Allgemeine Berichte | 28.06.2026, 17:54 Uhr

Im Rheinort Brohl wurde eine tolle Kirmes mit einem abwechslungsreichen Programm gefeiert!

Feiern und Tanzen bei tropischer Hitze

Am Sonntag fand das Entenrennen auf dem Rhein statt. Foto: AKS
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Brohl. Vielerorts geht allmählich das Wissen verloren, dass eine Kirmes nicht nur ein mehrtägiges Fest zum Feiern, Tanzen, Trinken und Essen ist, sondern seit dem Mittelalter als traditionelles kirchliches Hochfest gefeiert wurde. Denn der Begriff „Kirmes“ entstammt dem Wort „Kirchweih“, und so wird in vielen Orten am Kirmeswochenende die Weihe der Kirche oder der jeweilige Schutzpatron gefeiert. In Brohl wird dieser Tradition noch gefolgt, und so wird jährlich um den Johannestag am 24. Juni an den Schutzpatron der Brohler Kirche „Johannes der Täufer“ gedacht und die „St.Johannes-Kirmes“, auch Rheinkirmes genannt, traditionell und modern gefeiert. Seit ca. 30 Jahren richtet die Prinzengarde Brohl mit viel ehrenamtlicher Arbeit die Kirmes aus, allein der Aufbau des Festgeländes auf den Rheinanlagen dauert eine Woche. Die diesjährige Kirmes fand unter ganz besonderen Wetterumständen mit den höchsten in Deutschland jemals gemessenen Temperaturen um die 40 Grad statt, was an Helfer, Mitwirkende und Gäste besondere Anforderungen stellte.

Der Freitagabend startete zunächst mit einem heftigen Hagelschauer, bevor die Party „Dickes B“ mit Musik der DJs „Red&Blue“ begann. Am „Rodeo-Bullriding-Contest“ nahmen 50 Mitwirkende teil und sorgten für viel Gaudi. Während das Kirmesgelände am Samstagnachmittag wegen der tropischen Temperaturen wie leergefegt wirkte, schien am Abend das ganze Dorf versammelt zu sein. Die Partyband „De Trötemann“ aus der Eifel heizte mit ihren tollen Bläsersätzen mächtig ein, so dass die Temperaturen weiter stiegen und Brohl an diesem Abend gefühlt zum heißesten Ort des Rheinlands wurde. Die Kinder tobten in der schön gestalteten Spielecke, während die Erwachsenen entweder das Tanzbein schwangen oder auf die Gesundheitsexperten hörten und reichlich für Flüssigkeitsnachschub sorgten – meist in Form von Gerstensaft! Ein schönes Musikfeuerwerk, parallel zu einem Feuerwerk im nahen Bad Hönningen, erleuchtete den Rhein und war der Höhepunkt des zweiten Kirmestages.

Der Sonntag stand dann vor allem im Zeichen der Tradition. Er begann mit einer feierlichen Festmesse in der Johannes-Kirche in Brohl, bei der auch die wertvolle Brohler Johannes-Reliquie ausgesetzt und der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Im Anschluss an den Festgottesdienst fand eine feierliche Sakramentsprozession statt. Das Ehrengeleit hatten die Schützen der Brohler St. Matthias-Schützenbruderschaft mit ihren neuen Majestäten übernommen, während die „Rhein-Ahr-Spatzen“ für die musikalische Umrahmung sorgten. Eine Besonderheit in Brohl ist das Salutschießen der „Böller Buben“, die damit den alten Brauch des Ehrensaluts als traditionelle Ehrbezeugung gegenüber Gott weiterleben lassen. Der anschließende Kirmesfrühschoppen ging dann übergangslos in den Spätschoppen über, musikalisch weiterhin begleitet von den fantastischen Rhein-Ahr-Spatzen aus Sinzig. Am Nachmittag fand dann das Entenrennen statt, was besonders die Kinder entzückte. Über 1000 gelbe Entchen wurden am Dorfplatz ins Wasser gesetzt und schwammen über den Brohlbach und den Rhein zum Kirmesplatz, mit freundlicher Unterstützung des Wassersportvereins und der Feuerwehr, die mit einer Ölsperre ein Abtriften der Enten Richtung Nordsee verhinderte. Die heiße Witterung hatte die Entchen offensichtlich so ermüdet, dass sie immer wieder am Rheinufer steckenblieben und von fleißigen Helfern wieder aktiviert werden mußten.

Der Kirmesmontag bot eine Neuerung: das erste Mal hatte die Prinzengarde zu einem Altennachmittag eingeladen und hatte im Vorfeld bereits einige Seniorenheime angeschrieben. Ein sehr löbliches Unterfangen, die Senioren, die meist mobilitätseingeschränkt in Einrichtungen unter Ihresgleichen und mit wenig Abwechslung ihre Tage verbringen, in die soziale Gemeinschaft einer Kirmes aufzunehmen und ihnen Abwechslung und ein paar schöne Stunden zu bereiten. Zuvor hatte der traditionelle Weckzug ab 7 Uhr mit Musik und Böllerschüssen die Brohler Bevölkerung geweckt und auf das bunte Treiben am Rhein eingestimmt.

Der Prinzengarde Brohl ist es wieder einmal gelungen, eine wunderbare Kirmes zu veranstalten, die traditionelle und moderne Bräuche zusammenfügte. Sie bot für alle Generationen eine soziale Gemeinschaft, um zusammen zu lachen und zu feiern und die Nöten und Sorgen des Alltages für ein paar Tage in den Hintergrund zu verbannen. AKS

Video: Entenrennen auf der Brohler Rheinkirmes 2026
© AKS 00:24 min
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Fotogalerie: Rheinkirmes in Brohl 2026

Foto: alle AKS

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Bei der mitreißenden Musik von "De Trötemänn" wurde viel getanzt. Foto: AKS

Bei der mitreißenden Musik von "De Trötemänn" wurde viel getanzt. Foto: AKS

Auch die Brohler Karnevalsprinzessin samt Hofstaat amüsierte sich prächtig. Foto: AKS

Auch die Brohler Karnevalsprinzessin samt Hofstaat amüsierte sich prächtig. Foto: AKS

Am Sonntag fand das Entenrennen auf dem Rhein statt. Foto: AKS

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