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung e.V. wünschte sich Vorsitzender Frank Bliss zum Schluss der Veranstaltung, dass nicht nur Bürgerinnen und Bürger für ihren Haushalt, sondern auch die Verwaltung der Stadt Remagen sowie die hier ansässigen Betriebe zukünftig das Thema sozial- und umweltverträglicher Einkauf stärker in den Blick nehmen. „Das Bundesland Bremen zahlt für Schutzkleidung ihrer Mitarbeiter, für die Ausstattung der Turnhallen oder die Betriebskantinen unter dem Strich genau drei Prozent mehr für fair produzierte Waren. Dafür ist gesichert, dass alles einen hohen Umweltstandard hat und die Herstellung sozial verträglich erfolgt ist“.
Prüfmöglichkeiten
Am Ende gab es auch einen wichtigen Tipp für die Verbraucher: unter der Internetadresse www.label-online.de können diese zum Beispiel prüfen, ob ein Gütesiegel auf Hähnchenverpackungen oder auf Kaffeepackungen hält, was es verspricht. So deutet das Label „Pro Planet“ auf genfuttermittel-freie Geflügelhaltung hin oder „Fairtrade“ auf eine kontrollierte Produktionskette bei Kaffee.
Pressemitteilung
Arbeitskreis für entwicklungs-
politische Bildung e.V., Remagen
