Allgemeine Berichte | 10.05.2022, 08:40 Uhr

Erinnerung an jüdische Bürger aus Burgbrohl, die vom Naziregime verfolgt und ermorden wurden

Feierliche Enthüllung einer Gedenktafel auf dem Josefplatz Burgbrohl

Viele Ehrengäste waren zur Enthüllung der Gedenktafel nach Burgbrohl gekommen. Foto: FRE
209

Burgbrohl. Zwei Bücher hatten Dr. Gerhard Wagner aus Burgbrohl dazu animiert, sich für eine Gedenktafel einzusetzen, um an die jüdischen Bürger aus Burgbrohl und deren Angehörige zu erinnern, die von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt und ermorden wurden.

Zum einen handelte es sich um das Werk „Burg Bach Tal“ des Heimatforschers Kurt Degen, das 2012 anlässlich der 900-Jahr-Feier von Burgbrohl erschien. In diesem Buch wird u.a. das harmonische und problemlose Zusammenleben nichtjüdischer und jüdischer Burgbrohler Bürgerinnen und Bürger bis in die 1930er Jahre beschrieben. Zum andern weckte das Gemeinschaftswerk „Ein langer Weg“ von Brunhilde Stürmer und Brigitte Decker aus Niederzissen das Interesse von Dr. Wagner. „In diesem Buch geht es auch um die Geschichte und Schicksale jüdischer Familien der Synagogen-Gemeinschaft Niederzissen, unter anderem der Familien Friesem und Berger aus Burgbrohl“, sagte Wagner, der bei seinen Recherchen u.a. auch von den fachkundigen Autorinnen unterstützt worden war. Auch die Wiederherstellung der Synagoge in Niederzissen, die am vergangenen Wochenende ihr 10-jähriges Bestehen feierte, hatte den Initiator, der bereits mehrfach in Israel war, wo er jüdische Verwandte und enge Freunde besuchte, bei seiner geplanten Aktion beflügelt.

Während die Herstellung der Bronzeplatte durch die Kunstschmiede Maria Laach erfolgte, wurde die Basalt-Stele von Ralf Bell-Schäfgen (Bildhauerei Netze-Mühle in Brohl-Lützing) bearbeitet und aufgestellt. Finanziert wurde das Gesamtwerk durch Spenden einiger Freunde Dr. Wagners anlässlich seines „runden“ Geburtstages und durch weitere namhafte Spender, wie die Kreissparkasse Ahrweiler und die Volksbank RheinAhrEifel.

Anlässlich der feierlichen Enthüllung der Gedenktafel am Sonntag, 8. Mai auf dem Burgbrohler Josefplatz waren zahlreiche Persönlichkeiten vor Ort. Darunter die Familienangehörigen jüdischer Bürger aus Burgbrohl, Herr Rolef aus Krefeld (vorher Kapstadt/Südafrika) und Peter Heilbrunn aus London. Sie waren anlässlich des zehnjährigen Bestehens der wiederaufgebauten Synagoge nach Niederzissen gekommen und hatten sich ebenfalls auf dem Josefplatz in Burgbrohl eingefunden, um an der Feierstunde teilzunehmen.

Nach einer Begrüßung durch Ortsbürgermeister Walter Schneider und einigen Erläuterungen zur Entstehung der Gedenktafel durch den Initiator Dr. Gerhard Wagner wandten die Ehrengäste sich mit je einem Grußwort an die Anwesenden und gingen u.a. auf das Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945 ein, der sich am 08.05.2022 zum 77. Mal jährte und auf den aktuellen Krieg in der Ukraine mit seinen erschütternden Folgen.

Zu den Rednern zählten: Landrätin Cornelia Weigand, VG-Bürgermeister Johannes Bell, Dieter Burgard (Beauftragter für jüdisches Leben und Antisemitismus-Fragen der Ministerpräsidentin) und Avadislav Avadiev (Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz). Die international bekannte Saxophonistin Carolin Hild verlieh der Feier insbesondere mit ihrer eigens für den Auftritt in Burgbrohl einstudierten und beeindruckend dargebotenen Interpretation des Soundtracks zu dem US-amerikanischen Spielfilm und Holocaust-Drama „Schindlers Liste“ einen würdigen Rahmen.

FRE

Die international bekannte Saxophonistin Carolin Hild verlieh der Feier einen würdigen Rahmen.

Die international bekannte Saxophonistin Carolin Hild verlieh der Feier einen würdigen Rahmen.

Viele Ehrengäste waren zur Enthüllung der Gedenktafel nach Burgbrohl gekommen. Foto: FRE

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Sonderpreis Gesamtausgabe
Empfohlene Artikel
Pünktlich vor dem zweiten Herbstferienwochenende in Rheinland-Pfalz gibt der ADAC Mittelrhein seine aktuelle Stauprognose für den 9. bis 11. Oktober heraus.
5

Rheinland-Pfalz. Am zweiten Ferienwochenende in Rheinland-Pfalz ist mit einer steigenden Staugefahr auf den deutschen Autobahnen zu rechnen. Darauf weist der ADAC Mittelrhein hin. Der Beginn der Herbstferien in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie die laufenden Ferien in Hessen und dem Saarland tragen zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen bei. Besonders am Freitagnachmittag...

Weiterlesen

Oberbürgermeister Christian Greiner gemeinsam mit der Geschäftsführerin des St. Nikolaus-Stiftshospitals, Cornelia altenborn. Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/ Maren Peters
30

Andernach. Die Stadt Andernach hat der Geschäftsführerin des St. Nikolaus-Stiftshospitals, Cornelia Kaltenborn, die Ehrenmedaille für ihr außergewöhnliches berufliches und persönliches Engagement verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stadt ihre herausragenden Verdienste um das Stiftshospital, dessen erfolgreiche Entwicklung und die Gesundheitsversorgung der Menschen in Andernach und der Region.

Weiterlesen

V.l.: PHK Marc Egner (Polizeiinspektion Andernach), Christian Greiner (Oberbürgermeister der Stadt Andernach), Christoph Kretschmer (stellv. Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz), POR Martin Hoch (Leiter der Polizeiinspektion Andernach).Foto: Polizeidirektion Koblenz
15

Andernach. Viele Einsatzkräfte, Martinshorn, Knallgeräusche und kurzzeitige Straßensperrungen: Was am 29. September 2026 im Bereich des Jobcenters in Andernach für Aufmerksamkeit sorgte, war Teil einer groß angelegten gemeinsamen Übung von Polizei, Stadt, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Jobcenter.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
1454

Astrologische Vorschau für die KW 42: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 12. bis 18. Oktober 2026

Die Woche vom 12. bis 18. Oktober bringt Bewegung in viele Lebensbereiche. Zwischen neuen Chancen und kleinen Stolpersteinen zeigt sich, wo Veränderungen längst überfällig sind und wo Geduld die bessere Strategie wäre. In der Liebe können unausgesprochene Erwartungen für Spannungen sorgen, während ehrliche Gespräche neue Nähe schaffen. Beruflich und finanziell lohnt es sich, nicht jede Gelegenheit...

Weiterlesen