Maurenbrecher trifft Nussbaumer und Wester im Martinus-Gymnasium Linz
„Fast“-Premierenkonzert im Linzer Gymnasium
Linz. Eigentlich waren es drei Konzerte, die die rund 100 Gäste am 7. März im Musiksaal des Linzer Martinus-Gymnasiums genießen konnten. Erst präsentierten Richard Wester und George Nussbaumer etliche Stücke ihres Programmes „Something Specials“, dann begeisterte Manfred Maurenbrecher das Publikum mit alten und auch neuen Stücken, unter anderem aus seinem Programm „Menschen machen Fehler“. Und dann spielten die drei Vollblut-Musiker Teil 5 ihres kultigen Randy-Newman-Projektes – Reprise.
Drei Vollblut-Musiker – und fast ein Orchester
Mit Jahren der Unterbrechung, aber seit 2005 interpretieren die drei den US-amerikanischen Sänger, Songschreiber und Komponisten in besonderer Weise. George Nussbaumer, in Österreich geborener und lebender Sänger, der 1996 auch eine Platzierung beim Eurovision Song Contest erreichte, seit Geburt blind, sitzt am Keyboard und singt mit unvergleichlich voluminöser Soul- und Bluesstimme die Newman-Texte im Original. Davor oder danach singt Manfred Maurenbrecher aus Berlin, schon zu Lebzeiten Liedermacherlegende und Geschichtenerzähler am Klavier, die Texte auf Deutsch. Richard Wester, in Linz am Rhein geborener Musiker, der schon mit vielen Größen des Musikgeschäftes zusammengearbeitet hat und seit langem in Schleswig-Holstein lebt, ergänzt nicht nur mit Stimme, sondern auch mit etlichen Instrumenten. Zum Beispiel mit Querflöte, Klarinette, Saxophon oder Mundharmonika sorgt Multiinstrumentalist Wester mit seinen Kollegen an den Tasten dafür, dass der auditive Eindruck eines kleinen symphonischen Orchesters entstehen kann.
Wester, selbst vor fünf Jahrzehnten Schüler im Linzer Gymnasium, war es auch, der seine Kollegen nach Linz brachte. Durch Zusammenarbeit mit dem Musiklehrer Tobias Lehmann, der auch für professionelle Licht- und Tontechnik sorgte, und dem Engagement des Fördervereins des Gymnasiums konnte das Konzert kurzfristig im Linzer Gymnasium stattfinden, da der ursprüngliche Ort, Dattenberg, unerwartet ausfiel. Erst am 5. März waren die Musiker mit dem Programm in Remagen zum Proben, am Tag danach Premiere im Mainzer Unterhaus und nun in Linz.
Kentucky in die Uckermark verlegt
Wester und Nussbaumer betörten unter anderem mit einem afrikanisch anmutenden – natürlich selbst komponierten – Song, der die Zuhörer mit Phantasie geräuschtechnisch sogar in einen tropischen Regenwald entführte. Aber auch Instrumentalmusik präsentierten sie. Ein Genre, das Westers Meinung nach zum Beispiel im Radio viel zu kurz kommt. Maurenbrecher nahm seine Zuhörer nicht nur mit auf seine Spaziergänge durch Berlin, bei denen er sehr „komisch gewordene Leute“ traf, die zum Teil aber auch „schon immer komisch waren“, er berichtete in bester Liedermachermanier auch von seiner Wahrnehmung der heutigen „Lebens-Arbeits-Zeit-Balance“ einer MoMiDo-Generation.
Der zweite Teil, nach der Pause, war ausschließlich den Randy Newman-Songs gewidmet: Ob Baltimore oder Birmingham, ob Newmans Blick auf Europa oder die Liebe. Maurenbrecher, Nussbaumer und Wester zauberten mit Stimmen und Instrumenten. Und so konnten sie sogar Newmans „Old Kentucky Home“ nach Deutschland verlegen: in die Uckermark. Dort seien es „Harte Zeiten, kommt hier ja nicht her; wo das Jungvolk springt über’n Teer“.
Die Zuhörer in Linz sind gerne gekommen – und geblieben. Zwei Zugaben forderte das Publikum ein. Wer die drei mit diesem Programm noch hören will, muss sich beeilen. Und nach Norden oder Osten gehen. Am Samstag, 16. März spielen sie um jeweils 19 Uhr in der Kirche zu Hütten zwischen Eckernförde und Rendsburg und am Sonntag, 17. März in der Berliner Ufafabrik.
Richard Wester, George Nussbaumer und Manfred Maurenbrecher (v.l.) wurden mit Standing Ovation verabschiedet.
