Filme des Kunsttheoretikers im Kunstpavillon Burgbrohl
Filmabend mit Dr. Stefan Römer
Burgbrohl. Am Samstag, 30. November um 19 Uhr findet ein Filmabend im Kunstpavillon Burgbrohl statt. Die beiden experimentellen Filme ReCoder of Art (14 min., 2019) und ReCoder of Life (18 min., 2022) des Künstlers und Kunsttheoretikers Dr. Stefan Römer werden gezeigt.
Film-Synopsis: Die Protagonistin des Films, Reco, arbeitet mindestens 15 Stunden am Tag auf von Corona geleerten Plätzen in Berlin. Sie optimiert sich als Cyborg für eine Social-Media-Firma. Alles tut sie online. Reco berührt ihren Screen wie Haut. Auch ihr soziales Leben pflegt sie im Screen. Die Unterhaltungselektronik hält sie in einem weichen digitalen Netz aus Excitement und Bequemlichkeit mit „virtuellen Freund*innen“. Haben wir verlernt, sozial zu sein? Oder möchten wir die Realität nicht sehen? Wie in anderen Filmen Römers überkreuzen mehrere Ebenen von lyrischen und theoretischen Texten das Filmbild. Dieser Einsatz von Textanimationen im Film behauptet eine spezifisch filmisch diagrammatische Narration. Stefan Römer betrieb mit seiner WG in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre ein inoffizielles Kulturzentrum in Remagen-Kripp, wo experimentelle Konzertnächte und Ausstellungen stattfanden. Er studierte Kunstgeschichte an der Uni Bonn, erhielt 2000 den Preis für Kunstkritik und publizierte seine Dissertation „Strategien des Fake – Kritik von Original und Fälschung“ (DuMont, Köln 2001).
Stefan Römer diskutiert gerne nach der Filmpräsentation über sein 2022 erschienenes Buch „DeConceptualize! Zur Dekonstruktion des Konzeptuellen in Kunst, Film, Musik“, wo ein Kapitel sich diesen experimentellen Filmen widmet. Wer mehr in das Feld der Konzeptuellen Kunst eintauchen möchte, sei sein Filmessay „Conceptual Paradise“ (2006) empfohlen, vorab zu sehen auf der Website am Museum ZKM in Karlsruhe:
http://conceptual-paradise.zkm.de/
Der Eintritt ist frei. Der Verein AIM e.V. freut sich über eine freiwillige Spende.
